Der Klimawandel kostet die Volkswirtschaft Milliarden. Doch jeder in Erneuerbare Energie investierte Euro rentiert sich. / Foto: Pixabay

  Erneuerbare Energie

Studie: Klimaschutz bringt Volkswirtschaft mehr ein, als er kostet

Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) bestätigt die Milliardenkosten, die Deutschland durch den Klimawandel entstehen. Investitionen in den Klimaschutz rentieren sich daher massiv.

Zwischen 2000 und 2021 haben Auswirkungen des Klimawandels laut der Untersuchung in Deutschland reale Kosten von 145 Milliarden Euro verursacht. Davon entstanden 80 Milliarden Euro allein seit 2018. Für die Zeit von 2022 bis 2050 gehen Studien je nach Klimawandelszenario von Belastungen zwischen 280 und 900 Milliarden Euro aus.

Milliardeneinsparungen durch Erneuerbare Energie

Gleichzeitig zeigt sich in der Studie bei Klimaschutzmaßnahmen ein klar positives Kosten-Nutzen-Verhältnis mit dem Faktor 1,8 bis 4,8. Damit bringt jeder Euro, der in den Kampf gegen den Klimawandel fließt, 1,80 bis 4,80 Euro zurück.

Dieser Nutzen ist schwerer zu bemessen als die Kosten der durch den Klimawandel verursachten Schäden. Die Forscherinnen und Forscher der Studie richteten sich dabei vor allem nach drei Kategorien: vermiedene Brennstoffkosten, geringere Gesundheitsbelastungen durch bessere Luft und verringerte Kosten durch Importe fossiler Energie.

Global sanken die Brennstoffkosten 2022 durch Erneuerbare Energien demnach um mindestens 520 Milliarden US-Dollar. Für Europa senkte der zusätzliche Ausbau von Wind- und Photovoltaikanlagen in den Jahren 2021 bis 2023 die Kosten der Stromversorgung um rund 100 Milliarden Euro.

Auch in Deutschland reduzierten Erneuerbare Energien laut der Studie die Importabhängigkeit und führten zu erheblichen Einsparungen: jährlich etwa 15 bis 20 Milliarden Euro bei Gasimporten, zwei bis drei Milliarden Euro bei Ölimporten, da stärker auf Elektromobilität gesetzt wird, sowie ein bis zwei Milliarden Euro bei Kohleimporten. Die eingesparten Brennstoffkosten durch Erneuerbare Energien überstiegen bereits 2022 bis 2024 die jährlichen Kosten durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Die vermiedenen Gesundheitskosten durch geringere Luftverschmutzung belaufen sich für Deutschland auf etwa 8 bis 12 Milliarden Euro jährlich, hauptsächlich durch reduzierte Behandlungskosten für Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie vermiedene vorzeitige Todesfälle. Auch Studien des Umweltbundesamts schätzen den volkswirtschaftlichen Nutzen besserer Luftqualität durch Maßnahmen zur CO2-Minderung auf mehrere Milliarden Euro jährlich. In Europa sehen Untersuchungen die Gesundheitskosten durch Luftverschmutzung bei mehr als 600 Milliarden Euro.

Weiter-so-Szenario ist nicht günstiger

Andere Studien betonen ebenfalls die volkswirtschaftlichen Vorteile ambitionierten Klimaschutzes. Eine Analyse der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) kommt für ein beschleunigtes Klimaschutzszenario bis 2050 auf Kosten von 13,2 Billionen Euro. Bei einem Weiter-so-Szenario wären es 13,3 Billionen Euro.

Die Gesamtkosten der beiden Szenarien sind also nahezu identisch. Allerdings verteilen sich die Kosten unterschiedlich. Im beschleunigten Szenario würden höhere Anfangsinvestitionen durch niedrigere langfristige Energiekosten kompensiert. Bei der Weiter-so-Strategie würden die Energiekosten hingegen um mehr als eine Billion Euro höher ausfallen.

"Die Klimakostenforschung hat nach zwei Jahrzehnten eine eindeutige Antwort auf die zentrale Frage der Klimapolitik geliefert: Klimaschutz ist nicht nur ökologisch notwendig und ethisch geboten, sondern auch volkswirtschaftlich vorteilhaft. Die Frage ist nicht mehr, ob Deutschland sich ambitionierte Klimaziele leisten kann, sondern ob es sich leisten kann, bei der Umsetzung zu zögern", so das Fazit der Studie.

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