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Orsted schließt vollständige Übernahme von US-Windpark Sunrise ab
Der dänische Energiekonzern Ørsted hat den im Bau befindlichen US-Windpark Sunrise Wind vollständig übernommen. Bislang hielt der US-Energieversorger Eversource Energy die Hälfte an dem Projekt. Der Kaufpreis fällt dabei geringer aus, als ursprünglich erwartet.
Der Kaufpreis des Eversource-Anteils an Sunrise Wind beträgt 152 Millionen US-Dollar, wie Ørsted mitteilte. Ursprünglich war ein Preis von 230 Millionen Dollar erwartet worden, allerdings fielen die Investitionsausgaben geringer aus als noch im Januar prognostiziert.
Stromverträge neu verhandelt
Die endgültige Investitionsentscheidung für das Projekt hatte Ørsted im März dieses Jahres getroffen. Zwischenzeitlich war fraglich gewesen, ob das Projekt tatsächlich zustande kommen würde: Ørsted und andere Entwickler hatten die Konditionen neu verhandelt, um die Rentabilität sicherzustellen. Zu den ursprünglichen Bedingungen hätte der Park wie auch andere Projekte laut Ørsted nicht entstehen können, da die Kosten stark gestiegen waren und die Einnahmen aus der Stromproduktion nicht ausgereicht hätten, um Sunrise Wind rentabel zu betreiben.
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Mit der New Yorker Energieagentur NYSERDA hat Ørsted nun kürzlich einen Vertrag über einen Preis von 146 Dollar pro Megawattstunde (MWh) Sunrise-Strom für 25 Jahre unterzeichnet. Sunrise Wind vor der Küste von New York wird vermutlich 2026 fertiggestellt werden und eine Kapazität von 924 Megawatt (MW) besitzen.
"Sunrise Wind wurde deutlich risikoärmer und hat wichtige Meilensteine erreicht, seit wir uns mit Eversource auf den Kauf ihres Anteils geeinigt haben", erklärte David Hardy, der für die Region Americas zuständige Ørsted-Manager. "Die Transaktion ist eine wertsteigernde Gelegenheit für Ørsted, während wir das Projekt weiterentwickeln."
Die Ørsted-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 0,4 Prozent im Plus zum Vortag und notiert bei 52,50 Euro (Stand: 10.7.2024, 10:12 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 0,8 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 35,7 Prozent an Wert eingebüßt.
Ørsted hatte in den USA im vergangenen Jahr mehrere Projekte wegen zu hoher Kosten abgesagt und dafür Milliardenabschreibungen und Strafzahlungen in Kauf genommen. 2023 war das Unternehmen deshalb tief in die roten Zahlen gerutscht.
Im laufenden Geschäftsjahr 2024 dürfte der Konzern aber wieder Gewinne machen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll ohne Berücksichtigung von neuen Partnerschaften und Strafzahlungen zwischen 23 und 26 Milliarden Dänischen Kronen liegen. 2023 erzielte Ørsted ein EBITDA von 24 Milliarden Kronen (3,2 Milliarden Euro).
Um rentabler zu werden, hat Ørsted den Abbau von Arbeitsplätzen angekündigt und will für die Geschäftsjahre 2023 bis 2025 keine Dividende zahlen. Zudem verkauft der Konzern sein Frankreich-Geschäft an das Pariser Energieunternehmen Engie, um sich auf aussichtsreichere Märkte zu konzentrieren.
Anlagenbestand wächst trotz Schwierigkeiten
Ørsted leidet nicht nur in den USA unter gestiegenen Kosten im Windparkprojektgeschäft. Die erwarteten Einnahmen aus langfristigen Stromverträgen, die bereits vor Fertigstellung der Parks abgeschlossen werden, reichen bei steigenden Entwicklungskosten teilweise nicht mehr aus, um die Projekte rentabel zu machen ECOreporter sieht dennoch solide Perspektiven bei dem Konzern.
Ørsted kann seinen Anlagenbestand weltweit weiter ausbauen, und das operative Geschäft läuft weitestgehend robust. Zudem weitet das Unternehmen seine Aktivitäten in zukunftsträchtigen Bereichen wie Solarenergie, Stromspeicher, CO2-Lagerung (Carbon Capture & Storage, CCS) und grünes Methanol stetig aus.
Nach den hohen Börsenverlusten der letzten Jahre ergeben sich nach Einschätzung der Redaktion bei der Aktie Kaufchancen für risikoaffine Anlegerinnen und Anleger mit langem Atem. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2024 fällt mit 19 vertretbar aus, für 2025 liegt es bei moderaten 13.
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Ørsted A/S: ISIN DK0060094928 / WKN A0NBLH