F4T-Geschäftsführerin Silke Stremlau und der Fachliche Leiter Tommy Piemonte. / Foto: Finance for Transition – F4T gGmbH

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Thinktank F4T will Investitionsstau für nachhaltigere Wirtschaft lösen

Die Stiftung Mercator hat im Dezember die Berliner Denkfabrik Finance for Transition (F4T) – Zentrum für resiliente Wirtschaft und Finanzen gegründet. Diese soll Lösungen erarbeiten, wie sich privates Kapital gezielt für die Modernisierung und Dekarbonisierung der Wirtschaft mobilisieren lässt.

"Insbesondere der Zugang zu Kapital ist trotz vieler etablierter Instrumente ein zentraler Engpass, wenn es um die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit durch nachhaltige Geschäftsmodelle – gerade im Mittelstand – geht", so Lars Grotewold, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stiftung Mercator. F4T soll zur Lösung dieses "zentralen wirtschaftspolitischen Problems" beitragen.

Investitionen in nachhaltigere Wirtschaft möglich machen

Geopolitische Konflikte, Extremwetter und technische Disruptionen setzen die Wirtschaft unter Druck und erfordern eine tiefgreifende Modernisierung der Unternehmen, so F4T in einer Mitteilung. Der Umbau scheitere aber häufig an fehlenden Investitionsanreizen und unzureichender Verzahnung von Politik, Wirtschaft und Finanzmärkten.

F4T will daher gezielt Probleme identifizieren, die die Mobilisierung privaten Kapitals auf Seiten von Unternehmen und Investoren behindern. Die Stiftung Mercator stellt dazu in der ersten Förderphase 7,1 Millionen Euro über fünf Jahre bereit.

Als Beispiel nennt F4T die kommunale Wärmewende. Hier stehen Stadtwerke demnach häufig vor einem Problem: Die örtlichen Sparkassen oder Volksbanken können oftmals nicht Kredite in der erforderlichen Höhe bereitstellen, für große institutionelle Investoren sei das Geschäft dagegen zu kleinteilig. Ein Ansatz könnte laut F4T sein, Projekte mit mehreren Stadtwerken zu bündeln – was aber regulatorische und organisatorische Herausforderungen mit sich bringen würde. Daher brauche es neue Wege der Kooperation.

Die Leitung von F4T wird Silke Stremlau übernehmen. Die erfahrene Managerin war in der vorherigen Legislaturperiode Vorsitzende des Sustainable Finance-Beirates der Bundesregierung. Zudem hat sie die Pensionskasse Hannoversche Kassen geleitet, war Generalbevollmächtigte bei der Bank im Bistum Essen und Gesellschafterin der imug Beratungsgesellschaft. Fachlicher Leiter von F4T wird Tommy Piemonte, zuvor Leiter Nachhaltigkeitsresearch bei der Bank für Kirche und Caritas (BKC).

Als gemeinnützige Gesellschaft organisiert

F4T bezeichnet sich selbst als Think-and-Do-Tank, ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stiftung Mercator GmbH und befindet sich mit seiner Gründung im Dezember 2025 im Aufbau. Organisiert ist F4T als gemeinnützige gGmbH – das heißt als Unternehmen, das sich wirtschaftlich betätigt, dessen Gewinne aber für gemeinnützige Zwecke verwendet werden müssen.

Die Stiftung Mercator mit Sitz in Essen ist eine private, unabhängige und gemeinnützige Stiftung, die nach eigener Aussage "auf der Grundlage wissenschaftlicher Expertise und praktischer Projekterfahrung handelt". Sie setzt sich vor allem für eine solidarische und partizipative Gesellschaft ein und fördert und entwickelt Projekte, die Chancen auf Teilhabe und den Zusammenhalt im Gemeinwesen verbessern. Dazu gehören vor allem eine an den Grundrechten orientierte digitale Transformation von Staat und Gesellschaft sowie eine resiliente, sozial ausgewogene Klimapolitik.

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