Forciert oder behindert die deutsche Regierung den Erneuerbaren-Ausbau? / Foto: Pixabay

  Erneuerbare Energie, Meldungen

Klimaneutral bis 2045 – Bundesregierung legt Fahrplan vor

Die deutsche Regierung hat einen Maßnahmenkatalog veröffentlicht, mit dem der Ausstieg aus fossilen Energien gelingen soll. Umweltschützer sind skeptisch.

Das Bundeskabinett hat die TAFF-Roadmap verabschiedet. TAFF steht für Transitioning Away from Fossil Fuels, also den Ausstieg aus fossilen Energieträgern wie Kohle, Öl und Erdgas. Die Roadmap, die sich an den Beschlüssen der Weltklimakonferenzen orientiert, soll dazu beitragen, das deutsche Ziel der Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen. 

Gaskraftwerke auf grünen Wasserstoff umstellen

Die Roadmap enthält allerdings keine neuen Vorhaben, sondern bündelt laut eines Sprechers des Bundesumweltministeriums lediglich „bekannte Maßnahmen“. Man wolle weiterhin stetig mehr Strom aus erneuerbaren Energien gewinnen und zudem die Elektrifizierung in den Bereichen Industrie, Verkehr und Wärmeerzeugung vorantreiben.

Konkret sollen bis 2030 mindestens 80 Prozent des verbrauchten Stroms aus regenerativen Quellen stammen. Aktuell sind es knapp 60 Prozent. Der Kohleausstieg ist weiterhin für 2038 vorgesehen, und Gaskraftwerke sollen auf grünen Wasserstoff umgestellt werden, „so dass 2045 ein klimaneutraler Kraftwerkspark ohne fossile Energien steht“.

"Die Regierung schickt sich gerade an, die Energiewende hart auszubremsen"

Die Umweltschutzorganisation WWF begrüßt die Verabschiedung der Roadmap, sieht aber eine „fatale Schere zwischen Deutschlands internationalem Auftreten und nationalem Handeln“, da die aktuelle Politik der Bundesregierung einer Abkehr von fossilen Energieträgern entgegenstehe. Berlin setze vor allem auf kurzfristige Maßnahmen gegen die fossile Energiepreiskrise, ohne deren strukturelle Ursachen anzugehen.

Auch die Naturschutzorganisation BUND kritisiert das Auseinanderklaffen von Worten und Taten. „Die Regierung hat das fossile Weiter-so im Heizungskeller beschlossen, stellt das EU-Verbrenner-Aus infrage und schickt sich gerade an, die Energiewende hart auszubremsen“, heißt es in einer Mitteilung. 

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