Grafik der geplanten Intel-Fabrik in Magdeburg. Wird das Werk nicht gebaut? / Foto: Intel

  Nachhaltige Aktien

Intel: Droht der Chipfabrik in Magdeburg das Aus?

Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt bereitet sich laut einem Medienbericht darauf vor, dass der US-Halbleiterkonzern Intel seine Pläne für eine Fabrik in Magdeburg absagt. Während Intel einen harten Sparkurs fährt, haben die Bauarbeiten immer noch nicht begonnen.

Sollte die Fabrik scheitern, sei "die Vermarktung der Flächen an alternative Industrie- und Gewerbeunternehmen vorgesehen", heißt es in der Antwort der Landesregierung auf eine Große Anfrage der Linksfraktion im Landtag, wie der "Spiegel" berichtet. Es gebe ein starkes "Ansiedlungsinteresse mit Kaufabsichten" für die Flächen des Industriegebiets, das rund um das Werk des US-Konzerns entstehen soll.

Baustart lässt auf sich warten

Allerdings räumt die Landesregierung zugleich mögliche Probleme bei diesem Vorhaben ein. So könnte es sein, dass man im Falle einer "Absage des Ankerinvestors" womöglich Grundstücke weder verkaufen noch vermieten könne.

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Intel hatte ursprünglich angekündigt, rund 30 Milliarden Euro in die Halbleiterfabrik und einen Technologiepark in Magdeburg zu investieren. Davon will die Bundesregierung 10 Milliarden Euro aus Steuermitteln beisteuern. Anfang August 2024 kündigte Intel allerdings einen massiven Sparkurs an. Der Chiphersteller plant, etwa 15 Prozent aller Stellen zu streichen, und will bis 2025 rund 10 Milliarden US-Dollar einsparen. ECOreporter berichtete hier.

Die Bauarbeiten in Magdeburg haben immer noch nicht begonnen. Es gibt auch keine Ankündigung für den offiziellen Baustart. Eine "Spiegel"-Anfrage, ob der Konzern einen Rückzug von dem Projekt in Erwägung zieht, ließ Intel laut dem Nachrichtenmagazin unbeantwortet.

Die Intel-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 0,3 Prozent im Minus zum Freitag und kostet 18,88 Euro (Stand: 19.8.2024, 12:04 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 38,1 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 37,9 Prozent an Wert eingebüßt.

Intels Geschäfte laufen schlecht

Intel war jahrzehntelang der wichtigste Halbleiterkonzern der Welt, ist mittlerweile jedoch in einigen Bereichen technologisch hinter Konkurrenten wie Nvidia, AMD oder TSMC zurückgefallen. Im zukunftsträchtigen Geschäft mit Chips für KI-Anwendungen etwa spielt Intel bislang kaum eine Rolle. Das Unternehmen wird in diesem Jahr mutmaßlich rote Zahlen schreiben und hat bereits angekündigt, vorerst keine Dividenden mehr zu zahlen.

ECOreporter sieht erst ab 2027 wieder Chancen auf solide Gewinne. Die Redaktion hat den Konzern daher aus seiner Liste der ECOreporter-Favoriten-Aktien in der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige entfernt und durch die US-Baumarktkette The Home Depot ersetzt.

Einen Überblick zu Halbleiter-Aktien finden Sie in unserem Dossier Nachhaltige Halbleiter-Aktien: Bis fast 3.000 % Plus in 5 Jahren - wo sich der Einstieg noch immer lohnen kann.

Lesen Sie auch: Nachhaltig in Künstliche Intelligenz investieren? Das sind die ECOreporter-KI-Aktientipps

Intel Corp.: ISIN US4581401001 / WKN 855681

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