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Kein EU-Ecolabel für Finanzprodukte
Seit 2018 hat die Europäische Union versucht, ihr bereits seit über 30 Jahren existierendes Ecolabel auch für Finanzprodukte einzuführen. Jetzt ist das Vorhaben offenbar gescheitert.
Einem Bericht der Plattform „Fonds professionell“ zufolge hat die EU ihre Pläne für ein Finanz-Ecolabel aufgegeben. Laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen sind die Ansichten innerhalb der Staatengemeinschaft, was als nachhaltig gelten kann, zu unterschiedlich.
Die Offenlegungsverordnung soll überarbeitet werden
Auf Nachfrage bestätigte die EU-Kommission gegenüber „Fonds professionell“, dass das Vorhaben auf unbestimmte Zeit nicht mehr verfolgt werde. Man habe es vorgezogen, die Arbeiten für ein EU-Ecolabel "auf Eis zu legen", bis verbundene Gesetzgebungen, insbesondere die EU-Offenlegungsverordnung, "weiter fortgeschritten sind", teilte eine Sprecherin der Kommission mit.
Begründet wird der Abbruch der Planungen mit der Notwendigkeit, "Kohärenz und Synergien im gesamten EU-Rahmenwerk für nachhaltige Finanzen sicherzustellen". Zudem wolle die EU die Offenlegungsverordnung überarbeiten und darüber auch ein Kennzeichnungssystem für nachhaltige Finanzprodukte entwickeln.
Einer der von „Fonds professionell“ befragten Insider wertet dies als Zeichen dafür, dass das Finanz-Ecolabel de facto keine Chance mehr hat. „Wenn man erneut über ein EU-Ecolabel diskutiert, müsste man wieder komplett von null anfangen. Der Finanzmarkt dreht sich zu schnell, da ist in der Zwischenzeit zu viel passiert", sagte der Insider der Plattform.
Das Finanz-Ecolabel galt in seinen bisherigen Entwürfen als sehr streng. Einer Analyse der europäischen Finanzmarktaufsicht ESMA zufolge hätten 2023 nur 16 von 3.000 untersuchten Fonds das Label bekommen.
ECOreporter vergibt nach sehr strengen Kriterien ein Nachhaltigkeits-Siegel für Fonds. Alle Siegelträger finden Sie hier.