Der neue ÖKORENTA-AIF ist ganz auf regenerative Energien ausgerichtet. / Foto: ÖKORENTA Gruppe

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Unabhängige Analyse: Publikums-AIF ÖKORENTA Erneuerbare Energien 16

Der Fonds „ÖKORENTA Erneuerbare Energien 16“ plant, sich an Windkraftanlagen und Solaranlagen in Deutschland zu beteiligen. Zudem sind Investitionen in Stromspeicher vorgesehen. Anlegerinnen und Anleger können sich ab 5.000 Euro an dem Publikumsfonds beteiligen. ECOreporter analysiert das grüne Beteiligungsangebot.

Bei der Fondsgesellschaft handelt es sich um einen inländischen Publikums-Alternativer Investmentfonds (AIF). Der Fonds investiert gemäß seinen Investitionskriterien mittelbar zu mindestens 50 Prozent in Windkraftanlagen an Land (onshore) in Deutschland. Unter anderem beeinflussen die Auswahl der Projekte, die Anzahl der Beteiligungen sowie die Höhe der Stromerlöse und Betriebskosten das wirtschaftliche Ergebnis des Fonds. Der Großteil der geplanten Auszahlungen an die Anlegerinnen und Anleger soll durch den Verkauf der Anteile an den Wind-, Solar- und Speicheranlagen am Ende der Laufzeit des Publikums-AIF erwirtschaftet werden. 

Fondsinitiatorin

Anbieterin und Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) des Fonds ist die Auricher Werte GmbH. Alleingesellschafterin der im Frühjahr 2018 von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zugelassenen KVG ist die ÖKORENTA Invest AG. Letztere ist auch alleinige Gesellschafterin der SG-Treuhand GmbH, der Treuhandkommanditistin (Treuhänderin) des Fonds. Die ÖKORENTA Invest AG hat rund 20 Aktionäre, die jeweils weniger als 20 Prozent der Anteile halten, sodass es keinen beherrschenden Gesellschafter gibt.

ÖKORENTA ist als eines der Pionier-Unternehmen bereits seit 1999 im Bereich der nachhaltigen Kapitalanlagen tätig. Die ÖKORENTA Gruppe (Initiatorin) hat über 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und betreut über 15.000 Anlegermandate ihrer Fonds. Seit 2005 bietet ÖKORENTA eigene Fonds an und hat bislang 14 Publikums-Portfoliofonds, die in Wind- und Solarenergie investierten, und drei andere Fonds (Ladeinfrastruktur für Elektroautos, Ansparfonds, Private Equity-Fonds) auf den Markt gebracht. Das mit den Fonds insgesamt platzierte Eigenkapital beträgt rund 470 Millionen Euro.

Leistungsbilanz

Laut ÖKORENTA-Performancebericht 2024 (vom November 2025) liegen zum 31.12.2024 bei den zwölf Publikums-Portfoliofonds, die bereits Auszahlungen an Anlegerinnen und Anleger geleistet haben, die Auszahlungen einmal im Plan, viermal über Plan und in sieben Fällen unter der Prospektprognose. Letzteres gilt in sechs Fällen für vor 2012 aufgelegte Fonds, die fast ausschließlich in Windparks investiert hatten und in deren Laufzeit es mehrere schwache bis sehr schwache Windjahre in Deutschland gab. Bei diesen Fonds wurde jeweils per Gesellschafterbeschluss die Laufzeit um weitere sieben Jahre bis Ende 2032 verlängert, auch weil Zubau- und Repoweringprojekte laut ÖKORENTA zu einer positiven Entwicklung der Fonds beitragen. 

Gemäß einer aktuellen Übersicht liegen bei den ersten sechs aufgelegten Portfoliofonds die bisherigen Auszahlungen an die Anlegerinnen und Anleger inzwischen bei über 100 Prozent (zwischen 131,5 und 222 Prozent).  Der 2015 aufgelegte siebte Portfoliofonds wurde zum Jahresende 2025 aufgelöst. Nach Angaben der Fondsinitiatorin wird noch eine Restzahlung von 34 Prozent erwartet, mit der der Gesamtrückfluss 176 Prozent beträgt und über der Prospektprognose von 157 Prozent liegt. Laut Performancebericht haben die Auszahlungen an die Anlegerinnen und Anleger der ÖKORENTA-Publikumsfonds 2024 im Durchschnitt rund 7 Prozent betragen.

