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Verbio: Aktienkurs steigt trotz roter Zahlen
Der Leipziger Biotreibstoffhersteller Verbio hat sein Geschäftsjahr 2024/2025 (Juli bis Juni) wie erwartet mit einem deutlichen Nettoverlust abgeschlossen. Für 2025/2026 rechnet das Management mit besseren Zahlen.
Verbio setzte 2024/2025 knapp 1,58 Milliarden Euro um. Das sind fast 5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Als einen der Hauptgründe für den Rückgang nennt der Konzern die weiterhin niedrigen Preise für Treibhausgaszertifikate (THG).
Anbieter konventioneller Kraftstoffe können THGs erwerben, um einen Teil ihrer CO2-Emissionen zu neutralisieren. Alternativ können sie Biokraftstoffe kaufen und für eine bessere Klimabilanz ihrem Treibstoff beimischen. Sinken die Preise für die Zertifikate (THG-Quote), werden diese attraktiver, und die Nachfrage nach den Kraftstoffen etwa von Verbio geht zurück.
Gelingt bis 2026 die Trendwende?
Wegen des geringeren Umsatzes, deutlich gestiegener Materialkosten und hoher Wertminderungen des Vorratsvermögens verbuchte Verbio 2024/2025 einen Nettoverlust von 138 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte man einen Nettogewinn von 20 Millionen Euro erzielt. Die Nettofinanzverschuldung stieg von 33 auf 164 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote sank von 67,4 Prozent auf immer noch gute 58,2 Prozent.
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Im Geschäftsjahr 2025/2026 rechnet Verbio mit einer Normalisierung des Biokraftstoffmarktes in Europa und auch in den USA, wo der Konzern in Nevada eine neue Ethanol- und Biomethananlage in Betrieb genommen hat. Das Unternehmen erwartet in diesem Jahr einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im hohen zweistelligen Millionenbereich. 2024/2025 lag das EBITDA bei 14,2 Millionen Euro.
Nach Angaben von Verbio bleiben vorerst noch etwa 100 Millionen Euro des Vorratsvermögens gebunden, weil die Bundesregierung die Überhangsübertragung der THG-Quote für die Jahre 2025 und 2026 ausgesetzt hat. Die bis 2024 aufgebauten Überschüsse sollen ab 2027 wieder zur Verfügung stehen.
Die Aktie bleibt schwankungsanfällig
Vor diesem Hintergrund will das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2024/2025 keine Dividende zahlen. „Die diesjährige Abweichung unserer Dividendenpolitik reflektiert die ungewöhnlichen Umstände. Das vergangene Geschäftsjahr hat uns bei Verbio alle gefordert“, erläutert Konzernchef Claus Sauter. „Das Festhalten an unserer Dividendenpolitik in diesem Jahr wäre gegenüber den hart arbeitenden Mitarbeitenden bei Verbio unangemessen. Wir halten an unserem Ziel einer verlässlichen Dividende fest und sind optimistisch, mittelfristig mindestens zur gewohnten Höhe zurückzukehren.“
Die Verbio-Aktie hatte am Dienstag nach Bekanntgabe der Dividendenpause spürbar an Wert verloren. Mittlerweile konnte sie diese Einbußen wieder wettmachen, der EBITDA-Ausblick scheint positiver ausgefallen zu sein als an der Börse erwartet. Heute ist die Aktie mit einem Plus von 4,1 Prozent zum Vortag und einem Kurs von 11,50 Euro in den Tradegate-Handel gestartet (Stand 25.9.2025, 8:46 Uhr). Für den Kurs geht es seit Ende 2022 fast durchgehend abwärts, auf drei Jahre gesehen ist die Aktie knapp 80 Prozent im Minus. Seit April ist ein leichter Aufwärtstrend auf niedrigem Niveau erkennbar, im Monatsvergleich hat die Aktie mehr als 7 Prozent gewonnen.
Verbios Geschäft ist mit vielen Unsicherheiten behaftet, unter anderem wegen der stark schwankenden Biospritpreise, der Abhängigkeit von politischen Entscheidungen und der Aktivitäten des Unternehmens auf dem US-Markt. ECOreporter rät defensiven Anlegerinnen und Anlegern weiterhin vom Kauf der Aktie ab. Teuer ist das Papier derzeit nicht: Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) liegt bei unter 0,5 – ein niedriger Wert.
Verbio Vereinigte BioEnergie AG: ISIN DE000A0JL9W6 / WKN A0JL9W
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