Die Meyer Burger-Aktie schwankt stark. Ist sie derzeit attraktiv? / Foto: Meyer Burger

  Nachhaltige Aktien

Solaraktie: Meyer Burger will alte Solaranlagen recyceln

Die Wiederverwertung ausgemusterter Solarmodule ist eines der größten Nachhaltigkeitsprobleme der Solarbranche. Der Schweizer Modulhersteller Meyer Burger möchte nun zusammen mit dem Start-up LuxChemtech wertvolle Rohstoffe aus Produktionsresten und alten Anlagen zurückgewinnen.

Meyer Burger hat dazu einen Kooperationsvertrag mit dem jungen Recycling-Spezialisten LuxChemtech geschlossen. Das Unternehmen hat seinen Sitz im sächsischen Freiberg, wo Meyer Burger ein Werk betreibt.

LuxChemtech soll künftig einen Großteil der Produktionsabfälle von Meyer Burger recyceln und Rohstoffe wie Silizium, Silber, Aluminium und Glas dem Wertstoffkreislauf wieder zuführen. Dazu eröffnet LuxChemtech am heutigen Mittwoch in Freiberg eine neue Anlage, mit der auch Solarmodule und Solarzellen vollständig zerlegt werden können. Für 2024 plant das Unternehmen die Inbetriebnahme einer Demonstrationsanlage zur Verarbeitung von Solarmodulen in Tangermünde in Sachsen-Anhalt.

60 Prozent Kursverlust in drei Monaten

„Meyer Burger hat sich zu nachhaltigem Unternehmertum verpflichtet und hat hohe Ziele hin zu einer geschlossenen Kreislaufwirtschaft“, sagt Katja Tavernaro, Nachhaltigkeitschefin bei Meyer Burger. „Für uns ist es selbstverständlich, dass wir uns nicht nur bei unseren Solarprodukten selbst auf Innovation und Effizienz fokussieren, sondern die gesamte Wertschöpfungskette in den Blick nehmen und die stoffliche Verwertung von Anfang an mitdenken. Mit LuxChemtech haben wir in Sachsen und Sachsen-Anhalt eine verlässliche Verbindung für die Zukunft geschaffen.“

Die schwankungsanfällige Aktie von Meyer Burger hat seit Juli stark an Wert verloren. Im Monatsvergleich ist der Kurs um knapp 36 Prozent eingebrochen, auf drei Monate gesehen hat er 60 Prozent eingebüßt. Auf drei Jahre liegt die Aktie 13 Prozent im Plus, auf fünf Jahre 15 Prozent im Minus. Aktuell kostet das Papier am deutschen Handelsplatz Lang & Schwarz 0,24 Euro (Stand 25.10.2023, 10:30 Uhr).

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ECOreporter ist weiterhin skeptisch, was die wirtschaftlichen Aussichten von Meyer Burger angeht, und rät vom Einstieg in die Aktie ab. Das Unternehmen hat Probleme im Preiskampf mit der asiatischen Konkurrenz, der Verlust im ersten Halbjahr fiel höher aus als erwartet, der Umsatz blieb hinter den Erwartungen zurück. Da das Management in Europa aktuell keine attraktiven Marktbedingungen sieht, will Meyer Burger sich beim Ausbau der Produktion auf die USA konzentrieren.

Aktie nur eingeschränkt handelbar

Als sogenannter Pennystock (eine Aktie, die im Cent-Bereich gehandelt wird) ist die Meyer Burger-Aktie zudem anfällig für Spekulationsgeschäfte. Starke Kursausschläge sind keine Seltenheit.

Investoren aus EU-Ländern müssen außerdem beachten: Wie bei allen Schweizer Wertpapieren ist auch der Kauf und Verkauf von Meyer Burger-Aktien seit Sommer 2019 nur noch über außerbörsliche Handelsplätze möglich und damit umständlicher und unter Umständen auch teurer als der Handel an einer Börse. Grund ist ein Streit zwischen der EU und der Schweiz – mehr dazu erfahren Sie hier.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Interview mit Meyer Burger-Chef Gunter Erfurt. Einen Überblick über den Solarsektor erhalten Sie mit dem Dossier Das sind die besten Solaraktien – wo sich jetzt der Einstieg lohnt.

Meyer Burger Technology AG: ISIN CH0108503795 / WKN A0YJZX

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