Der Nikola-Gründer und ehemalige Unternehmenschef Trevor Milton wurde zu vier Jahren Haft verurteilt. / Foto: Nikola

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Nikola-Gründer Trevor Milton wegen Betrugs zu vier Jahren Haft verurteilt

Der Gründer und ehemalige Vorstandsvorsitzende des US-Lastwagenbauers Nikola, Trevor Milton, muss für vier Jahre ins Gefängnis. Laut einem Gerichtsurteil hat der Manager Aktionäre über die Fortschritte des Fahrzeugherstellers belogen. Hinzu kommt eine Geldstrafe von 1 Million US-Dollar.

Milton war bereits vor mehr als einem Jahr von einem Geschworenengericht schuldig gesprochen worden, Details über die Entwicklung von Nikolas Produkten und Technologie falsch dargestellt zu haben. Nun legte ein Bezirksrichter im US-Bundesstaat New York das Strafmaß fest.

Staatsanwaltschaft forderte elf Jahre Haft

Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich elf Jahre Haft gefordert. Eine so lange Strafe sei notwendig, um Milton zu bestrafen und andere Führungskräfte von ähnlichem Fehlverhalten abzuhalten. Laut Anklage hat Miltons Betrug Anlegerinnen und Anleger rund 660 Millionen Dollar gekostet.

Milton selbst hatte um eine Bewährungsstrafe gebeten. Er habe nicht die Absicht gehabt, die Anleger zu täuschen, sondern aufgrund seiner mangelnden Erfahrung Fehler gemacht. "Ich war kein sehr erfahrener CEO", so Milton.

Antreten muss Milton die Strafe noch nicht: Das Gericht erlaubte dem Manager, gegen Kaution auf freiem Fuß zu bleiben, während er gegen seine Verurteilung Berufung einlegt. Milton sagte nach der Urteilsverkündung, er glaube, dass das Urteil aufgehoben werde.

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Die Geschworenen hatten im Oktober 2022 nur wenige Stunden gebraucht, um Milton nach einem zweimonatigen Prozess zu verurteilen. Zu den vorgelegten Beweisen hatte auch ein berüchtigtes Video gehört, das zu zeigen scheint, wie ein Nikola-Prototyp aus eigener Kraft fährt. In Wirklichkeit hatte das Unternehmen den Lkw einen Berg herunterrollen lassen.

Miltons Fall gilt als ungewöhnlich, weil er seine falschen Angaben über öffentliche Kanäle wie YouTube getätigt hatte statt in Finanzberichten oder anderen Unternehmensunterlagen. "Sie haben Ihre beträchtlichen Talente in den sozialen Medien genutzt, um Ihr Unternehmen in einer Weise anzupreisen, die im Wesentlichen falsch war", sagte Richter Edgardo Ramos bei der Verkündung des Strafmaßes.

Miltons Verteidiger Marc Mukasey hatte erklärt, die Angaben seines Mandanten seien von seinem "wahren Glauben" an sein Unternehmen und nicht von Habgier bestimmt gewesen. "Es war kein ruchloser Versuch, Menschen auszunutzen", sagte Mukasey.

Bereits kurz nach dem Börsenstart von Nikola hatte es in Medien Vorwürfe gegeben, das Unternehmen hätte die Fähigkeiten seines Prototypen Nikola One stark übertrieben. Der Lkw war als voll funktionsfähiges Fahrzeug dargestellt worden, obwohl er zu diesem Zeitpunkt nicht fahrtüchtig war.

Situation bei Nikola bleibt schwierig

Milton trat im September 2020 von seinem Amt als Vorstandsvorsitzender zurück. Im Juli 2021 wurde er von der Bundesstaatsanwaltschaft angeklagt. Allerdings ist Milton nach wie vor der zweitgrößte Aktionär von Nikola. Anfang des Jahres forderte er die übrigen Anteilseigner auf, die vom Unternehmen unterstützten Vorschläge zur Wiederwahl von Direktoren und zur Ausgabe neuer Aktien abzulehnen.

Nikola hat bis heute wirtschaftliche Probleme. Zuletzt brannten mehrere Fahrzeuge wegen defekter Batterien, das Unternehmen musste eine umfangreiche Rückrufaktion starten. Die Produktion von Wasserstoff-Lkws ist zwar mittlerweile Nikola zufolge angelaufen, die Nachfrage ist aber gering. Mehr dazu lesen Sie hier.

Die Nikola-Aktie notiert im Tradegate-Handel aktuell 3 Prozent im Plus zum Vortag bei 0,78 Euro (Stand: 19.12.2023, 10:56 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 13,8 Prozent im Minus, seit Börsenstart hat sie 98 Prozent ihres Werts eingebüßt.

Anlegerinnen und Anleger sollten nach Einschätzung von ECOreporter weiter einen großen Bogen um die Nikola-Aktie machen. Die Redaktion rät seit Börsenstart von einem Einstieg ab.

Lesen Sie auch die ECOreporter-Dossiers Von Bloom Energy bis Linde: Das sind die spannendsten Wasserstoff-Aktien und Tesla, BYD, Nio, Polestar: 10 Elektroauto-Aktien im Crash-Test.

Nikola Corp.:

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