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Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie, Aktien-Favoriten
Trump erlaubt Windparkbau – Kurse von Vestas und Orsted profitieren
Die Trump-Regierung genehmigt dem norwegischen Energiekonzern Equinor überraschend den Weiterbau eines milliardenschweren Offshore-Windparks vor der US-Küste. Equinor zeigt sich erleichtert – besonders stark reagieren allerdings die Aktien der dänischen Windkraftunternehmen Vestas und Ørsted.
Der Bau des Windparks Empire Wind 1 war im April durch die US-Regierung gestoppt worden – trotz bestehender Baugenehmigung. Innenminister Doug Burgum hatte als Grund dafür Umweltbedenken genannt. In das Projekt wurden laut Equinor bislang 5 Milliarden US-Dollar investiert. Insgesamt fürchteten Analysten laut einem Bericht des "Handelsblatts" um Investitionen von rund 28 Milliarden Dollar in die US-Offshore-Windkraft.
Kurse von Vestas und Ørsted profitieren
US-Präsident Donald Trump ist ein erklärter Gegner von Windkraft auf dem Meer. Der Stopp des bereits genehmigten Projekts Empire Wind 1 war trotzdem unerwartet gekommen. Nicht weniger überraschend nun das grüne Licht für den Weiterbau. Equinor hatte nach dem Baustopp rechtliche Schritte gegen die US-Regierung geprüft.
"Ich möchte Präsident Trump dafür danken, dass er eine Lösung gefunden hat, die Tausende von amerikanischen Arbeitsplätzen erhält und weitere Investitionen in die Energieinfrastruktur in den USA ermöglicht", sagte Equinor-Chef Anders Opedal nun in einer Erklärung. Empire Wind 1 ist bislang zu einem Drittel fertiggestellt. Nach seiner Inbetriebnahme im Jahr 2027 soll der Park eine halbe Million US-Haushalte mit Strom versorgen.
Die Aktie des Öl- und Gaskonzerns Equinor gewann gestern 3 Prozent an Wert. Noch deutlicher legten die Aktien des Windanlagenbauers Vestas und des Offshore-Windkraftriesen Ørsted zu.
Im Premium-Bereich lesen Sie, wie ECOreporter die Aktien von Ørsted und Vestas aktuell einschätzt. Weitere Analysen zu Aktien aus dem Erneuerbare-Energien-Sektor finden Sie in den jeweils zweiteiligen ECOreporter-Dossiers zu Windaktien und zu Solaraktien.
Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.
Der Börsenkurs von Vestas, die die Turbinen für Empire Wind 1 liefern, stieg gestern um 6,1 Prozent. Aktuell ist die Aktie im Xetra-Handel 1,8 Prozent im Minus und kostet 14,71 Euro (Stand: 21.5.2025, 9:33 Uhr). Im Monatsvergleich notiert die Aktie 23 Prozent im Plus, auf Jahressicht hat sie 43 Prozent an Wert verloren.
Für die Ørsted-Aktie ging es gestern sogar um 20 Prozent aufwärts. Das Unternehmen hat schon länger Schwierigkeiten im US-Geschäft, mehrere Projekte mussten wegen mangelnder Rentabilität abgesagt werden. Nach dem Baustopp für Empire Wind 1 hatten Marktbeobachter befürchtet, dass der Konzern auf weiteren Investitionen in Windprojekte in den Vereinigten Staaten sitzen bleiben könnte. Aktuell notiert die Ørsted-Aktie im Tradegate-Handel 2 Prozent im Minus zum Vortag bei 36,95 Euro (Stand: 21.5.2025, 9:55 Uhr). Auf Monatssicht legte die Aktie 4,2 Prozent zu, im Jahresvergleich ging es für den Kurs 34 Prozent abwärts.
Vestas hatte in den letzten Jahren wie die meisten Windradbauer Probleme mit schwachen Margen, konnte sich aber schneller erholen als die Konkurrenz. Im ersten Quartal 2025 steigerte das Unternehmen seinen Umsatz und verzeichnete wieder Gewinne. ECOreporter berichtete hier. Die USA sind für Vestas ein wichtiger Markt, die unsicheren Aussichten für die Windkraft haben die Aktie in den letzten Monaten belastet.
Bei beiden Aktien ist Geduld gefordert
Nach den Kursverlusten der letzten Monate liegt das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Vestas-Aktie für 2025 bei vertretbaren 16. Wer kein Problem mit etwas höheren Anlagerisiken hat, kann über einen Kauf nachdenken. Langfristig sieht ECOreporter realistische Chancen, dass es für den Börsenkurs wieder aufwärts geht. Anlegerinnen und Anleger müssen aber vermutlich viel Geduld mitbringen.
Vestas ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Nachhaltige Mittelklasse. Ein Unternehmensporträt finden Sie hier. Mehr zur Entwicklung der Mittelklasse-Favoriten-Aktien erfahren Sie in unserem großen Überblicksartikel.
Das Tagesgeschäft von Ørsted lief in den letzten Monaten solide, im ersten Quartal verzeichnete das Unternehmen mehr Gewinn. Die Ørsted-Aktie hat seit Anfang 2021 erheblich an Wert verloren, auf fünf Jahre gesehen notiert sie 69 Prozent im Minus. Obwohl das Unternehmen unter stark gestiegenen Kosten für neue Windprojekte leidet, konnte es 2024 in die schwarzen Zahlen zurückkehren (ECOreporter berichtete hier). Die Redaktion sieht Ørsted weiterhin solide aufgestellt. Langfristig dürfte das Unternehmen vom weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien profitieren.
Das erwartete KGV der Ørsted-Aktie ist mit 10 für die Geschäftsjahre 2025 und 2026 moderat. Risikoaffine Anlegerinnen und Anleger können den Einstieg nach wie vor wagen, brauchen allerdings wohl mindestens für die nächsten vier Trump-Jahre starke Nerven. Ob die Entscheidung für den Equinor-Windpark wirklich der Vorbote einer nachhaltigen Entspannung im US-Windenergiesektor ist, bleibt vorerst unklar.
Vestas Wind Systems A/S: ISIN DK0061539921 / WKN A3CMNS
Ørsted A/S: ISIN DK0060094928 / WKN A0NBLH
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