Die seit 2015 aufgelegten Portfoliofonds investierten in zunehmendem Umfang auch in Solarparks. Die Auszahlungen dieser Fonds liegen bislang laut Performancebericht überwiegend über Plan. Zu diesem positiven Ergebnis haben neben der Risikodiversifizierung Wind/Solar die hohen Strompreise in 2022/2023 beigetragen. Die Laufzeiten der meisten Fonds sind noch nicht beendet, sodass es sich um Zwischenstände handelt. Ein wirtschaftlicher Erfolg der Fonds ist erst nach deren Auflösung komplett ersichtlich.

Kapitalstruktur


Der Vorstand der ÖKORENTA Invest AG (v.l.n.r.): Jörg Busboom (Vorstandsvorsitzender), Karen Kurp (Prokuristin) und Jörg Schmeding (Vorstand). Foto: ÖKORENTA Gruppe
  • Gesamtfinanzierungsvolumen: bis zu 31,5 Millionen Euro
  • Eigenkapitalvolumen (ohne Agio): 30,0 Millionen Euro (95,2 Prozent)
  • Ausgabeaufschlag (Agio): bis zu 1,5 Millionen Euro (4,8 Prozent) 

Die Treuhänderin kann das Eigenkapitalvolumen (Kommanditkapital) auf insgesamt bis zu 60 Millionen Euro erhöhen. Ein Mindest-Eigenkapital ist im Prospekt nicht definiert. Das war bei den Vorgängerprodukten aber auch nicht erforderlich: Die Fonds ÖKORENTA Erneuerbare Energien 15 und ÖKORENTA Erneuerbare Energien 14 wurde mit einem Eigenkapitalvolumen von 37 Millionen Euro und 56 Millionen Euro geschlossen.

Eine Aufnahme von Fremdkapital durch den Publikums-AIF selbst ist konzeptionsgemäß nicht vorgesehen. Auf Ebene der Investmentgesellschaften ist laut Fondsprospekt (vom 17. Dezember 2025) eine temporäre Darlehensaufnahme in Form einer Eigenkapitalzwischenfinanzierung möglich. In der Regel bestehen Fremdfinanzierungen auf Ebene von Projektgesellschaften, die Windenergie-, Solar- und Stromspeicheranlagen betreiben.  Aus den Anlagebedingungen resultiert, dass in der konsolidierten Betrachtung bezogen auf den Fonds die Fremdkapitalquote maximal rund 60 Prozent betragen darf. Die Grenzen für die Kreditaufnahme gelten nicht für die Platzierungsphase des Fonds, längstens für 18 Monate.

Fondsnebenkosten

  • Agio: 5,0 Prozent
  • Eigenkapitalvermittlung (ohne Agio): 6,0 Prozent
  • Konzeption, Gründungskosten und sonstige Kosten: 1,9 Prozent
  • Gesamtweichkosten: 12,9 Prozent

Die Kostenquote bezieht sich auf das geplante Eigenkapitalvolumen (ohne Agio). Voraussichtlich wird es teilweise auch auf Ebene der Vermögensgegenstände, in der Regel voraussichtlich Anteile an Wind- und Solarenergie-Projektgesellschaften, Nebenkosten geben. Die KVG kann für den Erwerb eines Vermögensgegenstandes jeweils eine Transaktionsgebühr von bis zu 5 Prozent des Kaufpreises erhalten. Dem Fonds können laut Prospekt die im Zusammenhang mit diesen Transaktionen von Dritten beanspruchten Kosten unabhängig vom tatsächlichen Zustandekommen des Geschäfts belastet werden.

