Extremwetter setzte der Erlebnis Akademie in diesem Jahr stärker zu als erwartet. / Foto: Erlebnis Akademie

  Nachhaltige Aktien

Schlechtes Wetter: Erlebnis Akademie senkt Prognose

Die Erlebnis Akademie AG aus Bad Kötzting im Bayerischen Wald hat 2024 bislang Rekordumsätze erzielt, bleibt aber hinter den eigenen Erwartungen zurück. Die Aktie des Betreibers von Baumwipfelpfaden verliert zweistellig.

Die Erlebnis Akademie setzte in den ersten drei Quartalen dieses Jahres 19,8 Millionen Euro um. Im bisherigen Rekordjahr 2023 waren es im gleichen Zeitraum 19,5 Millionen Euro. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) sank von 1,2 auf 0,9 Millionen Euro, auch weil das Unternehmen 2023 wegen des Verkaufs von Anteilen an einer slowakischen Firma einen Sonderertrag erzielt hatte.

„Bei einem erneut sehr durchwachsenen Sommer, der wieder vielerorts Extremwetter – besonders im September – mit sich brachte, konnten wir dennoch im Kern einen noch recht soliden Umsatz erzielen, wenngleich die Spitzen an den einzelnen Standorten großenteils ausgeblieben sind“, erläutert Christoph Blaß, Finanzchef der Erlebnis Akademie. „Teilweise konnten einzelne Standorte wie Krkonoše in Tschechien oder Avondale in Irland solche Spitzen liefern, was eine gute Indikation für unser Potenzial bietet. Insgesamt lagen unsere eigenen Erwartungen aber noch höher, vor allem auch bei der Ertragskraft, weshalb wir unsere Prognose 2024 trotz der besseren Aussichten, die der Oktober zulässt, nach unten anpassen müssen.“

Das Unternehmen rechnet jetzt nur noch mit einem Jahresumsatz von 24,8 bis 25,3 Millionen Euro. Bislang lag die Spanne bei 25,8 bis 29,0 Millionen Euro. Das EBIT wird mittlerweile bei 0,2 bis 0,7 Millionen Euro erwartet. Nach der alten Prognose hatte das Management mit 0,9 bis 3,5 Millionen Euro kalkuliert.

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Die Erlebnis Akademie betreibt 13 Baumwipfelpfade in Europa und Kanada. Das Unternehmen will „nach einer Investitionspause, bedingt durch Pandemie, Ukrainekrieg und die darauffolgenden wirtschaftlichen Unsicherheiten“, ab 2025 wieder größere Projekte starten. In der Prüfung seien derzeit bis zu drei Neubauprojekte, die bis 2027 umgesetzt werden sollen. Zudem ist geplant, bestehende Standorte um zusätzliche Elemente wie Rutschen und Abenteuerwälder zu erweitern.

Die Aktie der Erlebnis Akademie hat gestern nach Bekanntgabe der gesenkten Prognose 11 Prozent an Wert eingebüßt. Aktuell notiert sie an der Frankfurter Börse bei 3,26 Euro (Stand 26.11.2024, 11:15 Uhr). Die Aktie hat seit Mitte 2022 stark an Wert verloren. Im Jahresvergleich notiert sie 44 Prozent im Minus, auf drei Jahre gesehen hat sie 78 Prozent eingebüßt.

Die Erlebnis Akademie hat nach Einschätzung von ECOreporter ein grundsätzlich interessantes, nachhaltiges Geschäftsmodell und wirtschaftet bislang mit Außenmaß. Die Aktie ist mit einem erwarteten Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von etwa 0,3 niedrig bewertet. Allerdings sind die Margen des Unternehmens weiterhin schwach. Und ob dauerhaft robuste Gewinne möglich sind, ist unklar, da der Klimawandel künftig zu noch mehr Extremwetterereignissen an den Standorten des Konzerns führen könnte.

Wer hier einsteigt, sollte viel Risikofreude und einen langen Investitionshorizont mitbringen.

Ein ausführliches ECOreporter-Unternehmensporträt der Erlebnis Akademie können Sie hier lesen.

Erlebnis Akademie AG: ISIN DE0001644565 / WKN 164456

(Aktuelle Kursdaten zu der Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

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