Vestas bewegt sich weiterhin in einem herausfordernden Marktumfeld. / Foto: Vestas

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

Vestas vervielfacht Gewinn – Aktie dennoch 11 % im Minus

Der dänische Windradbauer Vestas hat in den letzten Monaten bei Umsatz, Gewinn und Auftragsbestand kräftig zugelegt. Eine andere Kennzahl des ECOreporter-Aktien-Favoriten stört Anlegerinnen und Anleger aber.

Vestas setzte im dritten Quartal dieses Jahres knapp 5,2 Milliarden Euro um – ein Plus von fast 19 Prozent zum Vorjahr. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) vervielfachte sich von 69 auf 231 Millionen Euro, der Nettogewinn stieg von 28 auf 127 Millionen Euro.

Vestas-Boss Henrik Andersen führt die Zuwächse vor allem auf höhere Absatzzahlen und angehobene Verkaufspreise zurück. Zudem sei die operative Gewinnmarge (EBIT-Marge) deutlich von 1,6 auf 4,5 Prozent gestiegen. Für das Gesamtjahr rechnet Andersen weiterhin mit 16,5 bis 17,5 Milliarden Euro Umsatz.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Die EBIT-Marge sieht der Konzernchef mittlerweile aber nur noch am unteren Ende der im August bereits gesenkten Spanne von 4 bis 5 Prozent, da die Marge in der Service-Sparte langsamer steige als erhofft und der Konzern zudem höhere Garantierückstellungen bilden müsse. Seine diesjährigen Investitionen will Vestas von den ursprünglich vorgesehenen 1,2 Milliarden Euro auf 1,0 Milliarden Euro reduzieren.

Positiv entwickelte sich in den letzten Monaten der Auftragseingang. Vestas erhielt im dritten Quartal Windrad-Bestellungen im Umfang von 4,4 Gigawatt mit einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 1,1 Millionen Euro je Megawatt Leistung. Damit erreichte der Auftragsbestand in der Windradsparte einen neuen Rekordwert von 28,3 Milliarden Euro. Zusammen mit laufenden Aufträgen im Service- und Wartungssegment verfügte Vestas Ende September über einen Auftragsbestand von 63,4 Milliarden Euro. Das sind 9,4 Milliarden Euro mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.

Hohe Verbindlichkeiten, niedriger Aktienkurs

„Wir setzen unsere Strategie weiter um und konzentrieren uns darauf, das Jahr erfolgreich zu beenden“, sagt CEO Andersen. „Wir arbeiten in einem Umfeld, das von geopolitischer Unsicherheit und Handelsvolatilität geprägt ist.“

An der Börse wiegt die leicht gesenkte Prognose schwerer als die aktuellen Geschäftszahlen. Die Vestas-Aktie notiert im Tradegate-Handel aktuell 11 Prozent im Minus zum Vortag bei 16,14 Euro (Stand 5.11.2024, 10:04 Uhr). Langfristig hat sich der Kurs wechselhaft entwickelt. Im Jahresvergleich notiert er 16 Prozent im Minus, auf fünf Jahre gesehen hat er 21 Prozent zugelegt. Seit Anfang 2021 hat die Aktie mit einigen Ausschlägen nach oben überwiegend an Wert verloren.

Vestas leidet wie alle Windradbauer bereits seit Jahren unter niedrigen Margen. Der Konzern schlägt sich besser als Konkurrenten wie Nordex oder Siemens Energy (mit der Windkraftsparte Siemens Gamesa), die finanziellen Herausforderungen bleiben aber weiterhin hoch. Vermögenswerten von 23 Milliarden Euro standen Ende September Verbindlichkeiten in Höhe von 20 Milliarden Euro gegenüber, zudem verbucht der Konzern schon seit längerer Zeit negative freie Cashflows.

Nach Einschätzung von ECOreporter kommt ein Neueinstieg in die Vestas-Aktie derzeit nur für risikofreudige Anlegerinnen und Anleger mit einem langen Atem in Frage. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt für 2024 bei hohen 33, für 2025 bei moderateren 15.

Vestas ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie der Kategorie Nachhaltige Mittelklasse. Ein Unternehmensporträt finden Sie hier. Mehr zur Entwicklung der Mittelklasse-Favoriten-Aktien erfahren Sie in unserem großen Überblicksartikel.

Lesen Sie auch unser zweiteiliges Dossier zu nachhaltigen Windaktien.

Vestas Wind Systems A/S: ISIN DK0061539921 / WKN A3CMNS

(Aktuelle Kursdaten zur Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

Verwandte Artikel

11.10.24
 >
11.09.24
 >
14.08.24
 >
27.03.26
 >
26.03.26
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x