Ørsted hat mit seinen Offshore-Windparks ein deutlich höheres Ergebnis erzielt, an der Börse aber dennoch enttäuscht. / Foto: Ørsted

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie

Orsted steigert operatives Ergebnis – Wertminderungen belasten

Der dänische Energiekonzern Ørsted hat im ersten Halbjahr 2024 sein operatives Ergebnis steigern können, der Erfolg wird allerdings von Wertminderungen in den USA überschattet. Für die Aktie des Unternehmens geht es deutlich abwärts.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) für das erste Halbjahr belief sich auf 14,1 Milliarden Dänische Kronen (1,9 Milliarden Euro) gegenüber 10,2 Milliarden Kronen im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Davon wurden 11,3 Milliarden Kronen mit den Windparks des Unternehmens auf hoher See (Offshore) erwirtschaftet. Nach Angaben des Konzerns war das bessere Ergebnis vor allem einer höheren Stromerzeugung in mehreren Windparks zu verdanken.

Hohe Wertminderungen in den USA

Gleichzeitig musste Ørsted im zweiten Quartal allerdings Wertminderungen in Höhe von 3,9 Milliarden Kronen (523 Millionen Euro) vornehmen. Davon gingen 2,1 Milliarden Kronen auf eine Bauverzögerung beim US-Windpark Revolution Wind zurück, laut Unternehmen dauert der Bau des Umspannwerks an Land für das Projekt länger als erwartet. Die Inbetriebnahme des Windparks muss daher von 2025 auf 2026 verschoben werden. Auch die weiteren Abschreibungen betreffen Probleme in den USA.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 931 Millionen Kronen (125 Millionen Euro), 65 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch der Umsatz sank in den ersten sechs Monaten im Jahresvergleich um 15 Prozent auf 34 Milliarden Kronen (4,6 Milliarden Euro).

„Ich bin mit unseren Ergebnissen zufrieden. Ørsteds Geschäftstätigkeit läuft gut, und insbesondere die Erträge aus unseren Offshore-Windparks und damit unserem Kerngeschäft sind gestiegen", erklärte Ørsted-Chef Mads Nipper. Der Konzern konzentriere sich "weiterhin stark darauf, die Projektdurchführung risikoärmer zu gestalten".

Für das Gesamtjahr erwartet Ørsted unverändert ein EBITDA von 23 bis 26 Milliarden Kronen, ohne Berücksichtigung von Erträgen aus neuen Partnerschaften und Auswirkungen von Stornierungsgebühren. Im Offshore-Geschäft rechnet Ørsted nun mit höheren Einnahmen, ohne dabei konkrete Zahlen zu nennen.

Das Unternehmen teilte außerdem mit, sein E-Kraftstoffprojekt FlagshipONE aufzugeben. Im Rahmen des Projekts hätte in Schweden Europas größte Anlage für grünes Methanol für die Schifffahrt entstehen sollen, der Spatenstich war 2022 erfolgt. Der Markt für E-Kraftstoffe entwickele sich allerdings langsamer als erwartet, wie Ørsted erklärte. Der Konzern will sich stattdessen stärker auf Projekte im Bereich grüner Wasserstoff konzentrieren.

An der Börse wurde die Nachricht über die Wertminderung schlecht aufgenommen, im Tradegate-Handel ist die Ørsted-Aktie aktuell 7,6 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 52,38 Euro (Stand: 15.8.2024, 11:02 Uhr). Im Monatsvergleich ist die Aktie 2 Prozent im Plus, auf Jahressicht hat sie 27,4 Prozent an Wert eingebüßt.

Trotz der aktuellen Schwierigkeiten mit höheren Kosten und Projektverzögerungen sieht ECOreporter solide Perspektiven bei Ørsted. Der Konzern kann seinen Anlagenbestand weltweit weiter ausbauen, und das Tagesgeschäft läuft robust. Aus nachhaltiger Sicht bedauerlich ist die Einstellung der Aktivitäten im Bereich grünes Methanol. Das könnte Auswirkungen auf die Dekarbonisierung der Schifffahrt haben.

Für risikoaffine Anlegerinnen und Anleger mit langem Atem gibt es bei der Ørsted-Aktie nach den hohen Börsenverlusten der letzten Jahre aus Sicht der Redaktion Kaufchancen. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2024 fällt mit 19 vertretbar aus, für 2025 liegt es bei moderaten 13.

Lesen Sie auch: Die besten Windaktien - wo sich jetzt der Einstieg lohnt

Ørsted A/S: ISIN DK0060094928 / WKN A0NBLH

Verwandte Artikel

10.07.24
 >
13.06.24
 >
11.06.24
 >
05.06.24
 >
26.03.26
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x