Extreme Hitze in Deutschland kostet Leben und verursacht Milliardenschäden. / Symbolbild: Pixabay

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Studie: Ein Hitzetag kostet Deutschland mehr als 400 Millionen Euro

Extreme Hitze verursacht in Deutschland einer Untersuchung zufolge bereits erhebliche wirtschaftliche Schäden. Ein einziger Tag mit Temperaturen von mindestens 30 Grad kostet die deutsche Wirtschaft nach Berechnungen des Schweizer Forschungs- und Beratungsunternehmens Prognos mehr als 430 Millionen Euro. Mit dem Klimawandel dürften solche Belastungen zunehmen.

Die Kosten entstehen der Untersuchung zufolge vor allem dadurch, dass Menschen bei großer Hitze weniger produktiv arbeiten. Hinzu kommen Krankheiten und Unfälle. Für einen einzelnen Hitzetag errechnet Prognos rund 76.500 zusätzliche Fehltage.

Dürre und Hitze verursachen Milliardenschäden

Nur ein kleiner Teil der wirtschaftlichen Belastungen am Arbeitsplatz geht allerdings auf Krankmeldungen zurück. Prognos zufolge entstehen 97 Prozent der hitzebedingten Arbeitskosten dadurch, dass Beschäftigte zwar weiterarbeiten, ihre Leistungsfähigkeit wegen der hohen Temperaturen aber sinkt. 

Zusätzlich belasten die extremen Temperaturen auch Maschinen und Infrastruktur.  Allein für die Hitzewelle im Juni 2026 beziffert Prognos die wirtschaftlichen Schäden in einer vorläufigen Berechnung auf etwa 6,3 Milliarden Euro.

Wie hoch die Belastungen ausfallen können, zeigen auch frühere Berechnungen von Prognos gemeinsam mit weiteren Forschungsinstituten und im Auftrag des Bundeswirtschafts- und des Bundesumweltministeriums. Für die besonders heißen und trockenen Jahre 2018 und 2019 wurden Schäden von mindestens 35 Milliarden Euro ermittelt. Ein großer Teil davon entfiel auf die Land- und Forstwirtschaft, aber auch Gewerbe und Industrie waren Prognos zufolge mit etwa 9,2 Milliarden Euro betroffen.

Neben den wirtschaftlichen Folgen geht Prognos auch auf die gesundheitlichen Auswirkungen ein: Die Schweizer verweisen auf Schätzungen des Robert Koch Instituts, laut denen es in diesem Sommer bis Kalenderwoche 26 bereits 5.100 Hitzetote gab. 4.000 davon waren mindestens 75 Jahre alt. Bei der Hitzewelle im Juni waren Krankenhäuser überlastet, Notfallversorgungszentren mussten eingerichtet werden.

Zahl der Hitzetage könnte deutlich steigen

Die Belastungen könnten in den kommenden Jahrzehnten zunehmen. Prognos verweist dabei auf Analysen der Weltbank. Zwischen 1995 und 2024 gab es in Deutschland demnach im Mittel vier Tage pro Jahr mit mindestens 30 Grad. Für die Jahre 2060 bis 2079 werden je nach Entwicklung des Klimawandels jährlich 13 bis 17 Hitzetage erwartet.

Prognos folgert daraus, dass sich Unternehmen und öffentliche Hand stärker auf hohe Temperaturen einstellen müssten. Genannt werden etwa Hitzeschutzpläne, veränderte Arbeits- und Pausenzeiten sowie Investitionen in den Schutz besonders gefährdeter Standorte und Infrastruktur. Vulnerable Gruppen, etwa ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen, müssten besser geschützt werden.

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