Das Ende der Streiks in den US-Häfen lässt die Aktie von Moller-Maersk abstürzen. / Foto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien

Maersk: Aktie verliert nach Ende von US-Hafenstreiks

Die Hafenarbeiter an der US-Ostküste nehmen ihre Arbeit wieder auf und wollen bis mindestens Mitte Januar nicht mehr streiken. Für die Wirtschaft ist das eine Erleichterung, für die dänische Großreederei Moller-Maersk wohl vorerst keine Gelegenheit, die Preise weiter zu erhöhen. Die Aktie des Konzerns verliert deutlich.

Die Erwartung der Streiks und die damit verbundene Ankündigung einer Erhöhung der Frachtraten, also der Preise für den Transport von Gütern, hatten die Aktie von Maersk in der vergangenen Woche steigen lassen. ECOreporter berichtete hier. Nachdem der aktuelle Tarifvertrag in den Häfen ausgelaufen war, begannen die Streiks wie erwartet am Dienstag. In der Folge blieben Containerhäfen von Houston über Miami bis Boston geschlossen.

Frachtraten dürften sich normalisieren

In der Nacht zum Freitag teilte die Gewerkschaft International Longshoremen’s Association (ILA) dann mit, dass die Tarifverhandlungen fortgesetzt werden. Die Arbeitnehmervertreter wollen das Angebot einer Lohnerhöhung von 61,5 Prozent bei einer Vertragslaufzeit von sechs Jahren annehmen. In den kommenden Monaten sollen Maßnahmen ausgehandelt werden, die einen Abbau von Arbeitsplätzen durch Automatisierung verhindern. Deshalb wird der laufende Vertrag zunächst bis zum 15. Januar verlängert, bis dahin sind weitere Arbeitsniederlegungen ausgeschlossen.

In den vergangenen drei Tagen wurden in den USA viele Container nicht mehr entladen, im Land kam es zu Panikkäufen – wie zu Beginn der Corona-Krise vor allem von Toilettenpapier. Über die Ostküstenhäfen wird etwa die Hälfte des Containerumschlags des US-Außenhandels abgewickelt.

In Erwartung des lange absehbaren Streiks hatten viele Unternehmen Vorräte für zumindest einige Wochen aufgebaut. Die Auswirkungen auf den internationalen Handel dürften daher geringer ausfallen als befürchtet. "Wir sehen nur begrenzte Auswirkungen und erwarten, dass sich die Frachtraten weiter normalisieren werden", erklärten Analysten der US-Großbank JP Morgan Chase.

Die Maersk-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 8,9 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 1.236,00 Euro (Stand: 4.10.2024, 10:09 Uhr). Im Monatsvergleich ist die Aktie 3,2 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 23,2 Prozent an Wert eingebüßt.

Wegen der steigenden Frachtraten durch die Krise im Roten Meer hat Maersk seine Ergebniserwartungen für 2024 bereits mehrmals angehoben. Allerdings waren die Frachtraten ursprünglich auch auf sehr niedrigem Niveau erwartet worden. Wie ECOreporter die Maersk-Aktie aktuell einschätzt, lesen Sie hier.

A.P. Moller-Maersk A/S Class A:

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