SSAB stellt Recyclingstahl her, indem Schrott in elektrischen Lichtbogenöfen geschmolzen wird. / Foto: SSAB

  Nachhaltige Aktien

Stahlkonzern SSAB: Kleine grüne Stahl-Pünktchen

Die größten grünen Hoffnungen auf nachhaltigen Stahl weckt derzeit ein schwedischer Konzern: SSAB A/B. ECOreporter hat sich die Aktie angeschaut. Ein Papier für nachhaltige Anleger und Anlegerinnen, die auf eine Transformation zum Öko-Unternehmen setzen?

Kriege brauchen Stahl. Immer noch. Und Stahl ist sowieso einer der meistverwendeten Werkstoffe der Welt, er findet sich beispielsweise in Gebäuden, Autos und Maschinen. Stahl braucht Rohstoffe und Energie, und die Stahlbranche ist nach aktuellen Studien für immerhin 7 bis 9 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Das macht, obwohl es paradox klingt, Stahlaktien interessant. Denn es gibt nicht viele Branchen, die mehr Potenzial haben, um ihre Ökoeffizienz zu verbessern. Allenfalls die Zementindustrie, aber danach kommen schon die Stahlproduzenten als Klimaschädlinge. 

Recyclingstahl ist nicht automatisch "grün"

Wer Stahl produziert und dabei weniger Energie benötigt, hat weniger Kosten. Und schont das Klima. Der schwedische Stahlkonzern SSAB macht vor, wie das gehen kann. Er setzt auf Recyclingstahl. Also auf Schrott, der in sogenannten Lichtbogenöfen zu Stahl wird. Zudem betreibt SSAB Pilotprojekte zum Stahlkochen mit Wasserstoff.

Herkömmliche Stahlerzeugung ist doppelt klimaschädlich. Sie läuft so ab: In einem Hochofen wird aus Eisenerz durch die Zugabe von Koks-Kohle und Kalkstein der Sauerstoff entfernt. Es bleiben Eisen, Sauerstoff und jede Menge Kohlendioxid übrig. Also CO2, das Klimagas. Nummer eins der Klimaschädlichkeit ist also eine chemische Reaktion. Nummer zwei ist der Energieeinsatz: Die Stahlproduktion braucht Temperaturen von über 1.500 Grad. Diese Hitze wird meist durch das Verbrennen von fossilen Rohstoffen erzeugt. Das Ergebnis des Prozesses ist dann flüssiges Roheisen, das weiterverarbeitet werden kann.

Für Recyclingstahl hingegen wird Schrott in einem elektrischen Lichtbogenofen eingeschmolzen. Lichtbogenöfen benötigen viel Strom, sind aber deutlich energieeffizienter als übliche Hochöfen.

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