Vestas sieht weniger Nachfrage für Offshore-Windkraft in Europa. / Foto: Vestas

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie, Aktien-Favoriten

Vestas stoppt Pläne für zweite Fabrik in Polen

Der dänische Windanlagenhersteller Vestas hat seine Pläne für ein zweites Werk in Polen gestoppt. Das teilte der ECOreporter-Aktien-Favorit offenbar der Nachrichtenagentur Reuters mit. Als Grund nennt das Unternehmen demnach eine schwächere Nachfrage in Europa.

Vestas hatte im vergangenen Jahr Pläne für ein zweites Offshore-Windkraftanlagenwerk in Polen bekannt gegeben. Das Werk sollte 2026 den Betrieb aufnehmen und mit mehr als 1.000 Arbeitsplätzen das größte im Land werden.

Geschäfte unter Druck

Die geringere Nachfrage nach Offshore-Windenergie in Europa sorgte jetzt aber dafür, dass das Projekt bis aus Weiteres auf Eis gelegt wurde, berichtet Reuters unter Berufung auf eine E-Mail des Konzerns. Vestas erklärte demnach, dass man "weiterhin in lokale Produktionsstätten investieren wird, sofern das Volumen und die Sicherheit des Offshore-Windmarktes dies zulassen".

Einen tieferen Einblick in die Windbranche bekommen Sie mit unserem zweiteiligen Windaktien-Überblick.

Eine aktuelle Einschätzung der Vestas-Aktie lesen Sie im folgenden Premium-Bereich.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Vestas betreibt bereits eine Gondelmontageanlage in Polen und besitzt ein Werk, das Rotorblätter für Onshore-Turbinen herstellt. Die polnische Regierung hatte gehofft, dass das nun gestoppte Werk in Stettin eine breitere Lieferkette für Projekte in ganz Europa etablieren würde. Dazu gehören auch Polens erste eigene Offshore-Windparks.

Die Vestas-Aktie notiert im Xetra-Handel aktuell bei 17,11 Euro und damit zum Freitag praktisch unverändert (Stand: 20.10.2025, 11:23 Uhr). In den letzten sechs Monaten stieg der Kurs um 46 Prozent, auf Jahressicht ist er 2,5 Prozent im Minus.

Die Offshore-Branche steht vor Herausforderungen wie höheren Kosten und Einschränkungen in der Lieferkette. Investoren halten sich deswegen teils zurück. Zusätzlich steht das Vestas-Geschäft in den USA unter Druck, wo Präsident Donald Trump Windkraft aus ideologischen Gründen politisch bekämpft.

Die Vestas-Aktie steigt nach einer längeren Verlustphase seit April wieder, musste dabei aber immer wieder zwischenzeitliche Rücksetzer hinnehmen. In den kommenden Jahren könnte das Unternehmen weiter vom weltweiten Ausbau der Windkraft profitieren, ECOreporter sieht Vestas von allen börsennotierten Windanlagenbauern weiterhin am besten aufgestellt. Nach schwierigen Jahren ist der Konzern mittlerweile wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Im dritten Quartal dürfte das Unternehmen seinen Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahr gesteigert haben.

Dass es aktuell nicht zu starken Rücksetzern kommt, könnte zeigen, dass Investoren Nachfrageprobleme bei Vestas schon eingepreist haben. Trotzdem machen besonders die Herausforderungen im US-Geschäft die Aktie aktuell zu einem Investment mit erhöhtem Risiko. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2025 liegt derzeit bei 23. Für Anlegerinnen und Anleger, die gute Nerven und viel Geduld mitbringen, ist das ein noch akzeptabler Wert.

Vestas ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Nachhaltige Mittelklasse. Ein Unternehmensporträt finden Sie hier. Mehr zur Entwicklung der Mittelklasse-Favoriten-Aktien erfahren Sie in unserem großen Überblicksartikel.

Vestas Wind Systems A/S: ISIN DK0061539921 / WKN A3CMNS

(Aktuelle Kursdaten zur Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

Verwandte Artikel

01.10.25
 >
19.08.26
 >
18.08.26
 >
13.08.25
 >
12.08.25
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x