Analysten fürchten um geplante Windprojekte in den USA. / Foto: Ørsted

  Nachhaltige Aktien

Zweifel an Windenergie in den USA: Aktien von Orsted und Nordex verlieren

Der dänische Windkraft-Projektentwickler Ørsted und der Hamburger Windanlagenbauer Nordex müssen an der Börse Federn lassen, für die Aktien geht es abwärts. Analysten sehen deutliche Risiken im US-Windgeschäft.

Die britische Großbank Barclays und die Bank of America stuften die Ørsted-Aktie am Dienstag auf "Underperform" herab. Das bedeutet, dass die Experten erwarten, dass sich die Aktie schwächer als der Gesamtmarkt entwickeln wird.

Droht das Aus für große Windparks

Als Grund nennen die Experten das hohe Risiko für Windprojektabsagen in den USA. Ørsted kämpft bereits seit rund zwei Jahren mit Schwierigkeiten auf dem US-Markt. Den Konzern belasten gestiegene Projektkosten. Dies führte zur Streichung von Bauplänen und erst im letzten Jahr erneut zu milliardenschweren Verlusten aufgrund von Verzögerungen. ECOreporter berichtete etwa hier.

Im Premium-Bereich lesen Sie, wie ECOreporter die Aktien von Ørsted und Nordex aktuell einschätzt. Weitere Analysen zu Aktien aus dem Erneuerbare-Energien-Sektor finden Sie in den jeweils zweiteiligen ECOreporter-Dossiers zu Windaktien und zu Solaraktien.

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Unter der Trump-Administration seien nun auch die regulatorischen Unsicherheiten für Offshore-Windprojekte in den USA gestiegen, erklärten Analysten der Bank of America. Die Bank verwies auf den Baustopp für das US-Projekt "Empire Wind" des norwegischen Konzerns Equinor. Es sei zu befürchten, dass beispielsweise auch Ørsted auf Investitionen in sein noch nicht vollendetes Projekt "Sunrise" vor der Küste des Bundesstaates New York sitzen bleibe.

Equinor hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass die Arbeiten an "Empire Wind" vorerst gestoppt worden seien. Die US-Behörde Bureau of Ocean Energy Management habe eine entsprechende Anweisung erteilt.

Die Ørsted-Aktie ist nach den Osterfeiertagen im Tradegate-Handel aktuell 2,2 Prozent im Minus zum letzten Handelstag und kostet 35,51 Euro (Stand: 22.4.2025, 10:52 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie 16,8 Prozent an Wert eingebüßt, in den letzten zwölf Monaten ging es für den Kurs 30,3 Prozent abwärts.

Trotz der aktuellen Schwierigkeiten, vor allem in den USA, sieht ECOreporter Ørsted solide aufgestellt. Das Unternehmen macht wieder Gewinn, verfügt weltweit über eine gute Marktposition und dürfte langfristig vom weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien profitieren. Ørsted erweitert seinen Anlagenbestand nicht nur im Offshore-Windbereich stetig, sondern auch bei Wind- und Solarparks an Land. 

Risikoaffine Anlegerinnen und Anleger können den Einstieg nach wie vor wagen, sollten allerdings mindestens für die nächsten vier Trump-Jahre starke Nerven und viel Geduld mitbringen. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie ist mit 13 für 2025 moderat.

Zur Nordex-Aktie gab es zwar keine neuen Analysten-Bewertungen, das Unternehmen dürfte aber von der allgemeinen Sorge um die Windkraftbranche betroffen sein. Die Nordex-Aktie notiert im Xetra-Handel gegenüber dem letzten Handelstag aktuell 1,6 Prozent im Minus bei einem Kurs von 15,73 Euro (Stand: 22.4.2025, 10:52 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 2,4 Prozent im Plus, im Jahresvergleich gewann sie 25 Prozent an Wert.

Bei der Nordex-Aktie rät ECOreporter weiter zur Vorsicht. Trotz aller Probleme ist Ørsted deutlich solider aufgestellt. Nordex konnte 2024 erstmals seit sechs Jahren wieder einen Gewinn erzielen, trotz der Fortschritte im operativen Geschäft bleiben aber Unsicherheiten. In den letzten Jahren hatte der Konzern immer wieder enttäuscht und konnte optimistische Prognosen nicht erreichen. Die Aktie hat in den letzten fünf Jahren ihren Wert zwar mehr als verdoppelt, allerdings schwankte der Kurs immer wieder stark.

Ørsted A/S:  ISIN DK0060094928 / WKN A0NBLH

Nordex SE:  ISIN DE000A0D6554 / WKN A0D655

(Aktuelle Kursdaten zur Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

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