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Orsted rät zu weniger Windkraftausbau in Deutschland
Der dänische Konzern Ørsted ist Weltmarktführer bei Windparks auf dem Meer (Offshore-Windkraft) und will rund um den Globus neue Anlagen errichten. In deutschen Gewässern gehen dem Unternehmen die staatlichen Ausbaupläne aber zu weit.
In einer Analyse, die dem „Handelsblatt“ vorliegt, empfiehlt Ørsted, in der deutschen Nord- und Ostsee statt der geplanten 70 Gigawatt (GW) Leistung nur 55 GW zu installieren. Dadurch könnten „konservativ gerechnet bis zu 31,1 Milliarden Euro“ eingespart werden. Unter anderen sei es ratsam, keine Flächen für Windkraftprojekte auszuschreiben, die sehr weit vor der Küste liegen.
Windparks könnten sich gegenseitig den Wind wegnehmen
Zudem kritisieren Ørsted und andere große Windparkprojektierer, dass die in deutschen Gewässern ausgewiesenen Windkraftflächen zu dicht beieinander lägen. Künftige Windparks würden sich dadurch gegenseitig Wind und damit Stromerträge wegnehmen, wodurch die Parks an Wert verlören.
Ørsted rät Deutschland laut „Handelsblatt“ stattdessen dazu, ertragreiche Windkraftflächen in dänischen Hoheitsgewässern an das deutsche Stromnetz anzuschließen und sich damit günstige Strompreise zu sichern. Aktuell sind in der deutschen Nord- und Ostsee etwa 9,2 GW Windkraftkapazität installiert, bis 2030 sollen es bereits 30 GW sein. Ørsted hat vor der deutschen Küste bislang fünf Windparks gebaut. Ein sechster, Borkum Riffgrund 3, soll Anfang 2026 ans Netz gehen.
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Ørsted leidet schon seit Jahren unter stark gestiegenen Kosten für neue Windprojekte. Hinzu kommen Probleme im wichtigen US-Markt, wo unter dem Klimawandelleugner Donald Trump möglicherweise keine Offshore-Windparks mehr genehmigt werden. Dennoch schaffte es der Konzern, 2024 in die schwarzen Zahlen zurückzukehren (ECOreporter berichtete hier).
Die Ørsted-Aktie kostete gestern im Tradegate-Handel 43,29 Euro (Stand 24.3.2025, 15:14 Uhr). Der Kurs ist seit Anfang 2021 überwiegend gesunken. Auf Jahressicht hat er 11 Prozent verloren, auf fünf Jahre betrachtet notiert er 44 Prozent im Minus. Zuletzt deutete sich eine leichte Erholung an, in den letzten vier Wochen hat die Aktie knapp 11 Prozent an Wert gewonnen.
Trotz der aktuellen Schwierigkeiten, vor allem in den USA, sieht ECOreporter Ørsted solide aufgestellt. Das Unternehmen macht wieder Gewinn, verfügt weltweit über eine gute Marktposition und dürfte langfristig vom weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien profitieren. Ørsted erweitert seinen Anlagenbestand nicht nur im Offshore-Windbereich, sondern auch bei Wind- und Solarparks an Land stetig. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie ist mit 13 für 2025 moderat. Risikoaffine Anlegerinnen und Anleger können den Einstieg nach wie vor wagen, sollten allerdings mindestens für die nächsten vier Trump-Jahre starke Nerven und viel Geduld mitbringen.
Lesen Sie auch den zweiteiligen ECOreporter-Überblick zu Windaktien.
Ørsted A/S: ISIN DK0060094928 / WKN A0NBLH
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