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Orsted entwickelt ersten Solarpark in Großbritannien
Der dänische Erneuerbare-Energien-Konzern Ørsted steigt in den britischen Solarmarkt ein und plant einen der größten Solarparks des Landes. Bieten sich bei der Ørsted-Aktie nach hohen Kursverlusten jetzt Einstiegschancen?
Die One Earth Solar Farm, die Ørsted mit Partnern im englischen Nottinghamshire entwickelt, soll ein Leistungsvermögen von 740 Megawatt haben – so viel wie ein kleines Atomkraftwerk. Das Projekt befindet sich noch in einem frühen Stadium, der Netzanschluss ist für spätestens 2030 vorgesehen. Die One Earth Solar Farm ist Teil des Entwicklungsportfolios, mit dem Ørsted bis 2030 auf eine Grünstrom-Erzeugungskapazität von 17,5 Gigawatt an Land kommen will.
Es fehlt an seetauglichen Fundamenten
In seinem Kerngeschäft, dem Bau von Windparks auf hoher See (Offshore), hat Ørsted derzeit große Probleme. Weil Zulieferer Termine offenbar nicht einhalten können, kündigte der Konzern vor wenigen Tagen Wertminderungen von bis zu umgerechnet 2,1 Milliarden Euro bei drei großen geplanten Offshore-Windkraftprojekten in den USA an (ECOreporter berichtete hier). Ørsted wird eigenen Angaben zufolge möglicherweise Steuervergünstigungen für die Windparks nicht erhalten, zudem steigen die Finanzierungskosten. Konzernchef Mads Nipper denkt sogar darüber nach, die Projekte komplett zu kippen, falls sein Unternehmen nicht ausreichend Unterstützung von der US-Regierung erhalten sollte.
Wackelige Lieferketten belasten auch in Europa die Offshore-Windkraftbranche. Dem Industrieverband WindEurope zufolge fehlt es derzeit vor allem an Produktionskapazitäten für die Windradfundamente (mehr dazu können sie hier lesen).
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Die zuvor teure Ørsted-Aktie verliert seit Anfang 2021 stetig an Wert. Alleine im letzten Monat hat sie 31 Prozent eingebüßt. Auf drei Jahre gesehen notiert sie 55 Prozent im Minus, auf fünf Jahre beträgt der Wertverlust 4 Prozent. Aktuell kostet die Aktie im Tradegate-Handel nahezu unverändert zum Vortag 52,02 Euro (Stand 14.9.2023, 9:24 Uhr).
Im ersten Halbjahr 2023 hat Ørsted wie erwartet weniger Geld verdient und einen geringeren Umsatz erzielt. ECOreporter schätzt die langfristigen Perspektiven des Konzerns dennoch grundsätzlich weiterhin als gut ein. Ørsted ist Weltmarktführer bei Offshore-Windparks und baut zudem seine Aktivitäten bei Solarenergie, Stromspeichern, CO2-Lagerung (Carbon Capture & Storage, CCS) und grünem Methanol weiter aus. Der Materialmangel in der Windkraftbranche dürfte das Unternehmen allerdings noch längere Zeit vor Herausforderungen stellen und erhöht für Anlegerinnen und Anleger das Investitionsrisiko.
Vor diesem Hintergrund ist die Aktie mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 21 für 2023 auch nach den hohen Verlusten kein Schnäppchen, aber vertretbar bewertet. Wer jetzt einsteigt, sollte einen langen Investitionshorizont mitbringen und unruhige Kursverläufe aushalten können. Die erwartete Dividendenrendite für 2023 liegt bei guten 3,8 Prozent.
Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Die besten Windaktien – wo sich jetzt der Einstieg lohnt.
Ørsted A/S: ISIN DK0060094928 / WKN A0NBLH