Tesla muss bei mehreren Modellen sein Fahrassistenzsystem "Autopilot" nachbessern. / Foto: Tesla

  Nachhaltige Aktien

Tesla ruft zwei Millionen Autos zurück

Der US-Elektroautohersteller Tesla muss bei vielen Fahrzeugen in den USA ein neues Update für das "Autopilot" genannte Fahrassistenzsystem einspielen. Ohne die Maßnahme bestehe Unfallgefahr.

Veranlasst hatte den Rückruf die US-Verkehrsaufsicht NHTSA, betroffen sind Fahrzeuge der Modelle S, X, 3 und Y. Ohne das Update bestehe die Gefahr, dass das Assistenzsystem Gefahrensituationen nicht rechtzeitig erkenne.

Assistenzsystem zunehmend in der Kritik

Bei Teslas "Autopilot" handelt es sich – anders, als der Name suggerieren möchte – nicht um eine Funktion, die autonomes Fahren ermöglicht, sondern um ein Fahrassistenzsystem auf dem Niveau anderer Hersteller. Die Funktion kann etwa die Geschwindigkeit des Fahrzeugs selbstständig anpassen, solange es auf der gleichen Fahrspur bleibt. Bei einer erweiterten Funktion kann auch die Spur gewechselt werden.

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Wie Tesla in dem Rückrufreport vermerkte, soll das Softwareupdate ab dem 12. Dezember oder kurz danach online aufgespielt werden. Die NHTSA kündigte an, dass die Behörde die Wirksamkeit der Nachbesserung überprüfen werde.

Der Rückruf ist für Tesla bereits der zweite in diesem Jahr. Der Konzern und sein "Autopilot" stehen nach Hunderten von Unfällen zunehmend in der Kritik. Bei einigen der Unfälle starben auch Menschen. Beobachter werfen Tesla vor, Bezeichnungen wie "Autopilot" und "Full Self Driving" würden Kunden suggerieren, dass sie im Straßenverkehr nicht aufpassen müssten.

Die Tesla-Aktie ist heute im Tradegate-Handel von dem Rückruf unbeeindruckt 1 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 221,85 Euro (Stand: 14.12.2023, 11:15 Uhr). Im Monatsvergleich hat sich die Aktie mit einem Minus von 0,1 Prozent fast nicht bewegt, auf Jahressicht ist sie 51 Prozent im Plus.

Die Zweifel an der Nachhaltigkeit von Tesla nehmen trotz des positiven Beitrags seiner Elektroautos zur Klimawende zu – nicht nur wegen der fragwürdigen Firmenpolitik bezüglich der Fähigkeiten des Assistenzsystems. Tesla-Chef Elon Musk macht mit seinen öffentlichen Äußerungen ein Investment in die Aktie immer mehr zur Gewissensfrage. Und auch die Arbeitsbedingungen bei Tesla sorgen regelmäßig für Protest, aktuell wird das Unternehmen etwa in Schweden bestreikt, wobei sich Gewerkschaften auch in anderen Ländern solidarisieren.

Tesla wird an der Börse eher als Technologie-Konzern denn als Autobauer behandelt – eine diskussionswürdige Einstufung. Tech-Firmen sind oft hoch bewertet. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von mehr als 90 für 2023 ist die Tesla-Aktie derzeit deutlich zu teuer für einen Kauf.

Bei welchen E-Auto-Aktien sich eher ein Kauf anbieten kann, erfahren Sie in unserem Dossier Tesla, BYD, Nio, Polestar: 10 Elektroauto-Aktien im Crash-Test.

Tesla Inc.: ISIN US88160R1014 / WKN A1CX3T

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