Teslas "Autopilot" sorgt immer wieder für Kritik. / Foto: Tesla

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US-Behörde prüft Teslas Fahrassistenzsystem "Autopilot" nach Unfällen

Die in den USA für Straßen- und Fahrzeugsicherheit zuständige National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) will prüfen, wie Teslas Fahrassistenzsystem "Autopilot" mit gefährlichen Situationen umgeht. Betroffen sind 2,4 Millionen Fahrzeuge des US-Elektroautobauers.

Grund für die Untersuchung sind laut der Behörde vier Unfälle mit Tesla-Modellen, bei einem davon wurde ein Fußgänger getötet. Bei allen vier Unfällen war laut NHTSA die Sicht eingeschränkt, etwa durch Nebel, Staub oder eine starke Blendung durch Sonnenlicht.

Fahrassistenzsystem "Autopilot" in der Kritik

Die Experten wollen nun herausfinden, ob das Assistenzsystem die schlechten Sichtverhältnisse erkannt und angemessen reagiert hat. Rund 2,4 Millionen Fahrzeuge sind von der Untersuchung betroffen. Bei US-Behörden laufen weitere Untersuchungen zum "Autopilot"-System. Zu einem Zeitplan für die Untersuchung oder möglichen Konsequenzen machte die NHTSA keine Angaben.

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Tesla vermarktete die derzeit fortschrittlichste Variante seines "Autopilot"-Systems in den USA ursprünglich mit dem Zusatz "Full Self-Driving", also "vollständig selbstfahrend". Tatsächlich ist der "Autopilot" aber aktuell nur ein normales Fahrassistenzsystem auf dem Niveau anderer Hersteller. Fahrerinnen und Fahrer tragen weiterhin die Verantwortung und müssen jederzeit bereit sein, die Kontrolle über ihr Fahrzeug zu übernehmen. Darauf weist auch Tesla hin und spricht inzwischen von "Assisted Full Self-Driving". Kritiker halten den Namen jedoch für irreführend.

Ab dem kommenden Jahr will Tesla zunächst in den US-Bundesstaaten Texas und Kalifornien eine Software herausbringen, die tatsächlich autonomes Fahren ohne menschliche Aufsicht ermöglichen soll. Im Oktober stellte der Konzern zudem sein Robotaxi "Cybercab" vor, das ohne Pedale und Lenkrad auskommt und ab 2026 produziert werden soll. Laut Konzernchef Elon Musk wird das Fahrzeug weniger als 30.000 US-Dollar kosten.

Fachleute bezweifeln jedoch, dass Tesla seine Pläne wie angekündigt umsetzen kann. Das liegt vor allem daran, dass der Konzern das autonome Fahren nur mit Kameras umsetzen will, ohne teurere Sensortechnik wie Laserradar. Das soll Kosten sparen, Kritiker halten das System aber für zu störanfällig. In den USA gibt es immer wieder Berichte, dass die Software versucht, bei Rot über Kreuzungen zu fahren oder auf der falschen Spur abzubiegen.

Anbieter wie Waymo, eine Tochter des Google-Konzerns Alphabet, unterhalten schon länger Robotaxi-Flotten in mehreren US-Städten. Diese Fahrzeuge sind mit teurerer Sensortechnik ausgerüstet.

Ist Tesla wirklich ein nachhaltiges Investment?

Die Tesla-Aktie notiert aktuell im Tradegate-Handel 0,6 Prozent im Minus zum Freitag bei 201,90 Euro (Stand: 21.10.2024, 11:52 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie 7,3 Prozent an Wert eingebüßt, im Jahresvergleich ist sie 1,6 Prozent im Minus.

ECOreporter ist weiter skeptisch bei der Tesla-Aktie. Das liegt auch an Konzernchef Elon Musk: Dieser ist immer wieder durch vollmundige Versprechungen und Zukunftsvisionen aufgefallen, die sich nicht oder nur mit erheblicher Verzögerung realisieren ließen. Im August kritisierte zudem ein langjähriger Investor, dass Musk "nicht wirklich" bei Tesla arbeite und zu viel mit seinen anderen Unternehmen beschäftigt sei. Mehr dazu lesen Sie hier.

Zudem veröffentlicht Musk immer wieder umstrittene Statements, aktuell macht er Wahlkampf für Donald Trump. Zuletzt behauptete Musk beispielsweise, die Demokraten würden gezielt illegale Einwanderer einfliegen, um die US-Wahlen zu manipulieren. In den sogenannten Swing States, die für die Wahl als entscheidend gelten, verlost der Milliardär Geld unter registrierten Wählerinnen und Wählern, die eine rechte Petition für Waffenbesitz unterschreiben. US-Medien vermuten, dass Musk damit einen zusätzlichen Anreiz für Trump-Wähler schaffen will, tatsächlich zur Abstimmung zu gehen.

Tesla steht im Tagesgeschäft unter Druck. In diesem Jahr schwächelt der Absatz des Autobauers. Auch leiden die Gewinne unter den hohen Rabatten, die Tesla im Preiskampf mit der Konkurrenz gewährt. Die Tesla-Aktie ist mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 130 für 2024 sehr teuer. Die Redaktion rät vom Einstieg ab.

Beachten Sie auch das ECOreporter-Dossier Tesla, BYD, Nio, Polestar: 10 Elektroauto-Aktien im Crash-Test

Tesla Inc.: ISIN US88160R1014 / WKN A1CX3T

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