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Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten
Mayr-Melnhof: Gewinn geht nach Rekordjahr zurück
Der österreichische Kartonhersteller Mayr-Melnhof leidet unter einer gesunkenen Nachfrage und hohem Preisdruck. Nach dem Rekordjahr 2022 muss der ECOreporter-Aktien-Favorit einen deutlichen Gewinneinbruch hinnehmen. Die Dividende wird gekürzt, investieren will der Konzern allerdings weiterhin.
Der Umsatz von Mayr-Melnhof verringerte sich 2023 um 11 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Laut Unternehmen waren hierfür vor allem der Abbau von Lagerkapazitäten, ein Rückgang der Nachfrage und ein zunehmender Preisdruck verantwortlich.
Dividende wird gekürzt
Hinzu kamen Produktionsunterbrechungen in der Kartonsparte Board & Paper. Teilweise waren sie geplant wegen "des bisher umfangreichsten Modernisierungsprogrammes in drei großen Kartonwerken", so das Unternehmen. Maschinen standen aber auch "marktbedingt" aufgrund einer zu geringen Nachfrage still.
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Solide lief laut Mayr-Melnhof hingegen das Geschäft mit der Herstellung von Faltschachteln in der Division MM Packaging. Auch dank einer positiven Entwicklung im zugekauften Bereich für Pharmaverpackungen lag das Ergebnis hier über den Zielen.
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank um 42 Prozent zum Vorjahr auf 450,2 Millionen Euro. Der Nettogewinn brach um 74 Prozent auf 89,1 Millionen Euro ein. Dass das Ergebnis unter dem Rekordniveau des Vorjahres liegen würde, war bereits im Vorfeld erwartet worden.
Die Dividende will das Unternehmen infolge des niedrigeren Gewinns deutlich von 4,20 Euro auf 1,50 Euro je Aktie senken. Dieser Vorschlag entspricht laut Mayr-Melnhof der Dividendenpolitik des Konzerns, welche die Ausschüttung von einem Drittel des Gewinns vorsieht. Auf Basis des aktuellen Kurses (s.u.) ergibt sich damit eine Dividendenrendite für 2023 von 1,3 Prozent.
Konkrete Erwartungen bei Umsatz und Gewinn für 2024 formulierte das Unternehmen nicht. Mayr-Melnhof teilte mit, "im stark umkämpften europäischen Karton- und Papiersektor" sei aktuell ein positiver Trend beim Absatz erkennbar. Der Druck auf die Margen halte jedoch an. Das Sparprogramm "Profit & Cash Protection" werde daher weiterverfolgt und ausgeweitet. Gestiegene Kosten sollen über Preiserhöhungen weitergegeben werden.
"Steigerung der Wettbewerbsstärke" durch Investitionen
Für 2024 plant Mayr-Melnhof, 300 Millionen Euro zu investieren. Dabei will sich der Konzern "auf Projekte zur Steigerung der Wettbewerbsstärke" konzentrieren.
Die Aktie von Mayr-Melnhof ist im Tradegate-Handel aktuell 1,9 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 113,60 Euro (Stand: 12.3.2024, 10:31 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie 9,3 Prozent an Wert verloren, auf Jahressicht ist sie 27,9 Prozent im Minus.
Mayr-Melnhof hatte bereits im Verlauf des Jahres 2023 erklärt, dieses wegen der schwachen Nachfrage als „Übergangs- und Integrationsjahr“ zu betrachten. Mitte 2023 hatte das Unternehmen eine Gewinnwarnung ausgeben müssen.
Die Aktie ist nach Einschätzung der Redaktion aktuell ein Investment mit erhöhtem Risiko. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis ist mit 9 für 2024 zwar niedrig. Vorsichtige Anlegerinnen und Anleger sollten mit einem Einstieg aber auf Anzeichen einer Geschäftserholung warten. Ob diese 2024 kommt, ist allerdings unklar. Wer jetzt einsteigt, braucht möglicherweise einen langen Atem.
Mayr-Melnhof ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Nachhaltige Mittelklasse. Ein Unternehmensporträt finden Sie hier.
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Mayr-Melnhof Karton AG: ISIN AT0000938204 / WKN 890447
Liebe Leserinnen und Leser, in einer älteren Version des Artikels wurde lediglich die erwartete Dividendenrendite für 2024 genannt. Wir haben diesen Schätzwert entfernt und geben stattdessen die Dividenrendite für 2023 an, die auf dem Dividendenvorschlag für das letzte Jahr beruht, d.Red.