Tesla darf seine Fabrik in Grünheide ausbauen. / Foto: imago images, Jürgen Ritter

  Nachhaltige Aktien

Tesla darf auf Fabrikgelände in Grünheide bauen – umstrittene Erweiterung weiter offen

Der US-Elektroautobauer Tesla darf auf dem Gelände seiner Fabrik in Grünheide erste Bauarbeiten vornehmen. Das Brandenburger Landesamt für Umwelt gab dafür grünes Licht – um den umstrittensten Punkt geht es dabei aber noch nicht.

So kann Tesla zwar mit den ersten Baumaßnahmen beginnen. Vorerst finden diese allerdings nur auf dem schon bestehenden Werksgelände statt, ohne dass weiterer Wald gerodet wird. Die geplante Erweiterung des Geländes zum Bau eines Güterbahnhofs ist noch nicht entschieden. Gegen diese hatte es heftige Proteste gegeben.

Proteste gegen Ausbau des Werks

Tesla will seine Zielkapazitäten in Grünheide von 500.000 Autos auf eine Million Fahrzeuge im Jahr verdoppeln. Tatsächlich wurden zuletzt erst rund 300.000 Autos erreicht. Wegen einer Absatzschwäche bei seinen Fahrzeugen hatte der Konzern im Juni Betriebspausen für ausgewählte Tage beschlossen.

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Umweltschützer und Anwohner haben den Produktionsausbau und die Erweiterung kritisiert, weil das Werk teils in einem Wasserschutzgebiet liegt. Beim vorzeitigen Baubeginn geht es laut Umweltministerium zunächst um eine Logistikfläche für Neuwagen, einschließlich Untergrundleitungen, sowie den Bau von Treppenhäusern am Presswerk und Solaranlagen auf Dächern.

Seit Ende Februar haben Umweltaktivisten im Wald nahe dem Werksgelände ein legales Protestcamp errichtet, im Mai wurde dessen Genehmigung verlängert. Der Protest richtet sich gegen die geplante Erweiterung des Fabrikgeländes zum Bau eines Güterbahnhofs und von Logistikflächen.

Die Tesla-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 2,3 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 232,10 Euro (Stand: 5.7.2024, 10:15 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 42,4 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 11,1 Prozent eingebüßt.

Im zweiten Quartal 2024 hat Tesla die Erwartungen am Markt übertroffen, obwohl das Unternehmen im Jahresvergleich weniger Autos ausliefern konnte. Die Tesla-Aktie scheint derzeit wieder auf Erholungskurs, nachdem die Absatzschwäche des Konzerns ihr nach Jahren des Wachstums in den letzten Monaten zugesetzt hatte.

Wie nachhaltig ist die Tesla-Aktie wirklich?

Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie für 2024 ist mit 116 trotz der Einbußen in den letzten Monaten sehr hoch und mit der einsetzenden Erholung der Aktie sogar wieder gestiegen. Für 2025 liegt das KGV bei ebenfalls hohen 81. ECOreporter rät vorsichtigen Anlegerinnen und Anlegern weiterhin vom Kauf der Tesla-Aktie ab.

Hinzu kommt, dass Tesla-Chef Elon Musk einen Kauf der Aktie schon länger zur Gewissensfrage macht. Der Milliardär fällt immer wieder durch demokratie- und menschenfeindliche Äußerungen auf, aktuell läuft gegen ihn eine Klage wegen Insider-Handels. Hinzu kommt ein Rechtsstreit um ein milliardenschweres Vergütungspaket für Musk. Gleichzeitig rollt eine Entlassungswelle durch den Konzern, Berichten zufolge müssen weltweit bis zu 20 Prozent der Belegschaft gehen. In Grünheide sollen rund 400 Menschen betroffen sein. Generell sorgen die Arbeitsbedingungen bei Tesla regelmäßig für Kritik.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Tesla, BYD, Nio, Polestar: 10 Elektroauto-Aktien im Crash-Test

Tesla Inc.: ISIN US88160R1014 / WKN A1CX3T

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