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Volkswagen investiert Milliarden in Elektroautobauer Rivian
Der Wolfsburger Autoriese Volkswagen geht eine milliardenschwere Partnerschaft mit dem US-Elektroautobauer Rivian ein. Europas größter Autokonzern will bis zu 5 Milliarden Euro investieren, um mit den Amerikanern gemeinsam Technik für künftige Elektrofahrzeuge zu entwickeln. Die Rivian-Aktie schießt nach oben.
Volkswagen investiert laut eigener Mitteilung zunächst eine Milliarde Dollar in Rivian, für die Summe kaufen die Wolfsburger Wandelanleihen, die Ende des Jahres zu Aktien des US-Unternehmens werden. Außerdem wollen die Konzerne ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) gründen. Kommt die Kooperation zustande, zahlt VW eine weitere Milliarde Dollar und kauft außerdem in zwei Tranchen 2025 und 2026 Aktien für jeweils eine Milliarde Dollar. Eine weitere Milliarde Dollar soll als Kredit vergeben werden. Wie hoch der Anteil sein wird, den VW letztlich an Rivian hält, ist noch unklar.
Gemeinsame Entwicklung von Software
Ziel der Kooperation ist nach Angaben von Volkswagen, dass der Konzern für neue Autos in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts in den Bereichen Software, Steuercomputer sowie Netzwerk-Architektur auf Rivian-Technologie setzt. VW will so offenbar das Geld für eine eigene Entwicklung von Technik sparen, stattdessen soll in dem Joint Venture für beide Unternehmen entwickelt werden. Die Prüfung zur technischen Machbarkeit des Vorhabens ist laut VW allerdings noch nicht abgeschlossen. Rivian-Chef RJ Scaringe betonte, dass andere Bereiche wie Batterien oder Antriebstechnik nicht Teil der Partnerschaft sind, wie die "Deutsche Presse-Agentur" (dpa) berichtet.
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VW hat seit Jahren Probleme bei der hauseigenen Software-Entwicklung für Elektroautos, dadurch verzögerten sich bereits Modellstarts. Den Wolfsburgern ist es mit den Kooperationsplänen offensichtlich sehr ernst: Das Unternehmen nimmt dafür im laufenden Jahr einen "ungeplanten Liquiditätsabfluss von bis zu 2 Milliarden Euro" in Kauf. Rivian hat eine eigene Architektur für Elektroautos entwickelt, bei der die Auto-Elektronik nicht zentral, sondern in verschiedenen Zonen von verschiedenen Computern gesteuert wird.
Rivian kann das Geld gut gebrauchten: Das Unternehmen lieferte im ersten Quartal 2024 knapp 13.600 Elektroautos aus. Einem Umsatz von 1,2 Milliarden Dollar stand dabei ein Verlust von 1,5 Milliarden Dollar gegenüber. Die Firma ist in zwei in den USA populären Fahrzeug-Kategorien aktiv: Große SUVs und Pickups. Außerdem baut Rivian für den US-Onlinehändler Amazon elektrische Lieferwagen, die inzwischen auch in Europa genutzt werden.
Die Rivian-Aktie ist nach Ankündigung der Kooperation im Tradegate-Handel aktuell 53,6 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 17,20 Euro (Stand: 26.6.2024, 9:17 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie damit 77,1 Prozent an Wert gewonnen, im Jahresvergleich ist sie weiter 4,4 Prozent im Minus. In den letzten sechs Monaten ging es für den Kurs insgesamt um 21 Prozent abwärts.
Erst der Hype, dann die Ernüchterung
Rivian feierte 2021 ein umjubeltes Börsendebüt, zwischenzeitlich war der Konzern hinter Tesla und Toyota der drittwertvollste Autokonzern der Welt. Nach Problemen in der Produktion, Rückrufaktionen und Milliardenverlusten ist die Euphorie deutlich abgekühlt.
Der Einstieg von VW ist ein überraschender Vertrauensbeweis, der Autobauer Ford hatte Anfang 2023 seine Anteile an Rivian fast vollständig verkauft. Allerdings sollten Anlegerinnen und Anleger weiter vorsichtig sein, von einem profitablen Geschäft bleibt Rivian weit entfernt. Zuletzt meldete das Unternehmen in den USA eine schwächelnde Nachfrage. ECOreporter hatte zum Börsenstart vom Kauf der Rivian-Aktie abgeraten und bleibt weiter bei dieser Einschätzung.
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Rivian Automotive Inc.: ISIN US76954A1034 / WKN A3C47B