Wie gefährlich ist die KI-Blase für die Geldanlage? / Foto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien, Fonds / ETF

Lässt KI die Börsenblase platzen?

Künstliche Intelligenz ist seit Monaten das mit Abstand wichtigste Thema an den Finanzmärkten. Wie hoch sind die Chancen, wie gravierend die Risiken? Und wie sollten sich nachhaltige Anlegerinnen und Anleger jetzt verhalten?

1.100 Prozent Plus in drei Jahren

Die Zahlen sind beeindruckend: Die 30 größten Konzerne, die Geschäfte mit Künstlicher Intelligenz (KI) machen, stehen für fast die Hälfte des Börsenwertes im US-Großwerteindex S&P 500. Die Kurse der wichtigsten KI-Unternehmen haben sich vervielfacht: Die Aktie des bedeutendsten Chipentwicklers Nvidia ist auf drei Jahre gesehen mehr als 1.100 Prozent im Plus. Der aktuell größte Konkurrent AMD hat im gleichen Zeitraum 230 Prozent gewonnen, der weltweit wichtigste Chiphersteller TSMC mehr als 350 Prozent. Der Börsenwert des Tech-Riesen Meta (Instagram, WhatsApp) ist seit Herbst 2022 um knapp 380 Prozent gestiegen, Alphabet (Google) liegt 110 Prozent im Plus.

In den enormen Zuwächsen spiegeln sich die hohen Erwartungen an künftige Gewinne aus KI-Angeboten. Nur: Mit den bisherigen Angeboten wird kaum Geld verdient. Firmen wie der ChatGPT-Entwickler OpenAI schreiben rote Zahlen und investieren sehr viel mehr, als sie einnehmen. OpenAI dürfte in diesem Jahr etwa 13 Milliarden Dollar umsetzen, plant aber Investitionen in Billionenhöhe, vor allem in riesige Rechenzentren, um weiter zu wachsen. Andere KI-Firmen haben ähnlich ambitionierte Pläne.

OpenAI könnte einen Kettenreaktion auslösen

Ob und wann sich diese Investitionen auszahlen werden, ist unklar. Und schon das Scheitern eines einzelnen Unternehmens wie OpenAI könnte für ein Beben in der Tech-Branche sorgen. In den letzten Wochen bestellte OpenAI bei Nvidia, AMD und Broadcom Chips für Rechenzentren im Wert von mehreren hundert Milliarden Dollar. Kann OpenAI diese Aufträge in den nächsten Jahren nicht finanzieren, brechen möglicherweise viele Tech-Aktien ein. 

Und genau diese Finanzierung könnte zum Problem werden, denn OpenAI muss sich das Kapital irgendwo leihen. Billionensummen bei unklaren Gewinnaussichten sind aber hochriskant. Bislang leihen Banken und private Finanzierungsfonds der KI-Industrie noch bereitwillig Geld. Doch das dürfte sich spätestens dann ändern, wenn sich abzeichnet, dass die Tech-Unternehmen nicht genug Gewinn machen werden, um die Kredite zurückzuzahlen. Selbst die Cash-Reserven von Giganten wie Microsoft, Alphabet und Nvidia reichen nicht ansatzweise aus, um die geplanten KI-Investitionen zu bezahlen. Dass Nvidia und AMD Anteile an OpenAI erwerben und sich dadurch noch enger an das Unternehmen binden, erhöht die Crash-Risiken zusätzlich.

KI spielt Donald Trump in die Karten

Der KI-Sektor ist mittlerweile so groß, dass vor allem in den USA viele andere Branchen von den schon jetzt gewaltigen Investitionen profitieren: Bauunternehmen, die die Rechenzentren hochziehen, Energiekonzerne, die sie mit Strom versorgen, die Hersteller von allem, was die riesigen Chip-Farmen außer Halbleitern noch an Technik brauchen. Donald Trumps zerstörerische Wirtschaftspolitik sorgt bislang auch deshalb nicht für deutlich größere Wohlstandsverluste in den USA, weil KI weiter boomt.

Doch sogar Tech-Größen wie Amazon-Chef Jeff Bezos warnen mittlerweile davor, dass hier eine gefährliche Blase entstanden sein könnte. Noch ist weitestgehend unklar, welchen realen Nutzen KI auf Dauer bieten kann. Da sind Billionen-Schulden eine womöglich extrem teure Wette.

Was heißt das alles für nachhaltige Investments?

Die weiteren wichtigen Informationen lesen Sie als ECOreporter-Premium-Leser/-in. Einloggen oder Premium-Leser/-in werden.

...

Verwandte Artikel

10.03.26
 >
09.03.26
 >
30.04.26
 >
26.12.25
 >
04.03.26
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x