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Nachhaltigkeitsberichterstattung in Deutschland wird besser – doch Schwachstellen bleiben
Bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung in Deutschland gibt es deutliche Fortschritte. Zu diesem Schluss kommt die Wiesbadener Denkfabrik Global ESG Monitor (GEM) in einer aktuellen Studie. Doch es gibt weiter Lücken – etwa bei dem Unterschied zwischen Selbst- und Außenwahrnehmung von Unternehmen.
Wie GEM berichtet, haben für das vergangene Jahr 87 Prozent der Unternehmen in den verschiedenen DAX-Indizes eine sogenannte Doppelte Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Das sind 37 Prozent mehr als im Vorjahr.
Nachhaltigkeitsziele haben doppelten Einfluss
Doppelte Wesentlichkeitsanalysen (DMA) sind ein Kernelement der EU-Nachhaltigkeitsberichterstattung CSRD. Nachhaltigkeitsziele werden dabei aus zwei Perspektiven bewertet: einerseits in Hinblick auf die Impact-Wesentlichkeit, also darauf, wie das Unternehmen Umwelt und Gesellschaft beeinflusst, und andererseits in Hinblick auf die finanzielle Wesentlichkeit, also darauf, wie Nachhaltigkeitsthemen das Unternehmen finanziell beeinflussen. Das soll Firmen helfen, ihre Strategien anzupassen, und außerdem für mehr Transparenz nach außen sorgen.
Insgesamt hat GEM 151 Unternehmen aus der DAX-Familie untersucht – also nicht nur Konzerne aus dem Leitindex DAX, sondern auch aus anderen Indizes wie etwa dem Mittelwerte-Index MDAX und dem SDAX für kleinere börsennotierte Unternehmen. Mehr als die Hälfte der Firmen hat laut der Studie mit der DMA "den Umfang wesentlicher Themen erweitert und damit Auswirkungen und Risiken erkannt, die zuvor nicht auf dem Radar waren".
Allerdings gebe es teilweise noch eine Diskrepanz zwischen den Themen, die bei den Unternehmen selbst im Fokus stehen, und der externen Risikobewertung durch Beobachter, etwa aus dem Finanzsektor. Ein Beispiel ist laut GEM die Chemiebranche: Hier zeigt demnach eine Datenbank für Banken und Versicherer, dass diese Luftverschmutzung als ein wesentliches Impact-Risiko in der Branche sehen. Etwa die Hälfte der Chemieunternehmen hat Luftverschmutzung jedoch nicht als wesentliches Thema eingestuft.
Zusammenhänge besser darstellen
Zudem gibt mehr als die Hälfte der Unternehmen aus den DAX-Indizes an, Nachhaltigkeitsrisiken vollständig ins Risikomanagement integriert zu haben. Doch nur gut ein Drittel beschreibt solche Risiken auch wirklich in beiden Berichtsteilen – also als Risiko etwa für die Umwelt und für das Geschäft.
Das erschwert es laut GEM Außenstehenden, die Bedeutung bestimmter Themen richtig einzuschätzen und die Gefahr von Kettenreaktionen zu erkennen. Ein Beispiel der Studie: wenn Wasserknappheit zwar als Nachhaltigkeitsrisiko auftaucht, das Unternehmen aber nicht die Verbindung zum Risiko einer Produktionsunterbrechung herstellt.
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