Der Chipkonzern Infineon wird angesichts des Handelskriegs pessimistischer. / Foto: Infineon

  Nachhaltige Aktien

Infineon senkt Ziele, Zölle sorgen für Unsicherheit

Der deutsche Chipkonzern Infineon hat im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres 2024/25 (Januar bis März) eine bessere Nachfrage verzeichnet, doch die US-Zölle und der Dollar-Kurs belasten den Ausblick. Der Konzern aus Neubiberg bei München erwartet nun einen rückläufigen Umsatz.

Im Zeitraum Januar bis März erzielte Infineon einen Umsatz von knapp 3,6 Milliarden Euro. Damit stagnierten die Erlöse zum Vorjahr, im Vergleich zum ersten Quartal 2024/25 stiegen sie um 5 Prozent.

Handelskrieg sorgt für Prognosesenkung

Das Segmentergebnis, also das Ergebnis der Geschäftssegmente ohne Berücksichtigung bestimmter Kosten, erhöhte sich im zweiten Quartal zum Vorquartal um 5 Prozent auf 601 Millionen Euro. Die Segmentergebnis-Marge betrug wie im vorherigen Quartal 16,7 Prozent. Im Segmentergebnis des ersten Quartals war laut Unternehmen "eine Kompensationszahlung eines Kunden in Höhe eines mittleren zweistelligen Millionenbetrages" enthalten.

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Der Gewinn im zweiten Quartal belief sich auf 232 Millionen Euro. Das waren 41 Prozent weniger als im Vorjahr und ein Rückgang von 6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.

Im letzten Quartal lief das Geschäft des Chip-Herstellers damit wie erwartet. Wegen der unsicheren Konjunkturaussichten durch den von US-Präsident Donald Trump angezettelten Zollkrieg und den Verfall des Dollars senkte Infineon jedoch seine Gesamtjahresziele.

"Infineon hat sich im zweiten Quartal gut geschlagen. Wir wären voll auf Kurs und lägen für das Geschäftsjahr im Rahmen der bisherigen Erwartungen, selbst bei einem ungünstigeren Dollarkurs von 1,125. Da unser Auftragseingang nach wie vor keinerlei Abschwächung zeigt, können wir die Auswirkungen der Zollauseinandersetzungen nur pauschal abschätzen", erklärte Infineon-Chef Jochen Hanebeck.

Man habe deshalb "einen Abschlag in Höhe von 10 Prozent des erwarteten Umsatzes im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025 vorgenommen". Damit erwartet der Konzern für 2024/25 nun einen im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufigen Umsatz.

Die Segmentergebnismarge werde voraussichtlich im mittleren statt im mittleren bis hohen Zehner-Prozentbereich liegen, so der Konzern. Diesen Prognosen liege ein Euro-Wechselkurs von 1,125 statt 1,05 Dollar zugrunde. Nach dem ersten Quartal hatte Infineon seine Prognose noch leicht angehoben.

Die Infineon-Aktie ist im Xetra-Handel aktuell 1,5 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 31,45 Euro (Stand: 9.5.2025, 9:27 Uhr). Im Monatsvergleich ist die Aktie 21,3 Prozent im Plus, auf Jahressicht hat sie 14,7 Prozent an Wert eingebüßt.

Das Unternehmen litt zuletzt vor allem unter der Flaute im Automobilsektor, aktuell scheint die Auftragslage sich langsam zu erholen. Ein Risiko bleibt die Abhängigkeit Infineons vom chinesischen Markt. Der Konzern erzielt ungefähr ein Drittel seines Umsatzes in China, und die chinesische Regierung drängt einheimische Unternehmen dazu, künftig möglichst viele Halbleiter selbst zu fertigen – auch im für Infineon wichtigen Automobilbereich.

ECOreporter sieht weiter Potenzial für die Aktie. Infineon erreicht trotz seiner aktuellen Probleme weiter solide Margen. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18 für das Geschäftsjahr 2024/25 ist die Aktie vertretbar bewertet. Risikofreudigere Investoren mit langem Anlagehorizont können nach wie vor mit einer kleinen Position einsteigen.

Infineon Technologies AG:  ISIN DE0006231004 / WKN 623100

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