Orsted hat sich entschieden, den britischen Windpark Hornsea 3 zu bauen. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie

Orsted: Investitionsentscheidung für weltgrößtem Windpark Hornsea 3

Der dänische Energiekonzern Ørsted hat eine endgültige Investitionsentscheidung zugunsten des Windparkprojekts Hornsea 3 vor der britischen Küste getroffen. Der Bau war zuletzt wegen steigender Kosten infrage gestellt worden. Wie entwickelt sich die Ørsted-Aktie?

Das 2,9-Gigawatt-Projekt wird voraussichtlich 9,5 bis 10 Milliarden Euro kosten. Bei seiner geplanten Fertigstellung Ende 2027 dürfte Hornsea 3 der größte Windpark der Welt sein.

Großbritannien zahlt mehr für Strom

Der Windpark wird theoretisch mehr als 3,3 Millionen britische Haushalte mit Strom versorgen können. Das Projekt gilt als entscheidend für Großbritanniens Bestreben, die Energiesicherheit zu erhöhen und die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien zu steigern, um seine Klimaziele zu erreichen.

Hornsea 3 war zuletzt aufgrund steigender Vorlaufkosten in Frage gestellt worden. Ørsted kämpft wie die gesamte Windkraftbranche mit Verzögerungen in der Lieferkette und höheren Kosten. Im November hatte der Konzern die Entwicklung von zwei Offshore-Windkraftprojekten in den USA gestoppt.

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Ørsted erklärte, dass die Rendite von Hornsea 3 "am unteren Ende" des angestrebten Korridors liege. Das internationale Analysehaus Bernstein Research schätzt den internen Zinsfuß laut der Nachrichtenagentur Reuters auf 7 bis 7,5 Prozent. Diese Kennzahl bestimmt die erwartbare mittlere Jahresrendite eines geplanten Projekts und trifft so eine Vorhersage zu dessen Rentabilität. Der größte Teil der Aufträge für das Projekt sei vor dem jüngsten Inflationsdruck und zu wettbewerbsfähigen Preise erfolgt, so Ørsted.

Großbritannien ist zudem bereit, zugunsten der Klimaziele höhere Strompreise zu bezahlen. Im vergangenen Jahr wurde Ørsted ein Preis von 37,35 Pfund (43,66 Euro) pro Megawattstunde (MWh) für die Stromerzeugung in Hornsea 3 angeboten. Als Reaktion auf eine Auktion im September, bei der keine Gebote für Offshore-Windkraftanlagen eingegangen waren, kündigte die britische Regierung an, bei der nächsten Auktion für Offshore-Windkraft 73 Pfund (84,43) pro MWh anzubieten. Ørsted darf dabei bis zu 700.000 MW von Hornsea 3 einreichen und könnte den Abnahmepreis so nahezu verdoppeln.

Die Ørsted-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 1,2 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 49,75 Euro (Stand: 21.12.2023, 9:40 Uhr). Nach der Absage der US-Projekte und einer dadurch bedingten Milliardenabschreibung hatte die Aktie deutlich an Wert verloren, auf Sicht von drei Jahren ist sie 67 Prozent im Minus. Zuletzt erholte sich der Kurs wieder etwas, auf Monatssicht notiert er 20 Prozent im Plus.

Aktie bietet Einstiegschancen

Das operative Geschäft von Ørsted läuft weiterhin solide, auch wenn das Unternehmen in diesem Jahr wohl keinen Gewinn machen wird. ECOreporter sieht Ørsted aber trotz der aktuellen Schwierigkeiten gut aufgestellt. Der Konzern ist weltweit führend bei Offshore-Windparks und weitet seine Aktivitäten in anderen Bereichen wie Solarenergie, Stromspeichern, CO2-Lagerung (Carbon Capture & Storage, CCS) und grünem Methanol stetig weiter aus.

Nach den hohen Kursverlusten bieten sich bei der Aktie Kaufchancen. Wer jetzt einsteigt, sollte allerdings einen langen Investitionshorizont mitbringen und unruhige Kursverläufe aushalten können. ECOreporter hatte Anfang November darauf hingewiesen, dass sich ein Investment lohnen kann – seitdem ist der Kurs um 41 Prozent gestiegen.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Die besten Windaktien – wo sich jetzt der Einstieg lohnt.

Ørsted A/S: ISIN DK0060094928 / WKN A0NBLH

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