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Siltronic rechnet mit weiter schwacher Nachfrage – wie reagiert die Aktie?
Der Halbleiter-Zulieferer Siltronic hat durchwachsene Zahlen für 2023 vorgelegt. Zuwächse erwartet der Münchner Konzern frühestens wieder im nächsten Jahr.
Siltronic setzte 2023 etwas mehr als 1,5 Milliarden Euro um. Im Vorjahr waren es 1,8 Milliarden Euro. Der Nettogewinn ging von 434 auf 201 Millionen Euro zurück. Die Nettofinanzverschuldung lag Ende 2023 bei 356 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte der Konzern noch ein Nettofinanzvermögen von 374 Millionen Euro ausgewiesen. Die Eigenkapitalquote betrug solide 47 Prozent.
Siltronic litt 2023 unter der schwachen Nachfrage aus der Halbleiterbranche. Der Absatz von Smartphones und Computern stockte, hinzu kamen hohe Lagerbestände aus den Corona-Jahren und erhebliche Anlaufkosten für Siltronics neue Wafer-Fabrik in Singapur.
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Das Management geht davon aus, dass das Werk in Singapur auch 2024 noch die Marge drücken wird und zudem die Nachfrageschwäche vorerst anhält. Der Umsatz wird auf Vorjahresniveau erwartet. Wie bereits Mitte Februar angekündigt, will das Unternehmen seine Jahresdividende von 3,00 auf 1,20 Euro je Aktie senken.
Mittelfristig kalkuliert Siltronic weiterhin mit starkem Wachstum. 2028 soll der Umsatz bei 2,2 Milliarden Euro liegen und die Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA-Marge) „auf einen hohen 30-Prozent-Wert“ steigen. 2023 lag sie bei knapp 29 Prozent, 2022 bei 34 Prozent.
Weil einige der neuen Zahlen bereits länger bekannt waren, reagiert die Siltronic-Aktie kaum auf die heutige Unternehmensmitteilung. Im Tradegate-Handel kostet sie nahezu unverändert zu gestern 81,65 Euro (Stand 12.3.2024, 8:42 Uhr).
Börsenkurs schwankt deutlich
Nach hohen Verlusten 2022 ist die Aktie seit Oktober 2022 wieder auf Erholungskurs, befindet sich seit Anfang diesen Jahres aber erneut in einer Korrekturphase. Im Monatsvergleich hat sie 10 Prozent verloren, auf Jahressicht 20 Prozent gewonnen. Langfristig schwankte der Kurs stark: Auf drei Jahre hat er 41 Prozent abgegeben, auf fünf Jahre notiert er 1 Prozent im Minus.
ECOreporter schätzt die mittelfristigen Aussichten von Siltronic weiterhin als solide ein. Der Konzern ist der größte europäische Lieferant von Wafern für die Halbleiterindustrie. Wafer sind die hauchdünnen Siliziumscheiben, aus denen etwa Smartphone- und PC-Chips herausgesägt werden. Auch in der aktuellen Flautephase erzielt Siltronic ordentliche Gewinne. Zieht die Nachfrage nach Halbleitern und damit auch Wafern wieder an, dürfte sich die Siltronic-Aktie positiv entwickeln.
Vor allem bei Halbleitern für die Bereiche Künstliche Intelligenz (KI), Digitalisierung und Elektromobilität sieht Siltronic erhebliches Wachstumspotenzial. So sei beispielsweise die für die Herstellung eines KI-geeigneten Servers benötigte Waferfläche um bis zu acht Mal größer als die eines herkömmlichen Servers. Bei Elektrofahrzeugen liege die benötigte Waferfläche um 60 bis 100 Prozent höher als bei Verbrennerfahrzeugen.
Die Siltronic-Aktie ist derzeit mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2025 von 33 hoch bewertet, für 2024 gehen Marktbeobachter von wenig bis keinem Gewinn aus. Ein Investment für geduldige Anlegerinnen und Anleger.
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Siltronic AG: ISIN DE000WAF3001 / WKN WAF300