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Umicore streicht in Hanau 140 Stellen
Der belgische Recycling- und Materialtechnologiekonzern Umicore will an seinem größten deutschen Standort im hessischen Hanau bis 2027 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen. Das entspricht 14 Prozent der Belegschaft. Ein Grund sind Unternehmensangaben zufolge die laschen Vorschriften der EU-Schadstoffnorm Euro 7.
Die Norm gilt voraussichtlich ab Ende 2026 und schreibt Abgashöchstwerte für Fahrzeuge vor. Im Herbst 2023 hatte die EU die ursprünglich vorgesehenen Euro-7-Bestimmungen deutlich abgeschwächt, nachdem mehrere Mitgliedsländer den ersten Entwurf der Norm abgelehnt hatten.
Umicore fertigt in Hanau Katalysatoren für Autos und hatte strengere Abgasbestimmungen erwartet, die höherwertigere Katalysatoren notwendig gemacht hätten. Zudem leidet das Unternehmen eigenen Angaben zufolge unter der aktuellen Absatzschwäche im Automobilbereich.
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Umicore recycelt Edelmetalle und liefert auch Komponenten für Solaranlagen und Elektroautobatterien. Die Katalysatorsparte gilt als nicht zukunftsträchtig, da immer weniger Autos mit Verbrennermotor gebaut werden. Kerngeschäft des Konzerns ist weiterhin der Handel mit recycelten Rohstoffen, was Umicore stark abhängig von den schwankenden Rohstoffpreisen macht.
Die Aktie kostet so wenig wie zuletzt 2011
Die Aktie hat seit August 2021 stetig an Wert verloren, aktuell notiert sie mit 14,86 Euro in der Nähe ihres 13-Jahres-Tiefs von 13,58 Euro (Tradegate-Handel, Stand 20.6.2024, 9:33 Uhr). Im Jahresvergleich ist der Kurs um 45 Prozent gefallen, auf fünf Jahre beträgt das Minus 47 Prozent.
In den letzten vier Wochen hat die Aktie 25 Prozent eingebüßt – Umicore geht wegen der aktuellen Flaute im Elektroautomarkt davon aus, mit seiner Sparte für Batteriematerialien in diesem Jahr einen Nettoverlust einzufahren. Konzernweit kalkuliert das Management für 2024 nur noch mit einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 760 bis 800 Millionen Euro. Zuvor lag die erwartete Spanne bei 900 bis 950 Millionen Euro.
ECOreporter sieht die Umicore-Aktie nur für mutige Anlegerinnen und Anleger mit langem Investitionshorizont als Option. Wer über einen Kauf nachdenkt, muss auf steigende Rohstoffpreise vertrauen und darauf, dass sich das Batteriegeschäft des Konzerns in den nächsten Jahren gut entwickelt und die rückläufigen Ergebnisse der Katalysatorsparte ausgleicht. Was für die Aktie spricht: Nach den hohen Kursverlusten ist sie mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 12 für 2024 akzeptabel bewertet.
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Umicore S.A.: ISIN BE0974320526 / WKN A2H5A3
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13.02.26
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