Das Foto zeigt einen Förderbagger im Braunkohletagebau Garzweiler. / Foto: Pixabay

  Finanzdienstleister, Wachhund

Studie: Deutsche Bank und Commerzbank finanzieren mehr Kohlekonzerne

2024 haben Banken weltweit wieder mehr Geld an die Kohleindustrie vergeben. Das geht aus einer neuen Analyse der Umweltorganisation urgewald hervor.

Laut der Studie „Still Banking on Coal“ ist die jährliche globale Kohlefinanzierung im letzten Jahr von 123 auf 130 Milliarden US-Dollar gestiegen. In Deutschland erhöhte sie sich von 1,7 auf 1,8 Milliarden Dollar.

urgewald hat die Finanzgeschäfte von 650 Banken mit Kohlekonzernen seit dem internationalen Klimagipfel 2021 in Glasgow untersucht. Von dem dort beschlossenen Kohleausstieg bis 2040 ist bei einigen Geldhäusern bislang wenig zu merken – auch in Deutschland. Während die Studie bei Instituten wie den Landesbanken Baden-Württemberg (LBBW) und Hessen-Thüringen (Helaba) deutlich weniger Kohlegeschäfte festgestellt hat, sieht sie insbesondere bei den beiden größten deutschen Privatbanken einen deutlichen Anstieg der Kohlekredite und der Unterstützung bei der Platzierung neuer Anleihen.

Kohlefinanzierungen vervielfacht

Die Deutsche Bank verdreifachte ihr jährliches Finanzierungsvolumen seit 2022 fast auf knapp 1 Milliarde Euro, bei der Commerzbank verdoppelte es sich auf 417 Millionen Euro. Der Studie zufolge ist die Deutsche Bank mittlerweile hinter dem britischen Finanzkonzern Barclays der zweitgrößte Kohlefinanzier Europas.

„Das Problem bei der Deutschen Bank ist: Ihre Richtlinien bei Projektfinanzierungen sind streng, aber bei allgemeinen Krediten für Unternehmen sieht es anders aus“, sagt urgewald-Analyst Philipp Noack. Bis Ende dieses Jahres könnten sogar noch Kohleunternehmen Geld erhalten, die keinen Ausstieg aus dem Kohlegeschäft planen. Zudem seien die fossilen Ausschlusskriterien der Deutschen Bank schwächer als bei anderen Geldhäusern: Finanzierte Unternehmen dürften bis zu 50 Prozent ihres Umsatzes mit Kohlebergbau oder der Stromerzeugung aus Kohle erzielen.

Die Deutsche Bank und die Commerzbank kommentierten die Studienergebnisse auf Anfrage des „Handelsblatts“ nicht direkt. Während die Deutsche Bank mitteilte, die von ihr finanzierten CO2-Emissionen im Kohlebergbausektor seien zwischen 2021 und 2024 um 42 Prozent gesunken, sagte eine Sprecherin der Commerzbank, das Institut wolle seine Kunden „in ihrer Transformation begleiten, anstatt komplette Branchen kategorisch auszuschließen“. Zudem berücksichtige man den Bedarf einer gesicherten Energieversorgung.

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