Einer Untersuchung zufolge unterschätzen viele deutsche Unternehmen noch immer die finanziellen Gefahren des Klimawandels. / Foto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie

Untersuchung: Dax-Konzerne sichern sich zu wenig gegen Klimarisiken ab

Deutschlands größte Konzerne rechnen mit finanziellen Schäden durch den Klimawandel. Gleichzeitig sichern sie sich kaum dagegen ab. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung des "Handelsblatts".

Eine Auswertung der Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte der 40 Konzerne im deutschen Leitindex Dax zeigt laut der Wirtschaftszeitung, dass die Unternehmen größtenteils zwar steigende Belastungen durch die Klimakrise erwarten. In den Bilanzen tauchen diese Belastungen aber kaum auf.

Firmen sind kaum vorbereitet

So hätten 14 der Dax-Konzerne gegenüber dem gemeinnützigen Carbon Disclosure Project (CDP) freiwillig Angaben zu konkreten finanziellen Klimarisiken – etwa durch Starkwetterereignisse – gemacht. Insgesamt befürchten diese Konzerne Schäden in Höhe von bis zu 3,8 Milliarden Euro, wie das "Handelsblatt" unter Verweis auf der Zeitung vorliegende Dokumente berichtet. Experten halten allerdings bereits diese Schätzung für zu niedrig.

Gleichzeitig würden Unternehmen "bis auf wenige Ausnahmen" keine Rückstellungen oder Rücklagen bilden und auch keine substanziellen Investitionen tätigen, um sich etwa gegen Schäden durch Extremwetter abzusichern. In der Regel halten sich die Konzerne demnach durch ihre Versicherungen für ausreichend vorbereitet.

Allerdings gehören steigende Versicherungsprämien bereits selbst zu den Risiken für Konzerne. Versicherungen passen ihre Modelle der steigenden Gefahr von Naturkatastrophen an.

Außerdem unterschätzen nach Ansicht etwa von Unternehmensberatern manche Firmen Risiken. So wird etwa nur mit direkten Auswirkungen auf eigene Standorte kalkuliert – allerdings nicht mit Problemen in der Lieferkette, mit Schäden an der Infrastruktur insgesamt oder damit, wie Klimakatastrophen weltweit die Konjunktur beeinflussen können.

Eine Ausnahme ist laut "Handelsblatt" etwa der Essener Energiekonzern Eon – und zwar aufgrund eigener Erfahrungen. Nachdem das Unternehmen von der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 betroffen war, investiert man nun Millionen in eine hochwassersichere Stromnetzinfrastruktur.

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