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Nvidia präsentiert erneut Rekordzahlen – aber der Ausblick enttäuscht
Der US-Chipentwickler Nvidia hat aufgrund des anhaltenden KI-Booms Umsatz und Gewinn im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres 2024/25 (Mai bis Juli) erneut mehr als verdoppelt. Allerdings sorgte der weitere Ausblick des Konzerns an der Börse für Enttäuschung.
Nvidia konnte seinen Umsatz in den Monaten Mai bis Juli im Vergleich zum Vorjahr auf 30 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppeln, die Einnahmen stiegen um 122 Prozent. Damit wuchs der Konzern das fünfte Quartal in Folge prozentual dreistellig. Zudem übertraf Nvidia die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit einem Umsatzplus von 112 Prozent gerechnet hatten.
Erwartungen "nur" getroffen
"Nvidia hat einen Rekordumsatz erzielt, da weltweit Rechenzentren für Künstliche Intelligenz aufgerüstet werden", sagte Konzernchef Jensen Huang. Mit 26,3 Milliarden Dollar war der Umsatz im Geschäft mit Rechenzentren um 154 Prozent höher als vor einem Jahr. Nvidia sieht nach eigener Aussage keine Anzeichen für einen Rückgang der Nachfrage bei seinen KI-Spezialchips.
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Der Nettogewinn legte um 168 Prozent auf 16,6 Milliarden Dollar zu. Allerdings meldete Nvidia im Vergleich zum Vorquartal einen leichten Rückgang der Bruttomarge. Diese sank von rund 79 auf knapp 76 Prozent.
Für sein drittes Quartal prognostiziert Nvidia einen Umsatz von rund 32,5 Milliarden Dollar. Damit bleibt der Konzern im Rahmen der Markterwartungen, statt sie wie in den letzten Quartalen zu übertreffen. Das sorgte für Enttäuschung. Jede Zielerreichung, "die nicht zwölf von zehn Punkten entspricht, ist bei Nvidia heute ein Problem", sagte Paul Meeks vom US-Finanzhaus Harvest dem Börsensender CNBC.
Nvidia bestätigte außerdem Produktionsprobleme bei seinen Blackwell-Chips, den KI-Chips der nächsten Generation. Laut Nvidia-Finanzchefin Colette Kress war eine Design-Anpassung notwendig geworden, das sei einer der Gründe für den leichten Rückgang der Bruttomarge. Allerdings seien "keine funktionalen Veränderungen notwendig" gewesen.
Nvidia plant weiterhin, im vierten Geschäftsquartal, das im Januar endet, die ersten Blackwell-Chips auszuliefern. Bis Ende des Jahres will der Konzern mehrere Milliarden Dollar mit den Halbleitern einnehmen.
Am Finanzmarkt überwiegt die Enttäuschung über die gesunkene Marge und die „nur“ erfüllten Erwartungen beim Ausblick. Im Tradegate-Handel ist die Nvidia-Aktie aktuell 4,1 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 108,54 Euro (Stand: 29.8.2024, 9:42 Uhr). Im Monatsvergleich notiert die Aktie 1 Prozent im Minus, auf Jahressicht hat sie 142,2 Prozent an Wert gewonnen.
Überhitzter Kurs und Risiken für Rücksetzer
Eine Aktie, die sinkt, weil die Rekordzahlen die Rekorderwartungen nicht noch stärker übertreffen – die Nvidia-Aktie ist aktuell klar überhitzt. Der KI-Boom hat den Kurs in den letzten anderthalb Jahren immer weiter steigen lassen, auf fünf Jahre betrachtet ist die Aktie fast 3.000 Prozent im Plus. Im Juni war Nvidia erstmals das wertvollste Börsenunternehmen der Welt. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie für 2024 ist mit 108 sehr hoch.
Gleichzeitig steigen Risiken, die zu Rücksetzern führen können. So erhöht sich der Wettbewerbsdruck, weil Konkurrenten wie AMD und Intel ebenfalls KI-Chips auf den Markt bringen und wichtige Nvidia-Kunden wie Amazon und die Google-Mutter Alphabet zunehmend eigene KI-Halbleiter entwickeln. Hinzu kommen womöglich Probleme mit Kartellbehörden: In Frankreich hat die Wettbewerbsaufsicht Autorité de la Concurrence ein Ermittlungsverfahren gegen Nvidia eingeleitet. ECOreporter berichtete hier. Sollte es zudem weitere Verzögerungen beim Blackwell-Chip oder weitere Einschränkungen des China-Geschäfts geben, wäre auch ein deutlicher Kurseinbruch keine Überraschung.
Das derzeit größte Risiko für Nvidia ist allerdings die hohe Abhängigkeit vom taiwanesischen Chipfertiger TSMC. Falls China wie angedroht in Taiwan einmarschiert, würde Nvidias Lieferkette vermutlich zusammenbrechen, da der Konzern selbst keine Chips herstellt und seine leistungsstärksten KI-Halbleiter ausschließlich von TSMC bezieht.
Anlegerinnen und Anleger, die neu bei Nvidia einsteigen möchten, sollten abwarten, bis sich die aktuelle Börseneuphorie gelegt hat. Wer bereits investiert ist, kann überlegen, einen Teil seiner Aktien zu verkaufen, um Buchgewinne zu realisieren.
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Nvidia Corp.: ISIN US67066G1040 / WKN 918422
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09.03.26
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