Nvidia hat die Bedenken von Kartellwächtern bei einer Übernahme offenbar ausgeräumt. / Foto: Nvidia

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Nvidia kauft Softwareunternehmen Run:ai – Kartell-Bedenken ausgeräumt

Der US-Chipentwickler Nvidia hat die Übernahme des israelischen Softwareunternehmens Run:ai abgeschlossen. Das Startup ist auf die Optimierung des Ressourcenverbrauchs für Anwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) spezialisiert.

Nvidia hatte die Übernahme im April 2024 angekündigt, damals wurde der Wert der Transaktion auf 700 Millionen Dollar geschätzt. Allerdings hatten Kartellbehörden sowohl in den USA als auch in der EU Skepsis bezüglich der Übernahme geäußert.

Technologie soll Open Source werden

So hatten die US-Wettbewerbshüter etwa nachprüfen wollen, ob Kunden, die nur Nvidias Technik verwenden, bessere Konditionen bekämen. Vor allem gab es laut der US-Tageszeitung "Politico" die Befürchtung, dass Nvidias eigentlicher Plan sein könnte, die Run:ai-Technologie sozusagen zu "begraben".

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Die gleichnamige Softwareplattform von Run:ai reduziert die Rechenleistung, die Grafikprozessoren (GPU) für KI-Anwendungen aufwenden müssen. Damit soll KI-Hardware effizienter und kostengünstiger arbeiten können.

Die Plattform ermöglicht es Unternehmen damit aber auch, KI-Modelle mit weniger Grafikprozessoren auszuführen, als diese sonst benötigen würden. Damit müssten Firmen auch weniger Nvidia-Produkte kaufen.

Deshalb hatte es Bedenken gegeben, Nvidia wolle mit der Übernahme eine Bedrohung für seine wichtigste Gewinnquelle vom Markt nehmen. In Anbetracht von Nvidias Mitteilung über den Abschluss des Kaufs scheinen die offenen Fragen der Kartellwächter aber mittlerweile beantwortet worden zu sein.

Nvidia plant nun, die Run:ai-Plattform als Open-Source zu veröffentlichen, wie das Unternehmen mitteilte. Das soll die Bedenken zerstreuen, dass der Chiphersteller den Zugang zu der Software einschränken könnte. Während Run:ai derzeit nur Nvidia-Grafikprozessoren unterstützt, soll die Plattform laut Erklärung durch das Open-Sourcing dem gesamten KI-Ökosystem zugänglich gemacht werden. Run:ai bietet zudem auch Werkzeuge für KI-Entwickler an, die damit allgemein zugänglich würden.

Silvester ist in Deutschland ein sogenannter "Börsenfeiertag", die deutschen Handelsplätze bleiben heute geschlossen. Die Nvidia-Aktie schloss im Tradegate-Handel am gestrigen Montag 1,5 Prozent im Minus bei 129,46 Euro. Im Monatsvergleich ist die Aktie 0,8 Prozent im Minus, auf Jahressicht hat sich der Wert mit einem Plus von 188 Prozent fast verdreifacht.

KI-Boom treibt den Kurs

Nvidias Aktienkurs ist im Zuge des KI-Booms in den vergangenen fünf Jahren um rund 2.300 Prozent gestiegen. Für den Konzern wird es allerdings immer schwieriger, die teils extrem überzogenen Erwartungen des Finanzmarktes zu erfüllen. Nach dem letzten Quartal sank der Nvidia-Kurs trotz Milliardengewinn und Rekordzahlen, weil das Unternehmen die Prognosen nicht deutlich genug übertreffen konnte.

Und selbst die enormen Gewinnsteigerungen können nicht mit dem Börsenkurs mithalten: Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie für 2024 liegt bei sehr hohen 123. Gleichzeitig gibt es beträchtliche Risiken für Kursrücksetzer - die Konkurrenz bei leistungsstarken KI-Chips wächst, und der Handelskrieg zwischen den USA und China könnte sich mittelfristig stärker auf das Geschäft auswirken. China bleibt für Nvidia trotz Handelsbeschränkungen ein wichtiger Absatzmarkt. Und die Volksrepublik kann auch noch aus anderen Gründen für Nvidia gefährlich werden – der Konzern ist stark vom taiwanesischen Auftragsfertiger TSMC abhängig.

Aufgrund der Überbewertung und der Risiken für Rücksetzer rät ECOreporter bei der Nvidia-Aktie vom Einstieg ab. Investierte Anlegerinnen und Anleger können das hohe Kursniveau aktuell weiterhin eher nutzen, um einen Teil ihrer Aktien zu verkaufen und Buchgewinne zu realisieren.

Nvidia Corp.: ISIN US67066G1040 / WKN 918422

(Aktuelle Kursdaten zu der Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

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