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Nvidia-Aktie verliert 17 % an einem Tag
Die Börsenkurse von Nvidia und anderen Halbleiterkonzernen sind am gestrigen Montag eingebrochen. Auslöser war ein nahezu unbekanntes Start-up-Unternehmen aus China.
Der Chip-Riese Nvidia verlor gestern 17 Prozent, der Wettbewerber Marvell sogar 19 Prozent, AMD 6 Prozent. TSMC, der weltgrößte Auftragsfertiger für Hochleistungs-Halbleiter, büßte 13 Prozent ein, der Weltmarktführer bei Produktionsanlagen für extrem leistungsstarke Chips, ASML, gab 6 Prozent ab. Der Kursrutsch von Nvidia war der massivste, den es jemals innerhalb eines Tages an einer US-Börse gegeben hat: Der Konzern verlor fast 600 Milliarden Dollar an Wert.
Auslöser des Börsenbebens war eine Meldung, wonach der KI-Assistent des chinesischen Start-ups DeepSeek mit westlichen Modellen wie ChatGPT konkurrieren kann, dabei aber vermutlich mit leistungsschwächeren Chips auskommt, sprich in der Entwicklung und im Training geringere Kosten verursacht. Vor allem Firmen wie Nvidia, TSMC und ASML profitierten in den letzten Jahren enorm davon, dass ihre Produkte bevorzugt für KI-Anwendungen eingesetzt werden.
Vielleicht braucht KI deutlich weniger Technik
Die Leistungsfähigkeit des DeepSeek-Assistenten könne bedeuten, „dass weniger Chips nachgefragt werden, weniger Bedarf an einem massiven Ausbau der Energieerzeugung besteht, um die Modelle zu betreiben, und weniger Bedarf an großen Rechenzentren“, sagte Brian Jacobsen, Chefökonom der Investment-Firma Annex Wealth Management. Dadurch bestehe die Gefahr, dass der KI-Boom der letzten zwei Jahre ins Wanken gerate.
Am heutigen Dienstag erholen sich viele Tech-Aktien wieder ein wenig, Nvidia ist mit einem Plus von mehr als 5 Prozent in den gettex-Handel gestartet. Die Unsicherheit in der Branche dürfte allerdings hoch bleiben, weitere Kurseinbrüche sind nicht unwahrscheinlich.
ECOreporter mahnt schon länger zur Vorsicht beim Einstieg in sehr hoch bewertete Aktien wie Nvidia. Der KI-Hype hat viele Tech-Kurse stark steigen lassen, obwohl die Wachstumserwartungen an die Branche möglicherweise überzogen sind. Meldungen wie jetzt aus China schüren die Angst, dass eine Börsenblase platzen könnte, und lösen starke Verkaufssignale aus.
ECOreporter rät: Achten Sie bei Aktienkäufen immer darauf, dass die Papiere nicht überteuert sind – auch wenn sie aus vermeintlichen Wunderbranchen wie KI kommen.
Einschätzungen der Redaktion zu 20 nachhaltigen Halbleiter-Aktien finden Sie hier.