Laufende Kosten

  • Kapitalverwaltungsgesellschaft (pro Jahr): bis zu 1,4 Prozent
  • Komplementärin (pro Jahr): 0,03 Prozent
  • Treuhänderin (pro Jahr): bis zu 0,25 Prozent
  • Verwahrstelle (pro Jahr): bis zu 0,12 Prozent

Die Prozentzahlen beziehen sich auf die Bemessungsgrundlage. Als Bemessungsgrundlage für die Berechnung der laufenden Vergütungen gilt laut Prospekt die Summe aus dem durchschnittlichen Nettoinventarwert des Fonds im jeweiligen Geschäftsjahr und den bis zum jeweiligen Berechnungsstichtag vom Fonds an die Anlegerinnen und Anleger geleisteten Auszahlungen, maximal aber 100 Prozent des gezeichneten Kommanditkapitals. Der Nettoinventarwert wird voraussichtlich vor allem von dem Anteilswert der vom Fonds über Investmentgesellschaften mittelbar erworbenen Wind-, Solar- und Stromspeicheranlagen beeinflusst.

Die Prognoserechnung sieht Betriebskosten auf Ebene des Publikums-AIF und zweier Investmentgesellschaften (Spezial-AIF) von zusammen durchschnittlich rund 550.000 Euro pro Jahr vor. Das entspricht rund 1,8 Prozent des geplanten Eigenkapitalvolumens des Fonds.

Der ÖKORENTA Erneuerbare Energien 16 investiert direkt oder indirekt in Projektgesellschaften (Zielgesellschaften). Auf Ebene dieser Gesellschaften, die voraussichtlich insbesondere Wind- und Solarparks betreiben werden, fallen in der Regel unter anderem laufende Kosten für Geschäftsführung, Wartung, Betriebsführung, Pacht und Versicherungen an.

Laufzeit und Auszahlungen

  • Laufzeit: bis zum 31. Dezember 2038 (Grundlaufzeit)
  • Gesamtauszahlung (Prospektprognose): 169 Prozent (vor Steuern, inkl. 100 Prozent Kapitalrückzahlung)
  • Schlussauszahlung 2038 (Prospektprognose): 96 Prozent 
  • Renditeprognose vor Steuern pro Jahr (IRR, Basis Standard-Ergebnisprognose und 5 Prozent Agio): rund 5 Prozent
  • Einkunftsart: konzeptionsgemäß Einkünfte aus Gewerbebetrieb

Die Gesellschafterversammlung kann die Verlängerung der Grundlaufzeit einmalig um insgesamt bis zu drei Jahre beschließen. Die Verlängerung ist zulässig, wenn wirtschaftliche (z. B. erwartete Wertsteigerung), rechtliche oder steuerliche Gründe für eine spätere Auflösung des Fonds sprechen. Eine Verlängerung erfordert einen Gesellschafterbeschluss mit einer Mehrheit von 75 Prozent der abgegebenen Stimmen. Eine Auflösung des Fonds vor dem Ende der Grundlaufzeit bedarf ebenfalls eines Gesellschafterbeschlusses mit einer qualifizierten Mehrheit von 75 Prozent. Wenn eine Anlegerin oder ein Anleger der Treuhänderin keine Weisung erteilt, soll diese laut Treuhand- und Verwaltungsvertrag deren Stimmrecht nach bestem Wissen und Gewissen und nach pflichtgemäßem Ermessen im Sinne der Anlegerin oder des Anlegers ausüben. Diese können laut Gesellschaftsvertrag zum Beginn oder zum Ende eines Jahres ihren Gesellschaftsanteil an einen Dritten übertragen, wenn die Komplementärin zustimmt und die ÖKORENTA GmbH ihr Vorkaufsrecht nicht ausübt.


Der ÖKORENTA Erneuerbare Energien 16 will auch in Solarparks investieren, an die große Stromspeicher angeschlossen sind. / Foto: ÖKORENTA Gruppe

