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Nvidia verklagt EU-Kartellwächter wegen Prüfung von Übernahme
Der US-Chipentwickler Nvidia verklagt die EU-Kartellbehörden wegen der Überprüfung der Übernahme des KI-Startups Run:ai im vergangenen Jahr. Die Wettbewerbshüter haben damit nach Ansicht des Konzerns ihre Kompetenzen überschritten.
Die Klage erfolgte vor dem Gericht der Europäischen Union in Luxemburg und wird keinen Einfluss auf Nvidias Übernahme von Run:ai haben – diese war im Dezember 2024 schließlich genehmigt worden. Allerdings könnte ein Urteil zugunsten von Nvidia den Einfluss der Regulierungsbehörden einschränken.
Nvidia sieht Kompetenzüberschreitung
Eigentlich müssen Fusionen für eine Überprüfung durch die EU-Behörden eine bestimmte Umsatzschwelle überschreiten und eine "europäische Dimension" besitzen. Allerdings erlaubt der selten genutzte Artikel 22 des EU-Fusionskontrollrechts den Behörden, eine Übernahme auch dann zu prüfen, wenn Fusionen zwar unter einer bestimmten Größe liegen, "aber eine erhebliche Beeinträchtigung des Wettbewerbs im Binnenmarkt möglich ist". Hierfür muss mindestens ein EU-Mitgliedsstaat einen entsprechenden Antrag stellen. In diesem Fall hatte das Italien getan.
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Im September 2022 hatte der Europäische Gerichtshof allerdings geurteilt, dass die Kommission keine Anträge auf Überprüfung akzeptieren darf, wenn die den Antrag stellenden Staaten nach ihrem nationalen Recht nicht befugt sind, solche Deals zu prüfen. Nvidia bezieht sich auf dieses Urteil. Die EU-Exekutive hätte den Antrag nicht annehmen dürfen.
Begründet hatte die EU die Untersuchung mit der Sorge vor sogenannten "Killer-Akquisitionen". Damit ist gemeint, dass Großkonzerne Startups nur mit der Absicht übernehmen, sie stillzulegen. Run:ai reduziert die Rechenleistung, die Grafikprozessoren (GPUs) für KI-Anwendungen aufwenden müssen. Die Technologie könnte potenziell dafür sorgen, dass Unternehmen für KI-Anwendungen weniger Nvidia-Prozessoren kaufen müssen.
Unterdessen verzeichnet Nvidia in China offenbar einen Nachfrageboom bei seinen H20-Chips, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet. Der Grund soll der Erfolg des chinesischen Startups DeepSeek mit seinem KI-Assistenten sein.
DeepSeek hatte seinen Assistenten im Januar vorgestellt. Dieser kann offenbar mit westlichen Modellen wie ChatGPT konkurrieren, kommt dabei aber vermutlich mit leistungsschwächeren Chips aus. Solche sind auch die H20-Chips von Nvidia: Wegen der US-Exportbeschränkungen sind sie eine speziell für China bestimmte, in der Leistung gedrosselte Variante. Die Präsentation von DeepSeek hatte zu einem Börsenbeben bei Technologie-Aktien geführt, das Nvidia-Papier war zweistellig abgestürzt. ECOreporter berichtete hier.
Hohe Risiken für Rücksetzer
Die Verluste hat die Nvidia-Aktie mittlerweile wieder mehr als aufgeholt. Im Tradegate-Handel ist sie aktuell 1,3 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 122,84 Euro (Stand: 25.2.2025, 11:21 Uhr). Im Monatsvergleich gewann die Aktie 5 Prozent, auf Jahressicht ist der Kurs um 68,5 Prozent gestiegen.
Nvidias Aktienkurs ist im Zuge des KI-Booms in den vergangenen fünf Jahren um rund 1.800 Prozent gestiegen. Für den Konzern wird es allerdings immer schwieriger, die teils überzogenen Erwartungen des Finanzmarktes zu erfüllen. Gleichzeitig wächst die Sorge, die Wachstumserwartungen an die Branche könnten möglicherweise überzogen sein. Selbst kleine Meldungen können zu drastischen Einbrüchen führen.
Aufgrund der Überbewertung und der Risiken für Rücksetzer rät ECOreporter bei der Nvidia-Aktie vom Einstieg ab. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie für 2025 liegt bei weiter hohen 31. Investierte Anlegerinnen und Anleger können das hohe Kursniveau aktuell weiterhin eher nutzen, um einen Teil ihrer Aktien zu verkaufen und Buchgewinne zu realisieren.
Nvidia Corp.: ISIN US67066G1040 / WKN 918422
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