Luxcara wollte erstmals chinesische Windräder in der deutschen Nordsee installieren, ist davon mittlerweile aber wieder abgerückt. / Symbolbild: Pixabay

  Erneuerbare Energie, Meldungen

Luxcara verzichtet auf Windräder aus China

Im Juli 2024 hatte der Hamburger Windparkprojektierer Luxcara angekündigt, in seinem Offshore-Park Waterkant in der deutschen Nordsee Windturbinen des chinesischen Herstellers Mingyang zu installieren. Nach heftiger Kritik arbeitet Luxcara jetzt mit einem deutschen Zulieferer zusammen.

Der Projektierer wollte 2028 mit der Errichtung von 16 18-Megawatt-Anlagen von Mingyang vor der Insel Borkum beginnen (ECOreporter berichtete hier). „Wir sind die Ersten, wir werden aber nicht die Letzten sein, die chinesische Hersteller beauftragen“, sagte Luxcara-Chefin Alexandra von Bernstorff damals dem „Handelsblatt“.

Nachdem Militärfachleute Sicherheitsbedenken geäußert hatten und mehrere kritische Presseartikel erschienen waren, hat Luxcara seine Pläne mittlerweile geändert und wird statt der chinesischen Windturbinen Anlagen des Münchner Konzerns Siemens Energy verwenden.

Spionage mit Windrädern?

„Wir haben den Druck gespürt und auch die Kontroverse in der Öffentlichkeit“, erklärte Luxcara-Geschäftsführer Holger Matthiesen gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Anfang März hatte das „Handelsblatt“ eine vom Bundesverteidigungsministerium in Auftrag gegebene Analyse der Bundeswehr öffentlich gemacht, die im Falle einer Installation chinesischer Windturbinen in deutschen Gewässern unter anderem Spionage mittels Sensorik, Zugang zu Sicherheitsprotokollen kritischer Infrastruktur und Störung der Energieversorgung als ernst zu nehmende realistische Risiken identifizierte. Politiker unterschiedlicher Parteien forderten daraufhin ein Installationsverbot für chinesische Windturbinen.

Laut Luxcara-Geschäftsführer Matthiesen waren die Sicherheitsbedenken nicht entscheidend für den Anbieterwechsel – Siemens Energy hätte letztlich das bessere Angebot vorgelegt. Bislang wird das Windgeschäft vor Deutschlands Küste von westlichen Herstellern dominiert, insbesondere Siemens Energy, Vestas und General Electric. Seit letztem Jahr versuchen chinesische Anbieter, in den Markt einzusteigen, und setzten dabei auf besonders niedrige Preise.

Lesen Sie auch den zweiteiligen ECOreporter-Überblick zu nachhaltigen Windaktien.

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