Da die Projekte des Fonds noch nicht feststehen, ist die Prospektkalkulation mit erhöhten Unsicherheiten verbunden. Die kalkulierte Laufzeit der zu erwerbenden Wind- und Solaranlagen entspricht nach Angaben der Initiatorin maximal der Dauer der Pachtverträge. Diese betrage in der Regel 25 oder 30 Jahre bei Neuanlagen. Die Strompreise sind im Prospekt für 2026 mit 6 Cent/kWh für Windkraftprojekte und 5 Cent/kWh für Solarprojekte angesetzt. Für die Fondskalkulation wird laut Prospekt prognostiziert, dass die Strompreise bis 2045 auf 9 Cent/kWh (Photovoltaik) und 10 Cent/kWh (Wind) ansteigen werden. 2025 lag der Jahresmarktwert für Wind an Land bei 7,4 Cent/kWh und für Solar bei rund 4,5 Cent/kWh. Die künftigen Strompreise sind schwer zu prognostizieren, da sie insbesondere von der Entwicklung von Angebot (z.B. Zubau an erneuerbaren Energien, Bau von Gaskraftwerken, Stromimporte) und Nachfrage (z.B. für Wärmepumpen, E-Autos, Produktion grüner Wasserstoff für die Industrie) abhängen. 

Die früheren Portfoliofonds von ÖKORENTA sind sogenannte Zweitmarktfonds, die auf dem Zweitmarkt hauptsächlich Anteile an Windkraftanlagen erworben haben, die bereits mehrere Jahre in Betrieb waren und somit gegen Ende der Fondslaufzeit tendenziell nur noch einen geringeren Restwert besitzen. Die jüngeren ÖKORENTA-Portfoliofonds haben dagegen hauptsächlich auf dem Erstmarkt Anteile an neuen Solar- und Windkraftanlagen erworben, für die am Ende der geplanten Fondslaufzeit noch ein hoher Restwert erwartet wird. Dementsprechend geht die Initiatorin auch bei der Prospektkalkulation für den vorliegende Fonds Erneuerbare Energien 16 davon aus, dass der Großteil der prognostizierten Auszahlungen an die Anlegerinnen und Anleger durch den (mittelbaren) Verkauf der Anteile an Solar- und Windkraftanlagen am Ende der geplanten Fondslaufzeit (2038) erwirtschaftet wird.

Wenn die Anlegerinnen und Anleger Auszahlungen in Höhe ihrer Einzahlungen (100 Prozent) und darüber hinaus Auszahlungen in Höhe einer durchschnittlichen jährlichen Verzinsung von 5,4 Prozent erhalten haben, steht der KVG von allen weiteren Auszahlungen 30 Prozent als erfolgsabhängige Vergütung zu.

Investitionen

Die prospektierten Investitionskriterien sehen vor, dass der Publikums-AIF das zu investierende Kapital mittelbar zu mindestens 50 Prozent in Windkraftanlagen an Land in Deutschland investiert. Weitere mindestens 10 Prozent sind für Photovoltaikanlagen in Deutschland vorgesehen. Die Nennleistung der einzelnen Anlagen muss mindestens 1,0 Megawatt (MW, Wind) beziehungsweise mindestens 0,75 MW (Solar) betragen.

Der Fonds darf gemäß den Anlagebedingungen in alle Erneuerbaren Energien, zu denen beispielsweise auch Wasserkraft und Biomasseanlagen gehören, und bis 40 Prozent des Kapitals in Anlagenstandorte im europäischen Ausland investieren. Der Fonds hat nach Angaben der Initiatorin derzeit aber nur Windkraft- und Solaranlagen in Deutschland sowie die für diese Anlagen genutzte Infrastruktur im Investitionsfokus. Zu der Infrastruktur gehören insbesondere Stromnetze, Umspannwerke und Stromspeicher. Letztere sollen nach Angaben der Initiatorin im Vergleich zu den Vorgängerfonds nun stärker gewichtet werden. Im Stromspeichermarkt für Solar- und Windstrom in Deutschland dominieren bislang die Batteriespeicher.


Schwerpunkt des Fonds sind Windkraftanlagen in Deutschland. / Foto: ÖKORENTA Gruppe

Infolge des starken Zubaus an Solar- und Windkraftanlagen in Deutschland gibt es zunehmend Phasen, in denen es ein Überangebot an Strom gibt. Insbesondere an sonnenreichen Sommertagen und an windigen Tagen gibt es daher verstärkt sehr geringe oder sogar negative Börsenstrompreise (Spotmarkt). Bei negativen Strompreisen kann gemäß des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) die Vergütung (Marktprämie) vollständig entfallen. Daher ist es wirtschaftlich oftmals sinnvoll, beispielsweise Solaranlagen mit Batteriespeichern zu kombinieren, um den an einem sonnigen Sommertag um die Mittagszeit erzeugten Strom zu speichern und später in einer Phase mit positiven Strompreisen einzuspeisen. Das ist nicht nur betriebswirtschaftlich sinnvoll, sondern auch volkswirtschaftlich, da sich mit den Stromspeichern die Netzstabilität erhöht und der Bedarf an neuen Gaskraftwerken, die Strom zu deutlich höheren Kosten produzieren, weiter verringert.

