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Orsted verklagt Trump-Regierung, senkt Prognose
Der Erneuerbare-Energien-Konzern Ørsted wehrt sich gegen den möglicherweise illegalen Baustopp eines großen US-Windparks. Zudem senkt das dänische Unternehmen seine Jahresprognose – allerdings aus anderen Gründen.
Das US-Innenministerium hatte vor zwei Wochen die Bauarbeiten am beinahe fertiggestellten Ørsted-Windpark Revolution Wind gestoppt – wegen angeblicher „Sorgen um die nationale Sicherheit“. Der 704-Megawatt-Windpark vor der Küste des US-Bundesstaates Rhode Island ist laut Ørsted schon zu 80 Prozent fertiggestellt und sollte eigentlich im kommenden Jahr in Betrieb gehen. Dem Konzern zufolge stehen bereits 45 der 65 geplanten Windräder, und für alle Anlagen sind die Fundamente im Nordatlantik gelegt. Die Stromkabel und die Umspannstationen an Land sollen ebenfalls größtenteils installiert sein.
Gestern hat Ørsted Klage gegen den verfügten Baustopp eingereicht. In einer Pressemitteilung des Unternehmens heißt es: „Revolution Wind wird sich weiterhin um eine Zusammenarbeit mit der Regierung und anderen Interessengruppen bemühen, um eine rasche Lösung zu finden, ist jedoch der Ansicht, dass die zuständige Behörde keine rechtliche Befugnis für die Anordnung zur Einstellung der Arbeiten hatte und dass die angegebene Begründung für die Anordnung gegen geltendes Recht verstößt. Das Projekt wird durch die Fortsetzung des Baustopps erheblich geschädigt, weshalb ein Rechtsstreit ein notwendiger Schritt ist.“
Schwacher Wind belastet das Geschäft
Heute Morgen teilte Ørsted zudem mit, dass man für das Geschäftsjahr 2025 mit einem etwas schlechteren Ergebnis rechne. Wegen schwachen Windaufkommens und entsprechend geringer Stromerträge im Juli und August sowie Verzögerungen bei der Errichtung des taiwanesischen Offshore-Windparks Greater Changhua 2b geht das Management jetzt nur noch von einem um Sondereffekte bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 24 bis 27 Milliarden Dänischen Kronen (3,2 bis 3,6 Milliarden Euro) aus. Bislang lag die Prognosespanne bei 25 bis 28 Milliarden Kronen. An seinem Plan, in diesem Jahr 50 bis 54 Milliarden Kronen in neue Projekte zu investieren, hält Ørsted auch weiterhin fest.
Die Ørsted-Aktie ist heute mit einem Minus von 2,8 Prozent zum Vortag und einem Kurs von 26,19 Euro in den Tradegate-Handel gestartet (Stand 5.9.2025, 9:04 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 35 Prozent an Wert eingebüßt, im Jahresvergleich ist sie 51 Prozent im Minus.
Der Aktienkurs von Ørsted, der zuvor eine leichte Erholung verzeichnet hatte, war Mitte August nach Ankündigung einer milliardenschweren Kapitalerhöhung zweistellig eingebrochen (ECOreporter berichtete hier). Seit 2020 geht es für die Aktie fast durchgehend abwärts, auf fünf Jahre gesehen hat sie 76 Prozent an Wert verloren.
Wie ECOreporter die Ørsted-Aktie aktuell einschätzt, lesen Sie hier.
Für einen Überblick zur Windenergiebranche lesen Sie unseren zweiteiligen Überblick zu Windaktien.
Ørsted A/S: ISIN DK0060094928 / WKN A0NBLH
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