Solarenergie macht auch aus wirtschaftlicher Sicht Sinn. / Foto: Pixabay

  Erneuerbare Energie, Meldungen

Studie: Solaranlagen senken den Strompreis deutlich

Wind- und Solarparks verteuern den Strom – dieser Unfug wird immer noch gerne in rechten und klimafeindlichen Social-Media-Blasen verbreitet. Dass grüne Kraftwerke im Gegenteil das Strompreisniveau senken, zeigt einmal mehr eine aktuelle Studie.

15,7 Milliarden Euro – um diesen Betrag hat alleine die Solarenergie im letzten Jahr die Stromkosten in Deutschland gesenkt. Das geht aus einer Studie der Energieberatungsagentur Enervis im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Solarwirtschaft (BSW) hervor.

Ohne Solarkraftwerke wäre demnach der Börsenstrompreis im Schnitt rund 20 Prozent höher ausgefallen, und ein durchschnittlicher Privathaushalt hätte etwa 100 Euro mehr für seinen Strom zahlen müssen. Zudem überstiegen laut der Analyse 2025 erstmals die strompreissenkenden Effekte der Solarenergie ihre Förderkosten.

„Auch wer keine eigene Solaranlage besitzt, profitiert vom Ausbau der Solarenergie“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. „Photovoltaik dämpft inzwischen spürbar die Strompreise für Haushalte und Unternehmen. Die Studie zeigt, dass der wirtschaftliche Nutzen des Solar-Ausbaus weit über die Betreiber von Solaranlagen hinausreicht. Die staatliche Solarförderung zahlt sich damit schon heute aus. Sie entlastet alle Bürgerinnen und Bürger und stärkt unsere Wirtschaft.“

Es braucht noch mehr Solaranlagen und Speicher

Aus Sicht des BSW-Solar ergeben sich aus den Studienergebnissen auch Konsequenzen für die aktuelle Energiepolitik. Der Verband appelliert an Bundesregierung und Bundestag, bei der anstehenden Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und dem geplanten „Netzpaket“ auf Einschnitte zu verzichten, die den weiteren Ausbau der Solarenergie ab 2027 spürbar bremsen könnten. Im ersten Halbjahr 2026 stammten etwa 20 Prozent des in Deutschland erzeugten Stroms aus Solaranlagen. Windräder steuerten 26 Prozent zum Strommix bei, Biomasseanlagen 8 Prozent.

„Wer den Solar-Ausbau bremst, riskiert nicht nur die Klimaziele, sondern auch einen wichtigen preisdämpfenden Faktor am Strommarkt“, so Körnig. „Deutschland braucht weiterhin einen kraftvollen Ausbau der Photovoltaik und zugleich deutlich mehr Speicher und Flexibilität im Stromsystem.“

Ein beschleunigter Ausbau von Batteriespeichern und weiteren Flexibilitätsoptionen könnte die Kosten des Stromsystems zusätzlich senken. Auf ein Entlastungspotenzial in Milliardenhöhe für Verbraucherinnen und Verbraucher sowie den Bundeshaushalt hatte bereits im Frühsommer eine Analyse des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE hingewiesen.

Lesen Sie auch die jeweils zweiteiligen ECOreporter-Übersichten zu Windaktien und zu Solaraktien.

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