Stromspeicher können mit Solar- und/oder Windkraftanlagen gekoppelt werden (Co-Location) oder eigenständig betrieben werden. Nach Angaben der Initiatorin sind solche sogenannten Stand-alone-Stromspeicher mit einem eigenen Netzanschluss auch eine Option für den Fonds, die Hauptzielrichtung seien jedoch Co-Location-Speicher.

Die Fondsgesellschaft plant laut Prospekt, über mindestens zwei Investmentgesellschaften (in der Regel ÖKORENTA-Spezial-AIFs) ein breit diversifiziertes und risikogemischtes Portfolio an Zielgesellschaften zu erwerben und aufzubauen. Als Zielgesellschaften gelten Minder- oder Mehrheitsbeteiligungen, die in die Vermögensgegenstände (vornehmlich Windkraft- und Photovoltaikanlagen sowie Stromspeicher in Deutschland) investiert sind und/oder über die Projektrechte verfügen. Zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung wurden noch keine Vermögensgegenstände erworben. Die sechs vorherigen Portfoliofonds haben sich im Durchschnitt mittelbar an über 20 Zielgesellschaften beteiligt.

Von ungefähr 2020 bis 2024 hatte die Initiatorin den Solaranteil in ihren Portfoliofonds stärker gewichtet. So beträgt der Photovoltaikanteil (gemessen an den Investitionskosten) nach Angaben von ÖKORENTA bei dem vollinvestierten Fonds Erneuerbare Energien 14 rund 79 Prozent und der Windkraftanteil rund 21 Prozent. Die Anlagenstandorte liegen wie beim Nachfolgerfonds alle in Deutschland.

Der Fonds Erneuerbare Energien 15, der erst Ende Dezember 2025 geschlossen wurde, ist nach Angaben der Initiatorin derzeit bereits zu 70 Prozent investiert (Stand: Ende Januar 2026). Das investierte Kapital verteilt sich den Angaben nach momentan zu jeweils ungefähr 50 Prozent auf die Bereiche Solar und Wind.

Beim neuen Fonds Erneuerbare Energien 16 wird gemäß den Investitionskriterien der Windkraftanteil wieder größer als der Solaranteil sein. Ab 2023 hatte die damalige Bundesregierung die Rahmenbedingungen für neue Windkraftprojekte verbessert, sodass inzwischen mehr Baugenehmigungen erteilt wurden und in der Folge 2025 auch mehr Windkraftanlagen in Betrieb gingen. Dadurch gibt es auch mehr Windkraftprojekte, die Investoren zum Kauf angeboten werden. Nach Aussage von ÖKORENTA haben sich in den letzten Monaten die Einkaufsrenditen für Windkraftanlagen deutlich verbessert, sodass für Investoren bei aktuell am Markt verfügbaren Windkraftanlagen die wirtschaftlichen Rahmendaten besser seien als bei Photovoltaikanlagen in Deutschland. 

Darauf hat ÖKORENTA bei der Gestaltung der Anlagebedingungen reagiert und den Windanteil erhöht. Die rasche Anpassung an veränderte Marktbedingungen und die zügige Investition des Kapitals der vorherigen Fonds zeigen, dass die Initiatorin als bekannte und vernetzte Marktakteurin über einen guten Zugang und umfangreiche Kompetenzen auf den Investitionsmärkten Wind und Solar verfügt. Nach Angaben des Unternehmens sind für den neuen Fonds bereits mehrere Projekte in der finalen Prüfung.

Ökologische Wirkung

Der Fonds Erneuerbare Energien 16 soll einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz durch eine Reduzierung von CO2-Emissionen leisten. Dies gilt für mindestens 80 Prozent des investierten Kapitals. Laut Prospekt tragen insbesondere Investitionen des Fonds in Bankguthaben nicht zur Reduzierung von CO2-Emissionen bei.

