Das Altersvorsorgedepot soll dabei helfen, privat fürs Alter vorzusorgen. / Bild: Pixabay

  Fonds / ETF

Nachhaltiges Altersvorsorgedepot – das sollten Sie jetzt beachten

Das Altersvorsorgedepot steht in den Startlöchern, und es wird auch nachhaltige Angebote geben. Überstürzen müssen Anlegerinnen und Anleger aber nichts.

Das Altersvorsorgedepot (AVD) startet Anfang 2027 als Nachfolger der weitestgehend gescheiterten Riester-Rente. Die Grundidee: Wer regelmäßig Geld in sein AVD einzahlt, um für den Ruhestand vorzusorgen, erhält vom Staat Zuschüsse. Damit nicht wie bei der Riester-Rente viele Verträge vorzeitig gekündigt werden und hohe Gebühren die Renditen auffressen, ist das AVD flexibler und in vielen Fällen auch günstiger.

Keine riskanten Finanzprodukte

Das Depot kann bei zahlreichen Anbietern wie Banken, Fondsgesellschaften oder Versicherungen eröffnet und mit Fonds, ETFs, Anleihen und wahrscheinlich auch ELTIFs bestückt werden. Zugelassen sind allerdings nur Produkte mit den Risikoklassen (SRI) 1 bis 5 von insgesamt 7. Breit gestreute Fonds und ETFs sind erlaubt, riskantere Themenfonds teilweise nicht. Einzelaktien und Kryptowährungen dürfen grundsätzlich nicht ins Depot aufgenommen werden.

Jeder Anbieter muss neben AVDs, die weitestgehend frei zusammengestellt werden können, auch ein Standarddepot im Programm haben, das aus zwei vorausgewählten Fonds oder ETFs besteht und nicht mehr als 1 Prozent Jahreskosten hat. Mehrere Online-Broker und Banken haben bereits angekündigt, für ihre Standarddepots maximal 0,2 Prozent zu verlangen oder sie sogar komplett gebührenfrei anzubieten.

Attraktive Zulagen

Der größte Pluspunkt des AVDs sind die staatlichen Zulagen. Bis zu einem jährlichen Sparbetrag von 360 Euro beträgt die Förderung 50 Cent je eingezahltem Euro, danach bis 1.800 Euro 25 Cent je Euro. Heißt: Bei einer jährlichen Sparsumme von 1.800 Euro gibt es insgesamt 540 Euro Förderung.

Dazu kommen noch bis zu 300 Euro pro Kind, ein Berufseinsteigerbonus von einmalig 200 Euro für Menschen, die jünger als 25 sind, und mögliche Steuervorteile. Die Mindestsparsumme im AVD beträgt 120 Euro pro Jahr, also 10 Euro im Monat.

Das AVD wird in den meisten Fällen attraktiver sein als bestehende Riester-Verträge. Deshalb erfreulich: Der Wechsel von Riester zum AVD soll unkompliziert und ohne den Verlust bereits erhaltener Riester-Förderungen möglich sein.

Grüne Depots werden kommen

Beim AVD ist es grundsätzlich egal, ob die darin enthaltenen Finanzprodukte nachhaltig sind oder nicht. Das Depot ist damit auch für nachhaltige Anlegerinnen und Anleger interessant. ECOreporter hat mit mehreren sozial-ökologischen Banken gesprochen: Sie alle planen grüne AVDs, die strenge Nachhaltigkeitsvorgaben erfüllen. Details sind noch nicht veröffentlicht, auch weil die Angebote erst ab 1. Januar 2027 vertrieben werden dürfen.

Anlegerinnen und Anleger können aber ohnehin in Ruhe abwarten, welche Angebote auf den Markt kommen. Denn die AVD-Förderung für das gesamte Jahr 2027 gibt es auch dann, wenn erst im Dezember 2027 ein Depot eröffnet wird.

ECOreporter wird über konkrete nachhaltige AVD-Angebote berichten, sobald sie vorliegen.

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