Intel hat einem Bericht zufolge Probleme mit einem aktivistischen Investor. / Foto: Intel

  Nachhaltige Aktien

Intel wehrt sich offenbar gegen aktivistischen Investor

Der US-Chiphersteller Intel will sich dem US-Nachrichtensender CNBC zufolge gegen einen aktivistischen Investor zur Wehr setzen. Das Unternehmen hat laut dem Bericht mehrere Berater, unter anderem von der US-Investmentbank Morgan Stanley, engagiert, um sich zu verteidigen.

Als aktivistische Investoren gelten Anteilseigner, die über ihre Beteiligung versuchen, die Strategie eines Unternehmens zu beeinflussen. Den Namen des Investors nannte CNBC nicht, der Nachrichtensender berief sich auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Sowohl Intel als auch Morgan Stanley lehnten laut CNBC eine Stellungnahme ab.

Drastischer Sparkurs angekündigt

Intel hat durch strategische Fehler in der Chipbranche technologisch den Anschluss verloren. Im aktuell boomenden Geschäft mit Halbleitern für KI-Anwendungen etwa spielt der Konzern bislang kaum eine Rolle. Und im schleppend laufenden Kerngeschäft mit Prozessoren für Smartphones und PCs kann Intel aktuell keine Chips anbieten, die mit den modernsten Fertigungsmethoden hergestellt werden.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Das Unternehmen hatte Anfang August einen massiven Stellenabbau angekündigt und will bis 2025 rund 10 Milliarden US-Dollar einsparen. ECOreporter berichtete hier. Intel-Chef Pat Gelsinger hatte zuletzt eingeräumt, dass die Lage auch im zweiten Halbjahr schwieriger sei als bisher erwartet. Gelsinger hatte Anleger zuvor oft auf die zweite Jahreshälfte vertröstet, in der Besserung zu erwarten sei.

Die Intel-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 0,9 Prozent im Plus zum Freitag und kostet 18,49 Euro (Stand: 26.8.2024, 11:28 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 36,4 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 40,5 Prozent an Wert verloren.

Intel wird in diesem Jahr mutmaßlich rote Zahlen schreiben und hat bereits angekündigt, vorerst keine Dividenden mehr zu zahlen. ECOreporter sieht erst ab 2027 wieder Chancen auf solide Gewinne.

Um bei der Chipfertigung wieder an Boden zu gewinnen, investiert der Konzern parallel zu den Schwierigkeiten im Tagesgeschäft Milliarden in neue Fabrikprojekte. Allerdings stellen erste Beobachter bereits infrage, ob Intel seine Pläne im bisher anvisierten Ausmaß verfolgen kann. Zuletzt gab es etwa Zweifel an dem geplanten Projekt in Magdeburg. Trotz umfangreicher Subventionszusagen gibt es dort noch immer keinen Termin für den Baustart. ECOreporter berichtete hier.

Die Redaktion hat Intel aus ihrer Liste der ECOreporter-Favoriten-Aktien in der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige entfernt und durch die US-Baumarktkette The Home Depot ersetzt. Aktuell rät ECOreporter aufgrund der großen Unsicherheiten von einem Einstieg in die Intel-Aktie ab.

Einen Überblick zu Halbleiter-Aktien finden Sie in unserem Dossier Nachhaltige Halbleiter-Aktien: Bis fast 3.000 % Plus in 5 Jahren – wo sich der Einstieg noch immer lohnen kann.

Lesen Sie auch: Nachhaltig in Künstliche Intelligenz investieren? Das sind die ECOreporter-KI-Aktientipps

Intel Corp.: ISIN US4581401001 / WKN 855681

Verwandte Artikel

10.03.26
 >
09.03.26
 >
19.08.24
 >
13.08.24
 >
02.08.24
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x