Supercomputer mit Nvidia-Technik. Der Aktienkurs des Konzerns ist in den letzten fünf Jahren um mehr als 1.300 Prozent gestiegen. / Foto: Nvidia

  Nachhaltige Aktien

Nvidia: Schon wieder neue Rekorde – was macht die Aktie?

Der US-Chipkonzern Nvidia hat mal wieder die Erwartungen der Analysten übertroffen, und mal wieder sinkt trotzdem der Aktienkurs. Die Nervosität in der KI-Branche bleibt hoch.

Nvidia setzte im letzten Geschäftsquartal (Mai bis Juli) 46,7 Milliarden US-Dollar um. Das sind 56 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und 6 Prozent mehr als in den Monaten Februar bis April. Der Nettogewinn stieg um 59 Prozent zum Vorjahr und um 41 Prozent zum Vorquartal auf knapp 26,4 Milliarden Dollar. 

Weiter keine Verkäufe in China

Nvidia profitiert weiterhin stark von der hohen Nachfrage nach High-End-Chips für KI-Anwendungen. Hier ist der Konzern klarer Weltmarktführer und erreicht immer neue Quartalsrekorde, obwohl man im wichtigen chinesischen Markt derzeit nicht vertreten ist. Erst untersagte die US-Regierung den Export von Nvidia-Chips nach China (ECOreporter berichtete hier), jetzt blockiert das Regime in Peking die Einfuhr der Halbleiter – beide Länder begründen die Beschränkungen mit Sicherheitsbedenken. Eigentlich hatte Nvidia in diesem Jahr in China bis zu 50 Milliarden Dollar umsetzen wollen.

Das Unternehmen geht davon aus, auch im laufenden Quartal keine Umsätze in China zu erzielen. Das Management rechnet dennoch mit einem Konzernumsatz von ungefähr 53 bis 54 Milliarden Dollar, was einem Plus von etwa 14,5 Prozent zum letzten Quartal entsprechen würde.

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Obwohl Analysten im Schnitt mit einer leicht schwächeren Prognose gerechnet hatten, ist die Nvidia-Aktie heute mit einem Minus von 2,6 Prozent und einem Kurs von 152,00 Euro in den Tradegate-Handel gestartet (Stand 28.8.2025, 8:13 Uhr). Die Aktie kostet damit wieder so viel wie am Montag dieser Woche.

An der Börse wiederholt sich das seit mehreren Quartalen immer gleiche, irrationale Spiel: Nvidia übertrifft mit Rekordzahlen die Marktprognosen, und dennoch gibt der Börsenkurs in einer ersten Reaktion nach oder stagniert, weil Investoren auf noch bessere Ergebnisse gehofft hatten. Die Erwartungen an Nvidia als wichtigstem Unternehmen der Halbleiter- und KI-Branche sind mittlerweile so absurd hoch, dass der Konzern sie kaum erfüllen kann, Analysten sich aber offenbar auch nicht trauen, sie auszusprechen, und sich in ihren Prognosen deshalb bewusst etwas zurückhalten.

Nettomargen von mehr als 50 Prozent

Ein Blick auf die tatsächlichen Zahlen zeigt aber auch: Nvidia macht seit Jahren glänzende Geschäfte und erzielt Traummargen von über 50 Prozent. Selbst wenn der große KI-Boom abebben sollte, dürfte der Konzern weiterhin sehr gute Ergebnisse erzielen.

Die Aktie ist allerdings schon lange teuer. Selbst auf dem aktuellen, extrem hohen Gewinnniveau liegt das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für das laufende Geschäftsjahr bei 61. Alleine in den letzten drei Monaten ist der Börsenkurs um 30 Prozent gestiegen, auf fünf Jahre gesehen notiert er mehr als 1.300 Prozent im Plus. Mit einer Marktkapitalisierung von über 4,4 Billionen Dollar ist Nvidia mittlerweile das wertvollste Unternehmen der Welt, die Nummer zwei Apple ist 1 Billion Dollar weniger wert.

Der Aktienkurs könnte weiter steigen, wenn Nvidia die Rückkehr in den chinesischen Markt gelingt. Allerdings sind auch deutliche Kursrücksetzer möglich, falls sich der überhitzte KI-Markt abkühlt oder sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Konzern durch die desaströse Finanz- und Zollpolitik die US-Regierung verschlechtern. ECOreporter rät trotz des enormen Erfolgs der Aktie derzeit nicht zum Einstieg.

Nvidia Corp.:  ISIN US67066G1040 / WKN 918422

(Aktuelle Kursdaten zu der Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

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