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PNE will höheren Gewinn erzielen – eine Chance für die Aktie?
Der Cuxhavener Grünstromkonzern PNE hat eine Gewinnprognose für 2025 abgegeben, obwohl noch keine Jahreszahlen für 2024 veröffentlicht sind. Grund für den Schritt sind offenbar Analystenerwartungen, die dem Unternehmen zu niedrig erscheinen.
PNE teilte gestern mit, man gehe für dieses Jahr von einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 70 bis 110 Millionen Euro aus. Diese Spanne liege „über den zuletzt kommunizierten Markterwartungen der Analysten für das Geschäftsjahr 2025“. Um welche Analysteneinschätzungen es konkret geht, sagte das Unternehmen nicht. In den ersten drei Quartalen 2024 erwirtschaftete PNE ein EBITDA von 6,2 Millionen Euro.
Die Gewinnsteigerung soll „durch einen moderat erhöhten Umfang von Projektverkäufen erreicht werden“. 2024 hat PNE nach eigenen Angaben Windenergie- und Photovoltaik-Projekte mit einer Gesamtleistung von 751,3 Megawatt veräußert. Am Geschäftsmodell, Erneuerbare-Energien-Projekte zu übernehmen und die grünen Kraftwerke selbst zu betreiben, will der Konzern weiterhin festhalten.
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Im vergangenen Jahr hatte sich PNE darüber beklagt, an der Börse unfair bewertet zu sein. Im August erklärte das Management in einer Pressemitteilung, die Kursverluste der Aktie seien "nicht nachvollziehbar und spekulationsgetrieben".
Solche Mitteilungen von Aktiengesellschaften mit direktem Bezug zu Börsenkursen und Einschätzungen von Analysten sind ungewöhnlich. Hintergrund könnte sein, dass die Aktien von PNE mittlerweile zu knapp 60 Prozent von den großen US-Finanzhäusern Morgan Stanley, JP Morgan Chase und Goldman Sachs kontrolliert werden, die ein großes Interesse an hohen Renditen und einem steigenden Unternehmenswert haben. Morgan Stanley hatte 2019 vergeblich versucht, PNE vollständig aufzukaufen (ECOreporter berichtete hier).
Auf fünf Jahre ist die Aktie immer noch 145 Prozent im Plus
Die PNE-Aktie hat seit ihrem Allzeithoch Ende 2022 knapp 50 Prozent an Wert verloren. Im Jahresvergleich notiert sie 7 Prozent im Minus, auf fünf Jahre gesehen ist sie 145 Prozent im Plus. Seit Mitte Dezember befindet sich die Aktie in einem Aufwärtstrend, auf drei Monate betrachtet hat sie 12 Prozent zugelegt. Heute ist sie mit einem Minus von 0,8 Prozent und einem Kurs von 12,36 Euro in den Xetra-Handel gestartet (Stand 19.2.2025, 9:18 Uhr).
PNE dürfte im letzten Jahr wie schon 2023 rote Zahlen geschrieben haben. In den ersten drei Quartalen verdoppelte sich der Verlust im Vergleich zum Vorjahr auf 49,1 Millionen Euro. Das lag zwar auch an Sondereffekten, die Geschäfte des Unternehmens laufen insgesamt aber nicht gut. PNE leidet neben niedrigen Stromverkaufspreisen vor allem unter einem geringen Windaufkommen und der verzögerten Inbetriebnahme eigener Windparks aufgrund von Lieferengpässen.
ECOreporter bleibt bei der PNE-Aktie skeptisch, seine Margenprobleme hat der Konzern bislang nicht in den Griff bekommen. Zudem wetten bei PNE professionelle Leerverkäufer auf sinkende Kurse. Das setzt die Aktie zusätzlich unter Druck. Die Redaktion sieht das Papier daher weiterhin nur als Option für risikobereite Investoren. Defensive Anlegerinnen und Anleger sollten den weiteren Geschäftsverlauf des Unternehmens abwarten.
PNE AG Aktie: ISIN DE000A0JBPG2 / WKN A0JBPG
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