Die Umweltorganisation urgewald will Stiftungen dabei helfen, klimafreundlicher zu investieren. / Foto: Pixabay

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Umweltorganisation urgewald veröffentlicht Leitfaden für Stiftungen

Die Umweltorganisation urgewald hat ihren Leitfaden "Klimagerechte Geldanlage für Stiftungen" veröffentlicht. Der kostenlos erhältliche Bericht zeigt laut der Organisation aus dem nordrhein-westfälischen Sassenberg, wie Stiftungen ihr Kapital klima- und generationengerecht anlegen können. Die Veröffentlichung wurde laut Organisation finanziell ermöglicht durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen, die Stiftung Zukunft Jetzt! und die urgewald-Stiftung.

Ein Beispiel, warum Stiftungen sich kritisch mit der eigenen Kapitalanlage auseinandersetzen sollten, ist laut urgewald der französische Ölkonzerns Total Energies. Dieser baue "laut urgewald-Recherchen sein klimaschädliches Fördergeschäft weltweit rücksichtslos aus". Dennoch waren laut der Untersuchung in Deutschland erhältliche Fonds zuletzt mit mehr als 10 Milliarden Euro in Aktien und Anleihen von Total Energies investiert. Davon entfielen 3,5 Milliarden Euro davon auf "ESG-Fonds".

Leitfaden gegen "fossile Fallen"

Die Abkürzung ESG steht für Ökologie (E wie Environment), Soziales (S wie Social) und gute Unternehmensführung (G wie Governance). Aber: Was eine gute Leistung in den einzelnen ESG-Bereichen ist, dafür gibt es keine verbindlichen Standards. Und auch ECOreporter hat besonders bei seinen mehr als 130 ETF-Tests immer wieder festgestellt, dass Nachhaltigkeit im Namen eines ETFs nicht viel bedeuten muss. Ölkonzerne und andere Klimasünder finden sich dort immer wieder. Warum das so ist, können Sie hier lesen.

Auch Stiftungsfonds haben laut urgewald auf Total Energies gesetzt. Ein wesentlicher Grund seien "erstaunlich positive Nachhaltigkeitsbewertungen durch Ratingagenturen, die fossile Geschäfte unzureichend einbeziehen". Dabei sein solche Investitionen "schädlich für das Klima und auch für die Reputation gerade von Stiftungen".

Der Leitfaden der Umweltorganisation will daher erklären, wie solche "fossile Fallen" im Stiftungsportfolio vermieden werden können. Ein Instrument ist demnach die Datenbank "Faire Fonds" die urgewald gemeinsam mit der Berliner NGO Facing Finance pflegt. Mit dieser sei es möglich, klima- und menschenrechtsschädliche Investitionen in Publikumsfonds zu erkennen. Weitere, von urgewald angebotene Datenbanken zur Kohle-, Öl- und Gasindustrie unterstützen Stiftungen demnach dabei, ihre Portfolios durch gezieltes Divestment, also den Verkauf von Beteiligungen, "fossilfrei und zukunftsfest zu gestalten".

"Starkregen, Stürme, Überflutungen, Dürren: Überall auf unserem Planeten sind Menschen mit den immer heftigeren Folgen der Klimakrise konfrontiert. Mehr denn je brauchen wir klimagerechte Geldanlage und Stiftungen sind hierbei Teil der Lösung. Sie legen ihre Gelder langfristig an und sind im Rahmen ihrer Stiftungszwecke dem Gemeinwohl verpflichtet. Sie haben das nötige Geld und den nötigen Geist, um die Transformation unserer Gesellschaft mitzugestalten", so Agnes Dieckmann, Co-Autorin des Leitfadens und Mitglied im urgewald-Stiftungsmanagement. "Mit unserem Leitfaden stellen wir unsere über Jahrzehnte aufgebaute urgewald-Finanzexpertise kostenfrei zur Verfügung. Wir unterstützen andere Stiftungen dabei, ihre Kapitalanlage generationengerecht zu machen."

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Nachhaltige Rendite mit Genossenschaftsanteilen – so funktioniert's

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