Chip-Produktion von STMicroelectronics in Italien. Die Aktie setzt ihre Aufwärtsbewegung fort. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien

STMicroelectronics: Darum gewinnt die Aktie 15 %

Der italienisch-französische Chip-Konzern STMicroelectronics hat am gestrigen Mittwoch deutlich an Börsenwert zugelegt. Ist die Aktie derzeit interessant?

Auslöser für den Kurssprung waren Aussagen von Jean-Marc Chery auf einer Investoren-Konferenz. Der STMicroelectronics-Chef sagte, seit Beginn des aktuellen Quartals überstiegen die Neuaufträge deutlich die laufenden Umsätze. Das spräche für einen Aufschwung und steigende Gewinne. STMicroelectronics und andere Halbleiterfirmen hatten in den letzten Jahren unter einer schwächelnden Nachfrage vor allem aus der Automobilbranche gelitten.

Auch der Umsatz legt zu

Chery geht davon aus, dass sein Unternehmen im aktuellen Quartal mindestens den Mittelwert seiner prognostizierten Umsatzspanne erreichen wird. Das wären 2,71 Milliarden Euro und damit etwa 200 Millionen Euro mehr als im letzten Quartal. Der STMicroelectronics-CEO sieht aber auch weiter Unsicherheiten wegen Donald Trumps unkalkulierbarer Zollpolitik.

Obwohl Cherys Erwartungen bei genauerem Hinsehen eher zurückhaltend formuliert sind, reagierte der Finanzmarkt gestern mit einem klaren Kaufsignal. Die Aktie gewann an der Frankfurter Börse bis zum Handelsschluss 15 Prozent. Aktuell ist sie knapp 1 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 24,76 Euro (Stand 5.6.2025, 8:15 Uhr). 

Lesen Sie auch unseren zweiteiligen Überblick über nachhaltige Chip-Aktien.

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Wegen der allgemeinen Flaute in weiten Teilen der Chip-Branche hatte die Aktie 2024 stark an Wert verloren, im Jahresvergleich notiert sie 36 Prozent im Minus. Seit April deutet sich ein Aufwärtstrend an, auf Monatssicht ist der Kurs 25 Prozent im Plus. 

STMicroelectronics hat ein grundsätzlich solides Geschäftsmodell. Die Halbleiter des in den Niederlanden börsennotierten Unternehmens finden sich in Elektroautos, Waschmaschinen, Handys, elektrischen Zahnbürsten und vielen anderen Geräten. Das Produktsortiment ist groß, der Schwerpunkt liegt auf dem Automobilsektor und dem sogenannten Internet der Dinge, also der Datenvernetzung von Gegenständen. STMicroelectronics fertigt überwiegend selbst, seine Werke befinden sich unter anderem in Italien, Frankreich und mehreren asiatischen Ländern.

Welche Aussichten hat die Aktie?

In diesem Jahr will STMicroelectronics mit einem konzernweiten Programm Kosten senken. So sollen etwa die Produktionskapazitäten für Silizium-Wafer mit einem Durchmesser von 300 Millimetern ausgebaut werden. 300-Millimeter-Wafer sind deutlich effizienter als die gängigen 200-Millimeter-Wafer, da wegen des höheren Durchmessers mehr Chips auf eine Siliziumscheibe passen. Laut Konzernchef Chery lassen sich so ab 2027 jährlich hohe dreistellige Millionen-Dollar-Beträge einsparen.

ECOreporter sieht bei STMicroelectronics realistische Chancen auf dauerhaft steigende Umsätze und damit auch höhere Gewinne. Der Konzern ist breit aufgestellt und verfügt in vielen Bereichen über eine gute Marktposition. Zudem ist das Unternehmen solide finanziert und schreibt auch in schwierigen Phasen schwarze Zahlen (ECOreporter berichtete zuletzt hier)

Ein Risiko sind neben der US-Handelspolitik allerdings die unsicheren Perspektiven auf dem wichtigen chinesischen Chip-Markt, der zunehmend versucht, unabhängiger von westlichen Halbleitern zu werden. Vor diesem Hintergrund ist das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie mit 37 für 2025 sehr hoch. Für 2026 wird es bei deutlich moderateren 16 erwartet. ECOreporter schätzt die Aktie weiterhin nur als Investment für geduldige und risikoaffine Anlegerinnen und Anleger ein, die mit unruhigen Kursverläufen leben können.

STMicroelectronics N.V.:  ISIN NL0000226223 / WKN 893438

(Aktuelle Kursdaten zu der Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

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