Konkret plant der Fonds, mittelbar in Wind-, Solar- und Stromspeicheranlagen zu investieren. Voraussichtlich investiert er weniger in Zweitmarktanteile von langjährig betriebenen Anlagen, sondern hauptsächlich in Wind- und Solarkraftanlagen, die kurze Zeit vorher errichtet wurden oder noch vor (oder in) der Bauphase sind. In diesen Fällen finanziert bzw. refinanziert der Fonds die Realisierung von neuen Anlagen, sodass das Fondskapital eine direkte positive ökologische Wirkung in hohem Umfang aufweisen kann. Der umfangreiche Zubau von Stromspeichern kann in Deutschland einen vollständigen Umstieg auf Erneuerbare Energien im Strombereich ermöglichen und erhöht die positive ökologische Wirkung zusätzlich.

Risiko

Baurisiken und teilweise Entwicklungsrisiken können bestehen, wenn der Fonds in neue Projekte, Repowering-Projekte und Projektrechte investiert. Es ist auch möglich, dass bereits entwickelte Projekte nicht mehr wirtschaftlich realisiert werden können, weil zwischenzeitlich die Anlagen-, Bau- und Finanzierungskosten gestiegen sind und/oder der Strommarktpreis gesunken ist. Auch in der Betriebsphase besteht das Risiko, dass bei geringen Strompreisen der Abschluss von Stromlieferverträgen (Power Purchase Agreement, PPA) zu wirtschaftlich auskömmlichen Konditionen nicht möglich ist.


Stromspeicher in einem ÖKORENTA-Solarpark. / Foto: ÖKORENTA Gruppe

Das Fondsmanagement plant derzeit, das zu investierende Fondskapital ausschließlich in Anlagenstandorte in Deutschland zu investieren. Das Bundeswirtschaftsministerium beabsichtigt, die Rahmenbedingungen für neue Wind- und Solarprojekte zu verändern, wodurch sich deren Wirtschaftlichkeit verschlechtern könnte. Solange die Pläne noch nicht gesetzgeberisch umgesetzt worden sind, besteht eine Unsicherheit über die künftigen Rahmenbedingungen, welche insbesondere Projektentwickler betrifft.

Es ist zudem möglich, dass sich künftige politische Entscheidungen auch auf Projekte auswirken, an denen sich der Fonds dann bereits beteiligt hat und/oder die bereits in Betrieb sind. Grundsätzlich besteht das Risiko, dass der Fonds bzw. die Spezial-AIFs trotz vorheriger externer Bewertung einen zu hohen Kaufpreis für Anteile an Zielgesellschaften zahlen. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass zum Zeitpunkt der Kaufpreisfindung nicht alle relevanten Projektinformationen vorlagen.

Es besteht das Risiko, dass die Windmengen und/oder Sonnenstunden geringer sind als erwartet und in der Folge die Stromerträge unter der Prognose liegen. Zudem bestehen auf Ebene der Zielgesellschaften voraussichtlich weitere Projektrisiken, die mit dem Betrieb von Windenergie- und Solaranlagen verbunden sind. Dazu zählen beispielsweise höherer Wartungsaufwand als geplant oder Ausfälle von Vertragspartnern wie beispielsweise PPA-Kunden, Generalunternehmern oder Energievermarktern bei Stromspeicheranlagen. Im Vergleich zum Wind- und Solarmarkt ist der Batteriespeicher-Markt (auch) im Kapitalanlagebereich ein vergleichsweise junges Segment, sodass aus den geringeren Erfahrungswerten Risiken resultieren können.

Der Großteil der geplanten Auszahlungen an die Anlegerinnen und Anleger soll durch den Verkauf der Anteile an den Spezial-AIFs beziehungsweise der Gesellschaftsanteile an den Zielgesellschaften am Ende der Fondslaufzeit erwirtschaftet werden. Es besteht das Risiko, dass die Verkaufserlöse geringer ausfallen als prognostiziert. Das kann beispielsweise der Fall sein, falls am Ende der Fondslaufzeit schwerwiegende technische Probleme bei Fondsanlagen bestehen, der Strompreis unter der Prognose liegt und/oder eine gesamtwirtschaftliche Krise mit geringer Stromnachfrage besteht. Grundsätzlich kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Anlegerinnen und Anleger ihr eingesetztes Kapital größtenteils oder vollständig verlieren.


