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Solar-Zubau in der EU sinkt erstmals seit 2016 – Ziele für 2030 gefährdet
Der Solarzubau in der EU ist 2025 erstmals seit Jahren wieder weniger stark gewachsen als im Vorjahr. Das ergeben Daten des europäischen Photovoltaik-Verbands Solarpower Europe. Zwar wird das EU-Ziel für das laufende Jahr erreicht – doch die Ziele bis 2030 sind nach Ansicht des Verbands in Gefahr.
EU-weit wurden 2025 laut Solarpower Europe 65,1 Gigawatt (GW) an neuer Solar-Leistung installiert, was einem leichten Rückgang von 0,7 Prozent gegenüber den 65,6 GW im Jahr 2024 entspricht. Es ist der erste Rückgang gegenüber dem Vorjahr seit 2016. In den nächsten zwei Jahren erwartet der Verband weitere Rückgänge. Der Markt werde voraussichtlich erst Ende des Jahrzehnts wieder die Werte von 2025 erreichen.
Markt für Privathaushalte halbiert sich
In seinem jährlichen Bericht geht Solarpower Europe davon aus, dass das EU-Ausbauziel von 400 GW für 2025 trotz des Rückgangs mit einer Gesamtleistung von 406 GW erreicht wurde. Das EU-Ziel von 750 GW bis 2030 rücke jedoch "in weite Ferne". Am wahrscheinlichsten sei derzeit, dass die Gesamtleistung der Solaranlagen in der EU bis zum Ende des Jahrzehnts nur 718 GW erreichen werde.
Der Rückgang ist besonders auf den schwachen Ausbau bei Solaranlagen für Privathaushalte zurückzuführen. Das Segment war 2025 nur für 14 Prozent der neu installierten Kapazität in der EU verantwortlich – 2023 waren es noch 28 Prozent.
In einem unsicheren Umfeld nach der Energiekrise seien Förderprogramme für Dachanlagen gekürzt worden, während der Druck auf die Energiepreise für Haushalte nachgelassen habe, so der Verband. Das habe zu einer drastischen Verlangsamung des privaten Solaranlagenmarktes geführt.
Gleichzeitig machten Solarparks zwar mehr als 50 Prozent der installierten Solarleistung aus. Allerdings sähen sich Betreiber mit zunehmenden Herausforderungen hinsichtlich der Rentabilität konfrontiert, da immer mehr Stunden mit negativen Preisen die Einnahmen aus dem Stromverkauf schmälerten.
Verband fordert bessere Rahmenbedingungen
"Die Zahl mag klein erscheinen, aber die Symbolik ist groß. Wir haben unser Solarziel für 2025 erreicht, aber jetzt rückt unser Ziel für 2030 zum ersten Mal in weite Ferne", sagte Solarpower Europe-CEO Walburga Hemetsberger. "Diese Unterbrechung des Wachstums des Solarmarktes kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt, an dem eine Beschleunigung unerlässlich ist."
Rund 13 Prozent der europäischen Elektrizität stammten 2025 aus Solarenergie. Im Juni lieferte Solarstrom die meiste Energie in der EU. "Es ist entscheidend, dass die politischen Entscheidungsträger jetzt robuste Rahmenbedingungen für Elektrifizierung, Systemflexibilität und Energiespeicherung schaffen, um sicherzustellen, dass Solarenergie die Energiewende in Europa für den Rest dieses Jahrzehnts anführt", so Hemetsberger.
Mehr zur Solarbranche und zu aussichtsreichen Investments lesen Sie im zweiteiligen ECOreporter-Dossier zu Solaraktien.
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