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Orsted-Aktie auf Sechs-Jahres-Tief – kann sich ein Kauf jetzt lohnen?
Neuer Rückschlag für Ørsted in den USA: Eine New Yorker Aufsichtsbehörde hat dem dänischen Konzern untersagt, wegen gestiegener Kosten die Verkaufspreise seiner aktuell im Bau befindlichen Offshore-Windparks anzuheben. Die Ørsted-Aktie verlor am Freitag weitere 9 Prozent.
Ørsted hatte im August Wertminderungen von mehreren Milliarden Euro für Windparkprojekte in den USA angekündigt (ECOreporter berichtete hier). Auslöser waren Verzögerungen bei Zulieferern, die laut Ørsted für erhebliche Zusatzkosten sorgen, unter anderem weil Steuergutschriften wegfallen.
Der Konzern hatte deshalb darum gebeten, höhere Kosten für seine aktuellen US-Projekte abrechnen zu dürfen. Die New York Public Service Commission (PSC) lehnte dies allerdings am Donnerstag letzter Woche mit der Begründung ab, das Unternehmen müsse sich an bestehende Verträge halten.
Storniert Ørsted 880-MW-Windparkprojekt?
Branchenbeobachter halten es nun für denkbar, dass Ørsted seinen im Bau befindlichen 880-Megawatt-Windpark Sunrise Wind aufgeben und dafür Stornogebühren von etwa 215 Millionen US-Dollar zahlen wird. Alternativ müsse das Projekt noch weiter abgeschrieben und mit Verlust zu Ende gebaut werden.
David Hardy, Ørsted-Chef für Nord- und Südamerika, teilte mit, sein Unternehmen sei „enttäuscht“ von der Entscheidung der Aufsichtsbehörde: „Wir überprüfen die Anordnung der PSC, aber die Lebensfähigkeit von Sunrise Wind und damit die Möglichkeit, das Projekt zu errichten, ist ohne diese Anpassung extrem in Frage gestellt.“
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Die zuvor sehr teure Ørsted-Aktie verliert seit Anfang 2021 stetig an Wert. Aktuell steht sie im Tradegate-Handel bei 42,00 Euro (16.10.2023, 10:09 Uhr). Damit kostet sie so wenig wie zuletzt Anfang August 2017. Auf drei Jahre gesehen hat sie 69 Prozent eingebüßt, auf fünf Jahre 21 Prozent.
Ørsted leidet bereits seit geraumer Zeit wie die gesamte Windkraftbranche unter Beschaffungsproblemen, steigenden Kosten und höheren Kreditzinsen. Wackelige Lieferketten belasten auch in Europa die Geschäfte. Dem Industrieverband WindEurope zufolge fehlt es derzeit vor allem an Produktionskapazitäten für die Windradfundamente (mehr dazu können sie hier lesen).
Im ersten Halbjahr 2023 hat Ørsted wie erwartet weniger Geld verdient und einen geringeren Umsatz erzielt. ECOreporter schätzt die langfristigen Perspektiven des Konzerns dennoch grundsätzlich weiterhin als gut ein. Ørsted ist Weltmarktführer bei Offshore-Windparks und baut zudem seine Aktivitäten bei Solarenergie, Stromspeichern, CO2-Lagerung (Carbon Capture & Storage, CCS) und grünem Methanol weiter aus. Der Materialmangel in der Windkraftbranche dürfte das Unternehmen allerdings noch längere Zeit vor Herausforderungen stellen und erhöht für Anlegerinnen und Anleger das Investitionsrisiko.
Vor diesem Hintergrund ist die Aktie mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 18 für 2023 auch nach den hohen Verlusten kein Schnäppchen, aber vertretbar bewertet. Wer jetzt einsteigt, sollte einen langen Investitionshorizont mitbringen und unruhige Kursverläufe aushalten können. Die erwartete Dividendenrendite für 2023 liegt bei guten 4,4 Prozent.
Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Die besten Windaktien – wo sich jetzt der Einstieg lohnt.
Ørsted A/S: ISIN DK0060094928 / WKN A0NBLH