Stärken

  • Sehr erfahrene ÖKORENTA Gruppe
  • Breite Streuung der Investitionen über zahlreiche Projekte und drei Bereiche geplant
  • Wachstumsmärkte Wind- und Solarenergie in Deutschland
  • Große Auswahl an Projekten für Investoren

Schwächen

  • Investitionen stehen noch nicht fest
  • Bauherrenrisiken und teilweise Entwicklungsrisiken möglich

Chancen

  • Verkaufserlöse für die Projekte höher als prognostiziert
  • Höhere Stromerträge als kalkuliert

Risiken

  • Verkaufserlöse für die Projekte geringer als kalkuliert
  • Geringere Stromerträge als erwartet


Fazit:

Finanziell

Der Publikums-AIF ÖKORENTA Erneuerbare Energien 16 plant, sich mittelbar an Gesellschaften zu beteiligen, die Windkraftanlagen, Solaranlagen und Stromspeicher betreiben. Der Fonds hat sich festgelegt, zu mindestens 50 Prozent in Windkraftanlagen in Deutschland zu investieren. Damit reagiert ÖKORENTA auf die aktuellen Rahmenbedingungen, die insbesondere im deutschen Windmarkt derzeit vermehrt Investitionschancen für erfahrene Akteure wie ÖKORENTA bieten. Weiterhin sind aber auch Solarprojekte in Deutschland im Fokus. Der Großteil der geplanten Auszahlungen an die Anlegerinnen und Anleger soll durch den (mittelbaren) Verkauf der Anteile an Solar- und Windparks am Ende der geplanten Fondslaufzeit (2038) erwirtschaftet werden. Aufgrund dieses längeren Zeitraums und der noch nicht feststehenden Projekte ist es möglich, dass die Gesamtauszahlung deutlich von der Prospektprognose abweicht. Aufgrund der vertraglichen Regelungen zur erfolgsabhängigen Vergütung besteht für die KVG ein Anreiz, für die Anlegerinnen und Anleger eine Rendite von über 5 Prozent pro Jahr zu erreichen.

Nachhaltigkeit

Windkraft- und Solaranlagen erzeugen Strom nachhaltig. Eine direkte positive ökologische Wirkung des Fondskapitals ergibt sich bei den geplanten Investitionen in neue Wind- und Solarparks.

ECOreporter-Empfehlung

Der Fonds ÖKORENTA Erneuerbare Energien 16 setzt einerseits die bewährte Portfoliofonds-Reihe fort, passt die Investitionsstrategie aber auch der veränderten Marktlage an. Mit der Schwerpunktsetzung auf Windkraftanlagen in Deutschland ist es ÖKORENTA voraussichtlich möglich, eine marktgerechte Rendite für den Fonds zu erreichen.

Basisdaten

Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) und Anbieterin: Auricher Werte GmbH, Aurich
Fondsgesellschaft (Publikums-AIF): ÖKORENTA Erneuerbare Energien 16 geschlossenen Investment GmbH & Co. KG, Aurich
Komplementärin: ÖKORENTA Verwaltung GmbH, Aurich
Treuhänderin: SG-Treuhand GmbH, Aurich
Verwahrstelle: BIS Verwahrstelle GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg
Beteiligungsform: Treugeber, Umwandlung in Direktkommanditist möglich

Gesamtfinanzierungsvolumen: 31,5 Millionen Euro
Eigenkapitalvolumen (ohne Agio): 30,0 Millionen Euro
Mindestzeichnungssumme: 5.000 Euro
Agio: bis zu 5 Prozent
Grundlaufzeit: bis zum 31. Dezember 2038
Vertriebsbilligung: BaFin
Leistungsbilanz: Ja
Sensitivitätsanalyse: Ja
Haftsumme: 0,1 Prozent der Kommanditeinlage

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