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Darum ist die Windaktie Orsted abgestürzt
Der dänische Erneuerbare-Energien-Konzern Ørsted hat in den letzten vier Wochen mehr als ein Drittel seines Börsenwertes verloren. Der Aktienkurs ist so niedrig wie zuletzt im Juni 2018. Was sind die Gründe? Und bieten sich jetzt nach den Rücksetzern Kaufgelegenheiten?
Der wichtigste Auslöser für den Kursrutsch war eine Unternehmensmeldung von Ende August: Ørsted geht davon aus, Wertminderungen von bis zu umgerechnet 2,1 Milliarden Euro bei drei großen geplanten Offshore-Windkraftprojekten in den USA durchführen zu müssen (ECOreporter berichtete hier). Weil Zulieferer ihre Termine nicht einhalten könnten, rechnet Ørsted mit Verzögerungen bei den Windparks Ocean Wind 1, Sunrise Wind und Revolution Wind.
Die Folge: Ørsted wird möglicherweise Steuervergünstigungen für die Windparks nicht erhalten, zudem steigen die Finanzierungskosten. Konzernchef Mads Nipper erwägt sogar, die Projekte komplett zu streichen, falls sein Unternehmen nicht ausreichend Unterstützung von der US-Regierung erhalten sollte.
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Auch andere Entwickler von Erneuerbare-Energien-Parks haben mit Projektverzögerungen und höheren Kosten zu kämpfen. Bei Ørsted kam die Ankündigung der Wertminderungen für viele Marktbeobachter aber überraschend. Daher die hohen Kursverluste. Noch deutet sich auch keine Erholung an, die Aktie ist heute mit einem Minus von weiteren 2 Prozent in den Tradegate-Handel gestartet. Aktuell kostet sie 50,14 Euro (Stand 7.9.2023, 10:55 Uhr) und damit so wenig wie seit mehr als fünf Jahren nicht mehr.
Ørsted erwartet durch die Wertminderungen keine Auswirkungen auf den prognostizierten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im laufenden Geschäftsjahr. Dieser soll bei 20 bis 23 Milliarden Dänischen Kronen (2,7 bis 3,1 Milliarden Euro) liegen. Im EBITDA sind allerdings auch keine Wertminderungen berücksichtigt.
Die Aktie ist weiterhin nicht günstig
Im ersten Halbjahr 2023 hat Ørsted wie erwartet weniger Geld verdient und einen geringeren Umsatz erzielt. ECOreporter schätzt die langfristigen Perspektiven des Konzerns dennoch grundsätzlich weiterhin als gut ein. Ørsted ist Weltmarktführer bei Offshore-Windparks und baut zudem seine Aktivitäten bei Solarenergie, Stromspeichern, CO2-Lagerung (Carbon Capture & Storage, CCS) und grünem Methanol weiter aus. Der Materialmangel in der Windkraftbranche dürfte das Unternehmen allerdings noch längere Zeit vor Herausforderungen stellen und erhöht für Anlegerinnen und Anleger das Investitionsrisiko.
Vor diesem Hintergrund ist die Aktie mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 21 für 2023 auch nach den hohen Verlusten kein Schnäppchen, aber vertretbar bewertet. Wer jetzt einsteigt, sollte einen langen Investitionshorizont mitbringen und unruhige Kursverläufe aushalten können. Die erwartete Dividendenrendite für 2023 liegt bei guten 3,6 Prozent.
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Ørsted A/S: ISIN DK0060094928 / WKN A0NBLH